Strauß zu Honecker 1983: Wir machen die Mauer auf?

Oder: Was ist dran an der „vom Volk erfochtenen deutschen Wiedervereinigung“?

Es existiert ein schlechtes Filmchen über das Thema, in dem ein „Friedhelm Nuschke“ erzählt, Honecker habe sich mit Kohl getroffen, und man habe dabei den Plan geschmiedet, die Mauer aufzumachen. Gegen Bares, versteht sich. Recherchiert man die Namen „Friedhelm Nuschke“, „Günther Herrmann“ (angeblicher Fahrer Honeckers, kommt auch in diesem Filmchen vor), und andere Sichtworte zum Thema, findet man im Netz nichts außer einem Artikel von achgut, der sich aber auf die Frage, ob Merkel Stasi-Mitarbeiterin gewesen sei, konzentriert, und nicht auf die Frage, wer hat zugelassen oder ermöglicht, daß die Mauer fällt bzw. Deutschland „wiedervereinigt“ wird. (Ich schreibe „wiedervereinigt“ in Anführungszeichen, aus Gründen die klar sein dürften.) Das Filmchen ist wohl gefälscht.

Von Bekannten, die damals unweit der Grenze in Hessen wohnten, habe ich erfahren, daß zur Zeit der Grenzöffnung die eigentliche Grenze nicht mehr bewacht war, d.h. es gab dort keinerlei militärische Hindernisse mehr, egal für wen, die Grenze zu überqueren. Dies sei schon am Tag vor der „Maueröffnung“ der Fall gewesen. Daraus läßt sich schließen, daß man beim Militär auf beiden Seiten vorher von dem, was kommen würde, wußte. Oder warum sonst war die Grenze an diesem Tag unbewacht?

Interessante Dinge findet man bei meiner Liebingsquellenseite, Lübeck Kunterbunt.

Hier: http://www.luebeck-kunterbunt.de/Geschi/Wiedervereinigung3.htm

Zitat:

Der Zusammenbruch der DDR und der Mauerfall kamen völlig überraschend. Kohl nutzte die Gunst der Stunde und leitete die deutsche Wiedervereinigung ein. Das ist die offizielle Lesart bis heute. Dieses Buch macht mit der Legende Schluß: Die Wende war tatsächlich das Resultat langjähri­ger Verhandlungen und geheim­dienstlich gesteuerter Aktionen zwischen West und Ost.

Ein Polit-Krimi ersten Ranges: Was geschah hinter den Kulis­sen? Warum mußten von Braunmühl, Herrhausen und Rohwedder sterben? Und wo blieben die Devisenmilliarden der DDR?

Ferdinand Kroh: Wendemanöver gebunden 343 Seiten     19.90 €

Quelle: KOPP Verlag – Katalog Juni 2007 / Seite 53

Das Buch ist – offenbar von den unschwer erkennbaren interessierten Kreisen – weitgehend vom Markt genommen worden. Wenn es gebraucht/antiquarisch angeboten wird, meist zu Preisen ab 150 Euro aufwärts. Der interessierte Leser kann sich jedoch ohne diesen kaum erschwinglichen Kostenaufwand einen guten Überblick durch

http://www.linksnet.de/de/rezension/19809

verschaffen.“ZITAT ENDE, der Link zur Rezension dieses Buches ist noch aktuell.

Zweite Quelle Lübeck Kunterbunt, dort steht mehr oder weniger das Gleiche und ein bisschen mehr:

http://www.luebeck-kunterbunt.de/Geschi/Wiedervereinigung.htm

ZITAT:

„Zur ersten Montagsdemo in Leipzig erschie­nen nur die Stasi-Genossen, die als DAS VOLK gekleidet und „getarnt“ waren. Später kamen immer mehr Menschen dazu; aber alle Montagsdemos verliefen immer unter der Kontrolle der Stasi. Der gesamte Vorgang der Annexion der DDR wurde unter einer engen Zusammenarbeit zwischen dem KGB und der CIA kontrolliert und überwacht.“

Iwan Götz – nach eigenen Angaben ehemaliger Verbindungsoffizier zwischen KGB und MfS

„Markus Wolf blieb immer Herr des Spiels“

Milt Bearden – CIA-Agent / während der Wende Leiter des CIA-Büros in Bonn (DER SPIEGEL 36/2003/122)

„Als die Menschenmenge die Normannenstraße gestürmt hatte, wurde (CIA-Agent David) Rolph den leisen Verdacht nicht los, die Stasi habe das womöglich selbst angezettelt.“

Milt Bearden – CIA-Agent / während der Wende Leiter des CIA-Büros in Bonn (DER SPIEGEL 36/2003/120)

„Wolf wurde gefragt, ob er bereit wäre, sich mit Vertretern der CIA zu treffen. Er antwortete: Ja, er werde sich gern anhören, was wir zu sagen hätten. Wolf war inzwischen mit einem solchen Vorgang vertraut. Bereits im Mai (1990) hatte er von den Westdeutschen ein ähnliches Angebot erhalten: ‚Teilen Sie uns Ihre Spitzenquellen in Westdeutschland mit, wir stellen jede Strafverfolgung gegen Sie ein und machen Sie zum reichen Mann’, hatte sie ihm gesagt und gehofft, ihn mit dem Köder materieller und persönlicher Sicherheit in Versuchung zu führen. Wolf hatte sich das Angebot geduldig angehört und dann abgelehnt.“

Milt Bearden – CIA-Agent / während der Wende Leiter des CIA-Büros in Bonn (DER SPIEGEL 36/2003/122)

„Er (Milt Bearden) beendete seine Karriere als Leiter des CIA-Büros in Bonn und erhielt dort das Bundesverdienstkreuz, einen Orden, der keinem anderen CIA-Chef in Deutschland je verliehen wurde.“

DER SPIEGEL 36 / 2003 / 118“ ZITAT ENDE

Fazit: Schwieriges Thema und kaum mehr Quellen dazu zu finden, weil alles gelöscht wurde. Ich denke aber, es kann davon ausgegangen werden, daß die sogenannte Wiedervereinigung zumindest von den Eliten gewollt war, sonst wäre sie nie geschehen. Inwieweit man dann aktiv daran mit gewirkt hat, ist offen, scheint aber sehr wahrscheinlich.

Von alleine wären die „Bürger“ damals niemals auf die Idee gekommen, mittels „Montagsdemos“ Veränderung herbei zu führen.

Diese Geschichtslügen werden aber unter sogenannten „Bürgerrechtlern“ (da fällt mir als erstes Vera Lengsfeld ein) gerne verbreitet.

Wider besseres Wissen? Ich denke – dies ist aber „nur“ meine Meinung – eine V. Lengsfeld, die ja dabei war, wird schon genau wissen, was damals warum geschah. Und sie wird auch wissen, warum sie darüber wie auch immer, kommuniziert, bzw. die Lüge von der vom Volk herbei geführten Wende am Leben erhält.

Nun bekommt die Geschichte neues „Futter“, von ganz unerwarteter Seite:

Thorsten Schulte dazu: https://www.youtube.com/watch?v=-bo_RcGbKvw

Das bestätigt letzten Endes die obigen Quellen aus lübeck kunterbunt. Die sogenannte „Wiedervereinigung“ war im Rahmen der paneuropäischen Idee geplant und wurde so durch gezogen. Das Volk hat man belogen, und ihm Honig ums Maul geschmiert, indem man die Geschichte der „durch Demos erkämpften Wiedervereinigung“ medial verbreitet hat.

Das Problem ist: die Ossis glauben da immer noch dran. Und dieser Irrglaube ist ein Teil ihrer politischen Dummheit, ihrer grandiosen narzisstischen Selbstüberschätzung.

KeineHeimatKyffhäuser

3 Gedanken zu “Strauß zu Honecker 1983: Wir machen die Mauer auf?

  1. Zu dem genannten „Filmchen“ hatten wir schon mal auf unseren Artikel verwiesen, in dem wir klarstellen, dass es sich um eine (nicht sonderlich gut gemachte) Satire handelt:

    https://speerspitzedeswiderstands.wordpress.com/2021/05/08/fake-news/

    Dass es so abgelaufen ist wie oben beschrieben (entschieden, Scheinwiderstand durch Agenten initialisiert, politisch umgesetzt, Militär heimlich informiert – und das doofe Volk denkt, es hätte etwas gegen den Willen der Machthaber erreicht) halten wir aber für sehr, sehr wahrscheinlich. Vielen Dank für die neuen Hinweise zu dem Thema!

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