Lebewohl, Schnurres!

Leider mußte ich meinen Kater Schnurres heute morgen nach 9 Jahren gemeinsamem Lebenswegs einschläfern lassen.

Die Tierärztin war sehr nett, behutsam, sagte mir aber direkt, als sie den Kater, der nur noch ein Häufchen Elend war, ansah, daß das Tier einen schweren Nierenschaden hat und höchstwahrscheinlich keine Chance mehr besteht. Sie bot mir an, ihm eine Infusion zu geben, aber meinte sofort, daß selbst wenn ich jeden Tag mit dem Kater in die Praxis kommen würe, und er jeden Tag eine solche Infusion erhalten würde, sie selbst keine Chance mehr für das Tier sähe. Dazu wäre dann der Transportweg gekommen, ich hätte den Kater jeden Tag mit dem Fahrrad und Anhänger ca 4 Kilometer zum Tierarzt fahren müssen, was eine große Belastung für das Tier gewesen wäre. Mit nicht sehr viel Aussicht auf Erfolg. Nierenschaden, das meinte sie, wäre wie beim Menschen auch beim Tier schlimm, deshalb muß der Mensch ja dann an die Dialyse, weil die Nieren ihrer Aufgabe nicht mehr nachkommen können und sich der Körper langsam selbst vergiftet.

Im Sommer war mir schon aufgefallen, daß sein Fell sehr struppig wurde, und er quasi in „Dauerhaarung“ war. Vorige Woche bekam er dann noch einen Abszess am Kopf, der sich dann ab Montag aber selbst gelöst hat. Die Tierärztin meinte zum Abszess, das „wäre nichts“, das hätte der Körper selbst erledigt, aber daß das Tier eben zu schwach sei, sich aufgrund der Nieren nochmal zu erholen. Also haben wir den Schnurres dann schweren Herzens eingeschläfert. Er hatte ein gutes Katzenleben, darauf habe ich immer geachtet.

Als er noch mit mir in Köln wohnte, zusammen mit seinem vor Jahren verstorbenen Kumpelkater Kügeli, mußte er leider in einer Wohnung leben. Dies hat ihm schon als Welpe nicht gefallen, und er hat mir regelmäßig, aus Langeweile, die Kakteen ausgebuddelt. Wovon ich damals nicht so begeistert war. Er war von Anfang an sehr scheu und das hat sich nie geändert. Schon der erste Tierarztgang war ein Drama, und deshalb habe ich es immer vermieden, das Tier einzupacken und unnötigerweise zum Arzt zu schleppen. Deshalb hatte er auch nur die eine Impfung, das hat ihm nie geschadet, im Gegenteil, er war immer gesund. Hier in Sondershausen sind dann beide Kater schnell in den Garten umgesiedelt worden, da ich von Wohnungshaltung für Katzen nicht so viel halte. Im Hanggarten oben hat Schnurres noch drei Jahre gelebt, frei, wild, ohne Zwang, buddelnd, Mäuse fangend und auch fressend, also eben so, wie eine Katze leben soll. Das ist gut. Ich habe mein Möglichstes für dieses Tier getan.

Schnurres vor drei Jahren
Katerleben
Schnurres, schon leicht müde, diesen Sommer

Lebe wohl, Schnurres!

6 Gedanken zu “Lebewohl, Schnurres!

  1. Werner aus Austria

    Vielleicht würde Schnurres noch weitere Jahre durchhalten, wenn er teuer repariert worden wäre . Meine Katze hatte auch Nierenprobleme. Reparatur hat 500.- gekostet . Das hat der Tierarzt dir auch angeboten. Das Angebot einschläfern und beseitigen hat 90.- gekostet.

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    1. Die Tierärztin, die relativ schnell mein Vertrauen hatte, weil sie sich das Tier, im Käfig sitzend, lange angeschaut hat, hat mir erklärt, sie sehe keine Chance mehr für das Tier.
      Sie bot mir Infusionen an, täglich, aber, wie sie sagte, „ohne Aussicht auf Erfolg“. Weil der Kater einfach zu sehr abgemagert war; wegen des Abszesses hatte er ja nicht mehr gefressen. Die Nierenprobleme hatte sie ihm innerhalb von 2 Sekunden diagnostiziert, – was ich ja auch bestätigen konnte aufgrund meiner Erfahrungen mit dem Tier.
      Und dieser Tierärztin habe ich dann auch vertraut. Andere Tierärzte aufzusuchen, war nicht möglich.

      Der Kater hatte keinen Lebenswillen mehr. Wenn man Tieren in die Augen sieht, erkennt man diese abgrundtiefe Müdigkeit, die mit Nierenproblemen einher geht.
      Ich habe das erkannt und das Tier erlöst.
      Die Tierärztin hat mehrfach extra betont, daß sie am Einschläfern am Wenigsten verdient. Insofern verdient solch ein Arzt Hochachtung. Solche Tierärzte sind selten und sollten weiter empfohlen werden, im Gegensatz zu ihren abzockenden Kollegen.

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  2. Anna Tolien

    https://gedankenwelt.de/die-legende-der-regenbogenbruecke-der-himmel-unserer-haustiere/

    https://gedankenwelt.de/wp-content/uploads/2017/10/regenbogenbruecke.jpg?auto=webp&quality=30&width=1920&crop=16:9,smart,safe

    Das wurde meiner Katze in einer Kleinstadt im hinteren Sachsen unverhofft zuteil.
    https://www.thp-holzmann.de/euthanasie-mit-t61
    https://t61-laboranalyse.de
    [{link gelöscht da nicht mehr als drei erlaubt]
    Sie hatte CNI aufgrund einer Vergiftung, wurde aber vor dem Opferritual nicht einmal untersucht. Die Tierärztin war samt ihrer Helferin, die meine Aufmerksamkeit vom rumhantieren und Spritzen aufziehen ablenkte, geil auf Abmetzeln. Sadismus ist das eine, Satanismus das andere. T61 war in der DDR mal das Mittel der Wahl für das Abmurksen von Haustieren. Mittlerweile seltener, aber leider immer noch. Besonders in der Massentierhaltung und in KZ mit Milchkühen. Das Tierleid ist gewollt. Wie u. a. bei den üblen Tiertransporten. Leiden. Negative Energien.

    „Grausamkeit gegen Tiere kann weder bei wahrer Bildung noch wahrer Gelehrsamkeit bestehen. Sie ist eines der kennzeichnenden Laster eines niederen und unedlen Volkes.“
    ― Alexander von Humboldt

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      1. Anna Tolien

        Ganz einfach: es sollte ein Hinweis sein, daß es auch ganz anders laufen kann als mit Ihrem Schnurres. Er hatte sozusagen Glück. Viele andere haben das nicht, weil die wenigsten Leute von T61 wissen.
        Wer beim TA vorher nicht fragt, welches Mittel zum Töten – und es ist immer eine Tötung – zum Einsatz kommt, dann kann das Tier Pech haben.

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