Wie man Armut bagatellisiert

Die hundertste Ausgabe.

In Indien ist alles viel schlimmer. In Deutschland gibt es nur relative Armut. Von 416 Euro kann man gut leben. Gesund essen. Für alles ist gesorgt. Wer damit nicht auskommt, ist selbst schuld. Und überhaupt ist in Indien alles viel schlimmer.

„Wenn ich nach der Definition in Deutschland gehe, wie hier Armut definiert wird, bin ich finanziell arm. Das heist, ich lebe vom Existenzminimum. Finanzielle Armut ist aber zu überwinden. Nicht in dem Sinne, wie es der Herr Lenz anspricht, bzw was du über ihn gesagt hast, sondern in dem man lernt, auf materielle Dinge zu verzichten. Das vorrangige Ziel eines jeden Menschen ist es, glücklich zu sein. Die glücklichsten Menschen auf diesem Planeten leben in Regionen, die nicht gerade vor Reichtum strotzen. Im Gegenteil. Der Kapitalismus hat es aber geschafft, uns daran glauben zu lassen, dass der Erwerb und Konsum von Konsumgütern glücklich macht. In gewisser Weise entstehen natürlich Glücksmomente. Sie sind aber von kurzer Dauer, da nur der Erwerb die Gier befriedigt, nicht aber der Besitz. So muss immer mehr erworben werden und ein konstantes Gefühl von Glück wird sich nie einstellen. In diesem Sinne, ist finanzieller Reichtum unwesentlich. Er kann über vieles hinweghelfen, aber nicht über alles. Viel schlimmer als finanzielle Armut, ist geistige Armut. Letztere ist meines erachtens noch weiter verbreitet, als erstere.“

So schreiben Beschränkte. Beschränkte behaupten, das ist alles nicht so schlimm. Beschränkte behaupten, man kann ruhig mit kaputten Klamotten rumlaufen, und das Geld lieber fürs Essen ausgeben, weil das, was der Gesetzgeber fürs Essen gibt, ja viel zu wenig ist. Beschränkte behaupten, man kann ruhig auf alles das verzichten, denn die Armut in Deutschland ist ja relativ. Eigentlich exisitert sie gar nicht. Materielle Dinge braucht man nicht, das ist bloß ein Sich-Selbst-Einreden, wenn man meint, materielle Dinge zu brauchen.

Natürlich braucht man auch keine materiellen Dinge, um seine geistigen Ideen umzusetzen. Will sagen: ein Musiker braucht kein Instrument, das ist Einbildung. Natürlich braucht er auch keine Technik, um seine Musik aufzunehmen. Will er bekannt werden, ist das bloß Ausdruck seines „Egos“, er muß nicht bekannt werden. Ergo braucht er auch kein Geld für Werbung. Oder Rohmaterial, um CDs selbst her zu stellen. Druckerpatronen, Papier, für den Druck, usw.  Dies kann man auf jeden Künstler umlegen; Künstler brauchen das alles nicht. Ein Bildhauer braucht kein Werkzeug, ein Musiker kein Instrument und ein Maler keine Farbe. Ist alles Einbildung, daß die das brauchen. Sagt Herr Beschränkt.

Finanzieller Reichtum, was ist das. Ärztliche  Versorgung braucht man als chronisch Kranker nicht. Das gibt es in Indien auch nicht. Wieso soll man diese den Kranken in Deutschland zugestehen? Das ist überflüssiger Luxus, unnötig, kostet nur Geld.  Überhaupt sind diese ganzen Krankheiten nur Einbildung. Wohlstandskrankheiten.

Ausreichend großer Wohnraum ist ebenso Luxus. Wie leben die Leute in Indien? Die sind auch glücklich. So können und sollen die Armen in Deutschland auch leben.

Weiter im Text des neoliberalen Arschlochs:

„Wieviele Menschen verhungern oder verdursten hier in Deutschland? Wieviele haben keine Kleidung? Wieviele Menschen müssen hier unter den Folgen von Kriegen leiden. Wirf mal einen Blick über deinen beschränkten Tellerand auf Gegenden, die dieses Prädikat wirklich „verdienen“. „

Wer nicht verhungert, dem geht es gut, sagt Herr Beschränkt. Auch wenn sich derjenige aufgrund von Geldmangel gesundheitlich schädlich ernähren muß. Dies ist bei mir der Fall. Davon hat der werte Beschränkte allerdings keine Ahnung. Er behauptet, mit 200 Euro monatlich käme er aus, inkl. frisches Obst und Gemüse. Ich behaupte, das ist eine Lüge, es geht nicht, wenn man keine Getreide und keine Kuhmilchprodukte und keine Konserven essen kann. Aber der werte Herr von der beschränkten Front weiß ja alles besser.  Sein Wissen reicht aber nicht so weit, daß er je etwas von Beschränkungen aufgrund von Allergien und Unverträglichkeiten erfahren hätte. – Wir haben zwar in Deutschland noch keinen Krieg, aber wir haben schon lange einen Krieg gegen die Armen. Wenn man das nicht sehen will, wird man das auch nie sehen. Es gibt halt – beschränkte – Leute, für die ist Krieg nur das, mit den Waffen. Wo es körperlich Verletzte und Tote gibt. Es gibt aber auch andere Kriege. Psycho-Kriege, Zersetzungskriege. Aber davon hat der werte Herr von der beschränkten Front keine Ahnung. Armut macht eher krank und Arme sterben statistisch lange vor den Reichen. Das ist für Herr Beschränkt kein Krieg. Er wird diese Kriege einfach weiterhin leugnen. Statt dessen bezeichnet er in seiner Beschränktheit andere, die diesen Krieg gegen die Armen seit Jahren am eigenen Leib erfahren müssen, als „beschränkt“.

Noch ein sinnloses dummes Statement des Beschränkten:

„Ihr beiden seid echt lustig. Der eine ein Depp, der andere bis zur Oberkante frustriert. Deine neoliberale Diagnose schieb dir sonstwohin. Weltweit gibt es genug Probleme, und ihr Wohlstandsdeppen schreit immer nur Haben Haben Haben Mehr Mehr Mehr Ich Ich Ich ! Du wohnst also in einer Stadt und heulst trotzdem rum, dass du isoliert bist. Du bekommst 416 Euro und bist nur fähig 4,16€ pro Tag für essen auszugeben. Wenn dir essen wichtig ist, dann erhöhe doch einfach dein Budget für Essen. Ich gebe ca 200 Euro im Monat für essen aus und es reicht für immer frisches Obst und Gemüse nebst allen Drumherum. Ein Smartphone oder ein Auto hättest du gerne. Soso. Wie wäre es denn, wenn plötzlich alle Menschen weltweit auf so eine blendende Idee kommen. 8 Millarden Schrottkarren und sinnloser Technikmüll.“

Herr Beschränkt zeigt, wie üblich, mit dem Finger ganz weit weg ins Ausland, als ob es im eigenen Land keine Probleme gäbe.  Bezeichnet Arme als „Wohlstandsdeppen“. Menschen die jahrelang vom Grundsicherungssatz leben müssen. Diese Menschen schreien nicht: haben, haben, mehr, mehr, sondern sie sind zermürbt im jahrelangen Kampf ums Überleben, um irgendwie über die Runden zu kommen, dabei werden die Mängel immer größer. Mängel an Allem. Das nächste, was bei mir weg muß, leider, sind meine Katzen. Das geht ja gar nicht. Das ist Luxus. Wie kann man sich nur erlauben, als armer Rentner Katzen zu halten. Weg mit dem Viechzeug!

Dann wird mir unterstellt, Technikmüll zu wollen.

Ich wollte mein Leben lang NIE so etwas haben! Der Herr von der beschränkten Front hat nichts verstanden. Ich wollte immer nur von meiner Kunst  und später, meiner Musik, leben, bescheiden leben. Das war mir nicht gegönnt. Geld für Werbung hatte ich nicht. Den Rest erledigte das „Jobcenter“ und dann die chronischen Krankheiten. Man kann das auch einfach BURN OUT / ENDE DER FAHNENSTANGE nennen; Burn out an der Gesellschaft. Ja, DIE GESELLSCHAFT will nicht, das Künstler produktiv sind, leben, kreativ sein können. DIE GESELLSCHAFT inklusive des Herrn von der beschränkten Front denkt nicht so weit, daß chronisch Kranke keine Treppen mehr steigen können, ja, aber woher nehmen eine Sozialwohnung in Parterre?

Gibt es nicht! Umziehen ist angesagt, ZWANGSWEISE. Ach, ist doch nicht so schlimm, sagt Herr Beschränkt, in Indien ist das alles viel schlimmer. In Indien gibts auch die chronisch Kranken nicht, die verrecken dort sofort. Kannst du ja noch froh sein, du Wohlstandsrentner, daß du hier noch leben darfst, sagt  Herr Beschränkt zwar nicht, aber das denkt er sich, es schwingt in jeder seiner Aussage mit.

Herr Beschränkt findet – das trug erheblich zu meiner Abneigung bei, das will ich nicht verleugnen – Rüdiger Lenz, den neoliberalen Leuteverbieger (heutzutage nennt sich das „Coach – ich bringe Sie zu Ihrem Erfolg – garantiert in einem Jahr“) gut. Herr Lenz passe sich nur an und mache das Beste aus der Situation.

Meine Antwort war: Ja klar, und weil es so viele von euch „Anpassern“ und Ja-undAmen-Sagern und neoliberalen Arschlöcher gibt, die sich alle nur anpassen, weil sie ja nicht anders können, oder glauben, nicht anders zu können, genau deshalb haben wir das, was wir haben: Neoliberalismus.  Ihr findet das alle Scheiße? Tut mir leid, das glaube ich euch Beschränkten und Anpassern (Lenz und co) nicht mehr. Geht andere Leute belügen. MIT MIR NICHT MEHR.

Dialog zwischen mir und „mi san thrope“ zu finden bei:

 

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Das Trauma der Erziehung und sein Gehorsam

Angesichts des sehr guten Tageskommentars von Rüdiger Lenz bei KenFM nun dieser Artikel.

Kommentar von sieh megena erfasst das Thema meines Erachtens im Kern:

„Stockholm-Syndrom entsteht dadurch meiner Meinung nach beim Kind. Durch Zuckerbrot und Peitsche oder Intermittent Reinforcement wird angefangen den Täter zu schützen, um sein eigenes (unter anderem emotionales) Überleben zu sichern. Deshalb wollen so viele nicht einsehen, auf wie viele Art und Weisen sie verarscht werden. Mama, Papa oder beide bleiben heilig auf ihrem Thron, über Negatives darf nicht gesprochen werden. Weil „um Gottes willen, was macht das dann mit meiner Realität!“-Panik aufkommt. Auch die Regierung baut zwar scheiße, aber niemaaaals würden sie so weit gehen, false-flag-operationen durchzuführen! Klar in anderen Ländern führen wir Krieg mit Toten aber in unseren Ländern doch nicht! (schöne kognitive Dissonanz). Die meisten sind halt doch noch das verängstigte Kind von damals im Körper eines Erwachsenen. Der Schmerz von damals wird weiterhin schön verdrängt und damit geht leider auch die Empathie für Mitmenschen flöten. Missbrauch wird normal.“ ZITAT ENDE

=> das ist der Kern. Ein Kind kann nicht Mama oder Papa kritisieren, ein Kind liebt, solange nichts wirklich absolut Schlimmes passiert, seine Eltern bedingungslos, ein Kind begreift nur, da ist was falsch, wenn es entsprechend behandelt wird, es muß aber trotzdem gleichzeitig seine Eltern lieben. Deshalb wird der traumatische Inhalt, der dem Kind eigentlich begreiflich machen müßte: Deine Eltern lieben dich nicht, ausgeblendet.

Dieses unaufgelöste Trauma projiziert der Schein-Erwachsene, seelisch aber auf Kindheitsniveau stehen gebliebene „Deutsche“ auf alles mögliche, vorzugsweise auf „Führer“ oder sonstige Personen, die er „wählt“ und die dann für ihn den Karren aus dem Dreck ziehen sollen. Der „Karren“, das ist der Karren von Schuld und eigenverantwortlichem Handeln. Auch im Kollektiv.  –  Selbst ist der „Deutsche“ nicht fähig, zu erkennen, was läuft, weil er kollektiv traumatisiert ist. Solche Massen sind natürlich sehr leicht verführbar bzw. führbar und das ist auch so gewollt.

Zum Video:  https://www.youtube.com/watch?v=MQR7KUuUUDI&t=1s

 

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Es fehlt Bewußtheit

Die Menschen sind sich ihrer selbst nicht bewußt, schrieb ich unter einem Video von Wolfgang Brehm; die Menschen tun das, was alle tun (Herdentrieb).

Gewalt ist normal für „Deutsche“, sie erkennen gar nicht mehr, was Gewalt ist, sie haben sich dran gewöhnt. Sie sind – geschichtlich – seit Generationen Opfer, aber Opfer bleiben niemals Opfer, denn der Opfer-Zustand ist unerträglich, ergo wird das Opfer alles tun, um aus dem Opfer-Dasein zu entkommen.
Dazu gibt es zwei Möglichkeiten: 1. es wird zum Täter, es dreht die Gewalt, die es erfahren mußte, einfach um. Das ist der einfache Weg. Den die „Deutschen“ gehen seit Jahrzehnten.
2. Aufarbeitung. Das ist der schwere Weg. Als Individuum ist dieser Weg schon sehr mühselig, als Masse von Menschen (Bevölkerung eines Landes, in diesem Fall) nicht möglich. Weil die Täter innerhalb der „Deutschen“ Bevölkerung die anderen, die vielleicht etwas anderes wollen, gar nicht „zu Wort“ kommen lassen. Die Täter ziehen die Masse mit in den Abgrund. Täter sein ist sexy. Man kann Parolen brüllen, unbeweisbare Behauptungen aufstellen, man ist Alpha-Tier. Führungsmenschen lieben die „Deutschen“. Sie folgen bedingungslos.

Täter = Alpha-Menschen=Führer. Diese Gleichung  läßt sich beliebig umdrehen.

Dazu: https://www.youtube.com/watch?v=1bFfH2bKAvI

Dr. Maaz: Wie der Mensch zum Mitläufer wird.

Mitläufer sein ist normal, aber krank. Es ist des „Deutschen“ perfekte Lebensform. Es ist die perfekte Lebensform für feige, psychisch kranke Menschen, die nicht mehr wissen, was gut und böse ist und die längst, jahrelang durch Selbstaufgabe innerlich verrottet, zu Tätern geworden sind.  Alleine dadurch, daß sie zum Unrecht schweigen. Aus Angst. Nichtstun macht Menschen zu Tätern.

Aber wen interessiert schon, daß er ein falsches Leben führt, „Deutsche“ schon mal gar nicht. Die „machen einfach so weiter, wie bisher“. Sie können auch nur das. Deshalb wird dieses „immer weiter so“, welches in seiner Kernaussage nichts anderes bedeutet als der Kanzlerin beliebter Satz: „Wir schaffen das“, in den Untergang führen.

So referiert Wolfgang Brehm im oben erwähnten Video auch, „wir würden nicht artgerecht gehalten“. Ja, was ist das denn für eine Aussage. Wir sind Menschen, und keine Hunde, und nicht vergleichbar mit Tieren; Menschen sollten zumindest dahin gehend eine Art (ich nenne es mal so) höheres Bewußtsein haben, mit dem sie fähig sind, strukturelle Probleme zu erkennen und zu verändern. Ein Hund kann das nicht. Ein Hund ist ein bedingungsloses Rudeltier. Aber ein höher entwickelter Mensch kann das. Oder zumindest sollte er es können. Wenn ich mich so umsehe, bin ich allerdings der Meinung, 90 Prozent der Menschen können dies nicht (mehr). (Habe den Brehm nicht zu Ende gesehen, das war ein schwaches Video, so sehr ich Wolfgangs Videos auch schätze, muß das hier gesagt werden.)

Der Mensch hat ein Bewußtsein und das unterscheidet ihn vom Tier!

Bitte mal über das Wort Bewußtheit nachdenken. Falls möglich. Danke. Grundvoraussetzung zum Denken ist allerdings, daß man die typisch deutsche Unart, irgendwo einen Schuldigen zu suchen und zu finden, unterläßt.

Neue Heimat Kyffhäuser

In der Krise ist die Sündenbocktheorie sehr verführerisch

https://kurier.at/wirtschaft/globalisierungskritiker-jean-ziegler-dritter-weltkrieg-laeuft-laengst/254.067.101

Schuld sind… die „Linken“, die „Antifa“. Die „Ausländer“, die „Flüchtlinge“. Die „Migranten“. Die „Rentner“ (die wählen alle die sogenannte Einheitspartei, wurde mir gesagt). Die Frauen (die standen alle schon mal am Bahnhof und haben Flüchtlingen Teddybären zugeworfen). Außerdem lassen „die Frauen“ mich (Deutsch-Michel) nicht ran, das ist doppelt schlimm, hat mir letztens einer gesagt. Klar sind „die Frauen“ das alles schuld.  Wer denn sonst!

Satire Ende? Nein. Deutschland ist krank. Die Bevölkerung ist krank. Sie wählt 20 Jahre dasselbe und wundert sich dann über die Konsequenzen. Aber Schuld sind ja immer die anderen, nie der Michel selbst. Einmal habe ich es gewagt, als Rentner, der ich ja nun mal bin, zu sagen: „ich bin Rentner und ich habe keine Einheitspartei gewählt“. Diese eine Äußerung hat üble Folgen für mich gehabt. Ich wurde bedroht, beschimpft, und als ich mich gegen diese Drecksdeutschen wehrte, aus der Gruppe, wo das stattfand, ausgeschlossen.

Der „deutsche“ Drecksnazi (und das sind fast alle, man hat ja geschickt den Hass in der deutsch-dummen Bevölkerung geschürt) ist kollektiv krank und nicht mehr zurechnungsfähig. Schon gar nicht ist er fähig, sich selbst kritisch anzusehen. Menschen mit kollektiver Neurose sind zur Selbstkritik nicht fähig. Tippt man solche neurotischen Menschen auch nur vorsichtig an, vielleicht, weil man sie auf etwas hinweisen will, dann explodieren sie vor Wut und Hass. Sie fühlen sich ständig angesprochen und „gemeint“. Krank, einfach nur krank.

Das Kapitel über Rudi Dutschke kannte ich nicht. Hier bitte, falls nötig, Geschichtskenntnisse auffrischen:

 

Überhaupt wird alles, was anständig links ist, von uns ferngehalten. Links hat gefälligst schäbig zu sein, so, wie die Antifa. Die Antifa ist abschreckend, taugt als Hass-Objekt, deshalb darf sie weiter bestehen und wird weiter finanziert. Überhaupt, Hass. Alles was dem Hass dient, darf weiter machen, wird unterstützt, alles, was vernünftig ist, Lösungen bringen könnte, Menschen (-gruppen) einen könnte, wird verhindert, notfalls zerstört. Dafür hat man V-Leute. „Sowas“ (zersetzen/zerstören) macht „man“ nicht öffentlich. Natürlich gibt es viele Menschen im Netz, die so etwas nicht glauben. Na ja. Aber solche Naivlinge sollten hier nicht lesen.

Zurück zum Stimmungsaufbau und dem Hass:

Man hat die mediale Stimmung gegen das, was laut der Medien „links“ ist, so dermaßen aufgebaut, daß sich keiner mehr Dokus über… zb. Dutschke ansehen mag. Liest man Kommentare, fällt auf, wie erschreckend dumm die Leute sind, und, ganz wichtig: voller Hass.

Wir sind weiter denn je vom Frieden entfernt. Ich glaube, Deutschland ist nicht mehr zu retten, aber das liegt am Michel selbst, und der ist nicht beeinflußbar. Neurotiker, Hassende, kann man nicht überzeugen. Dutschke hatte es einfacher, 1968. Da war es noch  nicht so schlimm wie heute. Auch war damals die Musik noch besser.

Das ist aber nicht wichtig angesichts der Zahlen, die Jean Ziegler im oben verlinkten Interview präsentiert. Als ich das halbe Jahr bei occupy Köln war, standen wir auf der Straße, ich erinnere mich noch gut, am Ebertplatz, direkt vor dem Torbogen, und ich hatte ein Plakat mit einem verhungerten Kind dabei, auf dem stand, daß täglich 20.000 Kinder an Hunger sterben. Einer meiner damaligen Mitstreiter meinte dazu, „so etwas würden die Leute nicht mehr sehen wollen“, „das wäre out“. Die Deutsche Bank, da gab es noch einen Zusammenhang, die verdient Millionen mit Nahrungsmittelspekulationen, und jeder, der diese Bank unterstützt, unterstützt damit den Hungertod der Tausende Kinder. Darauf wies mein Plakat auch hin. Das war damals also schon out. Das wollte und will keiner wissen. Wo ist da die Moral. Wenn doch angeblich so viele aufwachen – diesen Käu muß ich mir schon mehrere Jahre anhören – es gibt kein Aufwachen OHNE die unmittelbar darauf folgende Handlung, die aus dem Aufwachen entsteht!

Wer nichts tut, ist auch nicht aufgewacht, so einfach ist das!

Ja, und wo sind sie alle, die Aufgewachten? Ich sehe keinen. Hier in der tiefsten Thüringer Provinz sowieso nicht, aber in Köln war das auch nicht viel anders. Ja, die Fremden, die demonstrierten dort noch, aber doch nicht der fette, ängstliche, neurotische Michel. Und die HartzVier-Leute, die sind eh längst kaputt, die wurden damals schon, bei H4-Einführung, vom Staat aufgegeben und vom Rest der noch wohlhabenden sogenannten „Bürger“ vergessen. Diese armen Leute kann man abschreiben. Da passiert nichts mehr. Ich weiß ja selber wie das ist, wenn man jahrelang so wenig Geld zur Verfügung hat – es geht einfach nichts mehr. Armut zieht runter und macht krank und läßt eher sterben, das ist die Tragödige.

Zurück zum Thema: Aufwachen ohne Handlung ist kein Aufwachen. Da ich keine Aufgewachten an ihrem Tun erkennen kann, da ich keine sehe, und ich sehe noch sehr gut, gibt es sie auch nicht. Thema beendet. Wer mir nochmal damit kommt, es wären ja so viele aufgewacht, den lache ich aus.

Der „deutsche“ Drecksnazi sucht derweil neue Schuldige. Das macht ihm Spaß und Freude, er kann schön seinen Haß abreagieren, ohne sich dabei selbst zu gefährden. Irgendein Opfer findet sich immer. Das ist die kollektive Neurose. Nur deshalb ist die Gewalt in Deutschland so groß, die keiner mehr als Gewalt bezeichnen mag, weil sich alle längst daran gewöhnt haben. Wenn alle gewalttätig sind, ist der Friedliche die Ausnahme, der „psychisch kranke“. Psychologisch werden so aus ewigen Opfern, bzw. den Überlebenden der Opfer, Täter. Und die empfinden das auch völlig normal. Daß sie Täter sind. Sie kennen es ja nicht anders. Aber die Neurose wuchert in ihnen. Sie sind deshalb leicht, zu lenken. Deshalb wird Deutschland untergehen, einzig und alleine deshalb. Es gibt keinen anderen Grund. Der Grund liegt nicht im „Außen“, und schon gar nicht gibt es Schuldige – außer dem Michel selbst – für Deutschlands Untergang.

Das ist aber auch egal.  Nationen sind eh nur künstliche Gebilde. Völker sind vermischt. Der wahre Kampf wird woanders geführt.  Vom wahren Kampf aber wird geschickt abgelenkt, indem man des dummdeutschen Michels Ego ein bisschen triezt und ihm wieder mal ein paar neue Schuldige vor die Nase setzt. Klappt immer. Wetten?

Neue Heimat Kyffhäuser

 

Kristallnaach

 

Kristallnaach

Et kütt vüür, dat ich mein, dat jet klirrt,
Dat sich irjendjet enn mich verirrt,
E’ Jeräusch, nit ens laut,
Manchmohl klirrt et vertraut,
Selden su, dat mer’t direk durchschaut.
Mer weed wach, rief die Auren un sieht
Enn ’nem Bild zweschen Breughel un Bosch
Kei Minsch, dä öm Sirene jet jitt,
Weil Entwarnung nur halv su vill koss.
Et rüsch noh Kristallnaach.

Enn der Ruhe vüürm Sturm, wat ess dat?
Janz klammheimlich verlööß wer die Stadt,
Honratioren inkognito
Hasten vorbei,
Offiziell sinn die nit jähn dobei,
Wenn die Volksseele, allzeit bereit,
Richtung Siedepunkt wütet un schreit:
“Heil Halali“, un jrenzenlos geil
Noh Vergeltung brüllt, zitternd vüür Neid,
Enn der Kristallnaach.

Doch die alles, wat anders ess, stührt,
Die mem Strom schwemme, wie’t sich jehührt,
Für die Schwule Verbrecher sinn,
Ausländer Aussatz sinn,
Bruuchen wer, der se verführt.
Un dann rettet kein Kavallerie,
Keine Zorro kömmert sich do dröm,
Dä piss höchstens e’ „Z“ enn dä Schnie
Un fällt lallend vüür Lässigkeit öm:
“Na un? Kristallnaach!“

Enn dä Kirch met dä Franz Kafka-Uhr
– Ohne Zeijer, met Striche drop nur –
Lies ’ne Blinde ’nem Taube
“Struwwelpeter“ vüür,
Hinger dreifach verriejelter Düür,
Un dä Wächter mem Schlüsselbund hällt
Sich em Ähnz für jet wie e’ Genie,
Weil e’ Auswääje pulverisiert
Un verkäuf jääjen Klaustrophobie
Enn der Kristallnaach.

Währenddessen, om Maatplatz vielleich,
Unmaskiert, hück mem wohre Jeseech,
Sammelt Stein, schlief et Mezz
Op die, die schon verpetz,
Prob dä Lynch-Mob für’t Jüngste Jereech.
Un zom Laade nur flüchtig vertäut,
Die Galeeren stonn längs unger Dampf,
Weed em Hafen op Sklaven jewaat,
Op dä Schrott uss däm unjleiche Kampf
Uss der Kristallnaach.

Do, wo Darwin für alles herhällt,
Ob mer Minsche verdriev oder quält,
Do, wo hinger Macht Jeld ess,
Wo Starksinn die Welt ess,
Vun Kusche un Strammstonn entstellt,
Wo mer Hymnen om Kamm sujar blööß,
Enn barbarischer Gier noh Profit
“Hosianna“ un „Kreuzigt ihn“ rööf,
Wemmer irjendne Vorteil drin sieht,
Ess täglich Kristallnaach.
Nur noch Kristallnaach.

Quelle und Übersetzung: http://www.bap.de/start/musik/songtexte/titel/kristallnaach

Teutoburgs Wälder