So ein Garten, der ist lustig, so ein Garten, der macht Spaß …

1.Zustand 2018:

Übernommen habe ich den Garten im Jahr 2018 im Juli. Der Garten war völlig verwildert. Die Wege waren kaum begehbar vor lauter Unkraut und Wildblumen. Der Garten ist rechteckig und schlauchförmig, lang gestreckt. Der Hauptweg zieht sich vom Eingang durch das gesamte Rechteck gerade nach hinten, zum Misthaufen.

Ab Eingang: Das Beet rechts bestand aus einer wilden Wiese, es war zum Glück vom Nachbarn einmal mit der Motorsense bearbeitet worden, denn sonst hätten sich dort auch Wildstauden, vor allen Dingen Goldrute, Stockrose, Mädchenauge und Disteln, ungehindert breit machen können. Das linke Beet bestand aus einem uralten Apfelbaum, einer trockenen kleinen Zierweide, einer ebenso trockenen höheren Korkenzieherweide, einem verwilderten Fliederbusch und einem recht jungen Walnußbaum. Da ich Nußbäume nicht brauche und auch nicht mag, habe ich den Nußbaum als erstes zurück geschnitten/gesägt. Die Reste stehen heute noch. Unter den Bäumen hohes Gras.

Linke Seite, gut erkennbar der noch teilweise überwucherte Weg, die tote Weide rechts, die dann auch wieder austrieb.

Dann folgte auf der linken Seite ein schmales Himbeerbeet und daran anschließend eine Art „verwilderter Ecke“, begrenzt durch eine Ligusterhecke, uralt, zur Terrasse, die der Hütte, die dann daran anschließt, vorgelagert ist.

Reste Ligusterhecke und Terrasse

Auf der rechten Seite des Gartens war im vorderen Teil faktisch nur Acker, durchsetzt mit Wildstauden. Begrenzt wurde die rechte Seite ungefähr auf Höhe der Terrasse, durch eine mächtige Forsythienhecke, ca 5 Meter breit, 3 Meter hoch. Hinter dieser Hecke befand sich eine Holzbank am Zaun zum rechten Nachbarn. Unsinnig! So eine Bank kann man so im Schatten nicht nutzen. Ich beschloß, das unbedingt zu ändern. Vor der Bank Wiese, durchsetzt mit Ameisenhaufen.

Reste Ligusterhecke und Bank

Dann folgte auf der rechten Seite wieder Wildwuchs. Hier hatte jemand ganz klar einfach alles wachsen lassen. Das Ergebnis: an dem Maschendraht, parallel zum Weg und zur Hütte links, der wohl als Sichtschutz zur Nachbarhütte gedacht war, wucherte eine Art Winde, pinkfarben. Später kam dann noch die Blaue Winde hinzu. Vor dem Draht, also zum rechten Nachbarn hin, gab es eine Wildwiese, durchsetzt mit Wildem Wein. Rechts am Rand zum Nachbarn stand ein Mast (?), von dem ich nicht wußte, was der für eine Funktion hatte, ich fragte dann später mal den Vorpächter, der konnte mir darauf auch keine Antwort geben. Dieser Mast, eigentlich waren es zwei Masten, verbunden mit Brettern, war total zugewachsen mit Wildem Wein, im Sommer konnte man den Mast gar nicht als solchen erkennen.

Auf der linken Seite kommt dann die Hütte. Total zugewachsen mit Wildem Wein. Hinter der Hütte schmiegt sich eine Art Schuppen an, ebenfalls zugewachsen mit Wildem Wein. Die Dächer schienen in Ordnung zu sein. Auf der linken Seite folgte dann erneut ein Stück „Wildwuchs“, durchsetzt mit Himbeeren und Brombeeren, natürlich auch das übliche Unkraut: Brennesseln, Disteln, und überall Goldrute.  Dann schließt sich auf der linken Seite das Gewächshaus, ca 4 Meter lang, Scheiben und Tür noch in Ordnung, also funktionsfähig, an. Der Rest hinter dem Gewächshaus, ca 2 Meter, ist schattig, dort wuchs noch Gras und das entsprechene Unkraut, natürlich auch Wilder Wein.

Zwischen Hütte und Gewächshaus. Deutlich zu sehen die Massen des Wilden Weins, die den hinteren Teil des Gartens fast ganz überwuchert hatten.

Der gesamte linke Gartenrand war also ab der Höhe der Hütte, nach hinten zur Kopfseite hin, mit Wildem Wein zugewachsen. Sämtliche Zäune, Holz- und Maschendrahtzäune waren überwuchert. Von der Hütte hatte sich der Wilde Wein über die Dachrinne und den Sichtschutz-Maschendraht auf die rechte Seite des Gartens weiter verbreitet.

Dort schloß sich dann noch – man ahnt es schon – ein Wildes Beet an, mit allen möglichen Stauden, die ich eigenlich auch nicht brauche, u.a. Rudbeckia, also alles, was in Sonne und Trockenheit gut wächst. Ganz rechts am Rand steht eine verwilderte Brombeere, stachellos, sehr lecker. An der Kopfseite am Garten, hinten, befand sich der – viel zu kleine – Misthaufen.

Blick von der Hütte (links) nach hinten, rechts das wilde Beet, am Rand rechts der Maschendraht-Sichtschutz, hinten links das Gewächshaus, ganz hinten der Misthaufen.

In diesem Zustand war der Garten, als ich ihn übernahm. Größe ca 315 m2. Für eine Person sicherlich zu viel. Aber von der Lage her ist der Garten optimal, es gibt einen Brunnen, der mit einer Pumpe betrieben wird, was ja nicht viel kostet. und Strom ist zwar vorhanden, brauche ich aber kaum.

2. Veränderungen:

Nußbaum an Weiterwuchs hindern, dh. alles zurück schneiden/sägen. Der Stummel steht heute noch da, ist auch teilweise zum Arbeiten ganz nützlich, so kann man zb. die Anhängerdeichsel dort einhängen, dann steht der Anhänger gerade.

Liguster finde ich HÄSSLICH und er sah auch häßlich aus. Der Liguster kam also weg. Ließ sich gut schneiden, mit der Heckenschere. Die Strünke habe ich dann ausgegraben, das ging teilweise sehr leicht. Dort steht immer noch eine Heckenrose, die ich aber auch noch entfernen werde, da mir die zu groß wird.

Reste Liguster. Links zum Nachbarn habe ich da schon alles ausgegraben. Vorne und in Bildmitte deutlich zu erkennen den Rest des Unkrauts, v.allem Giersch. Hinten am Zaun der armdicke Wilde Wein.

Die Forsythie rechts: Das war das Schlimmste. Ich weiß nicht, wie lange ich dafür gebraucht habe, aber ich habe sie raus, inkl. Wurzeln und dort ist heute ein schönes Beet mit einem Ahorn. Hat wochenlang gedauert. Das Schnittgut habe ich klein geschnitten und über die Wochen und Monate in der Natur verteilt.

Blick nach hinten, rechts die Forsythie bzw. was von ihr zum Zeitpunkt des Fotos noch übrig war. Die Bank ist so nicht sichtbar, weil hinter dem Gehölz. Heute ist dort ein Blumenbeet mit einem Japanischen Ahorn.

So sieht das heute aus:

Beet mit Ahorn, Tagetes, Sonnenstauden, hinten links die Hütte.

Frühbeet aus Steinen erstellt – einfach.

Ränder zum rechten Nachbarn: Hier sollen Blumenbeete sein – umgegraben, mit Stauden besetzt.

Am Eingang rechts und links: Alles weggemacht, u.a. diese ekelige „Palmlilie“, die wächst hier wie jeck, ich finde dieses Gewächs dämlich, weil das hier gar nicht hin gehört. Hat aber entsetzliche Wurzeln und gibt viel Abfall. Mein Misthaufen war natürlich längst über gequollen, so daß ich einen zweiten Haufen auf dem Stück links hinten zwischen Hütte und Gewächshaus angelegt habe. Am Eingang rechts Neupflanzung: Kanadische Felsenbirne (hatte ich noch im anderen Garten), Unterbepflanzung: Efeu, Glockenblume, Farn, Primel, Fingerhut, bis auf Letzteres wächst das alles hier sehr gut. Und Geißblatt.

Eingang links: Ebenso alles weggemacht, wie gehabt, Neubepflanzung aus Pflanzen aus dem anderen Garten, u.a. Japanischer Feuerdorn, Maiglöcken (da ist es schattig wegen des Zauns), Efeu, Jelängerjelieber, Immergrün, Primel, Zwiebeln, und drei kleine Weißdorn-Setzlinge zum Rand hin, die ich woanders ausgegraben hatte.

Weg überall sauber gemacht. D.h. alles zurück geschnitten, was da zwischen den Platten wuchs. Dann Platten hoch und Wurzeln raus. Schinderarbeit. Knochen kaputt. Für den gesamten Weg habe ich über ein Jahr gebraucht. Vorne wird der Weg jetzt erweitert, weil er mir zu schmal ist.

Rechts und links vom Weg: Blumenbeet. Auch steht wieder die mistige Palmlilie. Entfernt. Alte Kletterrose, pink, ich mag kein Pink: Entfernt. Leider sehr viel Giersch dazwischen, den kriegt man kaum raus. Der Vorpächter muß viel gesoffen haben. Er hatte dieses Beet mit 1-Liter-Glasflaschen eingezäunt. Köpfe nach unten. Diese Glasflaschen habe ich in mühseliger Kleinarbeit als erstes entfernen müssen => Glascontainer.

Kleine Weide: Ausgegraben vorigen Sommer. Das war leicht.

Große trockene Korkenzieherweide: Im Oktober entfernt. War etwas mehr Arbeit. Dort am Rand zum linken Nachbarn steht jetzt ein Hibiskus, den ich geschenkt bekommen habe.

Links folgt dann das Himbeerbeet. Das mußte und muß auch immer wieder mal sauber gemacht werden, da die Akeleien hier wie Wildwuchs wachsen und gerade in den Schattenecken gerne immer wieder neu aussäen. Die Himbeeren sind hellgelb-weißlich, sehr dick und lecker. Diese Sorte kenne ich nicht. Werde sie weiter vermehren.

Die daraufhin folgende wilde Ecke machte besonders viel Arbeit, weil dort im Boden dicke Steine (Beton?), Ziegelsteine und Glas, vorzugsweise zersplittert, eingegraben war. Darüber gewachsen war alles, was in Sonne wächst, ja, trockenheitsverträglich ist, vor allen Dingen Wollziest. Das habe ich alles weg gemacht, die Steine, so weit es ging, ausgegraben. Ein paar sehr dicke sind immer noch drin. Das sind jetzt Trittsteine. Am Rand zum linken Nachbarn befand sich auch Liguster, Heckenrose, Eonymos, sonstige Sonnenstauden, jede Menge Ameisen, einfach nur eine Schinderei, das alles weg zu machen. Zur Krönung des Ganzen hatte der Vorpächter da ein Metallgestell, in das man große Müllsäcke einpassen kann, ganz tief im Boden eingegraben. Das wollte ich natürlich weg haben. Hat lange gedauert, das auszugraben.

An die Stelle des Liguster setzte ich Sträucher, die ich aus dem alten Garten hatte: links Weigelie, in die Ecke Gartenjasmin, dann Sibirischer Hartriegel, dann Spierstrauch. Darunter halt, was wächst, Efeu ist schwierig, weil es da sehr trocken ist. In die Mitte ein Stachelbeerstrauch. Dazwischen, wo noch Platz ist, Erdbeersetzlinge.

Ganz  hinten links hinter dem Gewächshaus, an der Kopfseite, habe ich das Schnittgut, den Holzabfall, den man sägen muß, erstmal gestapelt.

Der Misthaufen mußte aufgeräumt werden, weil dort jemand  sehr viele dicke Holzabfälle rein gekippt hat, die so nicht kompostieren.

Auf der rechten Seite kam dann vor zwei Jahren im Herbst erstmal die Wildwiese zwischen Hütte und dem rechten Nachbar dran; ganz besonders viel Arbeit machte dabei diese wilde Wicke, rosa, die ich überall raus gemacht  habe. Diese Pflanze hat aber sehr tiefe, faserige Wurzeln, und wenn man nicht alles davon ausgräbt, treibt die Pflanze neu aus. Der Maschendrahtzaun wurde neu bepflanzt mit Efeu, Farn, Lilien im Schatten, und so weiter. Auf den frei werdenden Acker habe ich meinen alten Johannisbeerstrauch gesetzt.

Die Brombeere hinten rechts mußte völlig geschnitten und gestutzt werden. Sie hat voriges Jahr auch ein neues Gerüst bekommen.

Das wilde Beet vor der Brombeere habe ich dieses Jahr aufgrund des nassen Wetters im Oktober nicht mehr geschafft, bzw. nur ein Stück davon, dort sollen noch Himbeeren hin.  Auf der Ecke dieses Beetes steht noch ein Rhabarber.  Der rechte Rand dieses hinteren Beetes wurde dann hinten, zum Nachbarn hin, mit einer Schlehe und Brombeeren aus meinem alten Garten bepflanzt.

Mittlerweile sieht mein Garten wieder top aus, er ist einer der gepflegtesten in der gesamten Anlage. Langfristig möchte ich vier Äcker haben, auf denen ich Wechselanbau betreiben kann. Der erste Acker wurde ja im Jahr 2020 bereits benutzt, die anderen vier Äcker müssen natürlich erst einmal umgegraben werden.

Sommer 2020: Blick von vorne. Ich hatte eindeutig zu viele Sonnenblumen!

So weit erstmal.

KeineHeimatKyffhäuser

 

 

Ein Gedanke zu “So ein Garten, der ist lustig, so ein Garten, der macht Spaß …

  1. Eckhard

    Der Herr des Gartens kam, begleitet von einem Gärtner.
    Die Gewächse verstummten. Kriechlinge stellten sich tot. Eine Amsel flatterte auf. Ameisen verzogen sich unter die Erde. Wie jeder Herr eines jeden Gartens wünschte auch dieser sich den seinen sauber geordnet und gepflegt, ohne ungeplant wucherndes Unkraut. Also wies er den Gärtner an, den Garten herzurichten und herauszuputzen. Nach den Wünschen des Gartens fragte er nicht. Ohnehin weis man ja, dass Gärten nur den einzigen Wunsch haben, wieder Wildnis zu werden.

    Kurt Marti ( ev. Theologe)
    Text aus: Im Sternzeichen des Esels

    Liebe geistesverwandte Patriotin,
    danke für Deine Gartenbilder. Deine Arbeitsleitung kann ich nachvollziehen.

    Gib mal bei Google Jürgen Dahl ein.

    Es folgt noch eine E-Post über meine Gartenerfahrungen.

    Lebensregeln: Zwölf Leitworte zur Überwindung und Befreiung des Lebens

    Das Aufstellen allgemeiner Regeln, die wir in dem tausendfältigem Getriebe der Welt, die uns umgibt, unsere Selbstbestimmung am besten wahren, scheint kaum ausführbar zu sein. Wenn ich dies in den nachfolgenden Leitworten unternehme, so bin ich mir bewußt, daß die Berechtigung und der Wert solcher Darlegungen, die mehr Bekenntnisse denn Regeln sind, lediglich im Persönlichen und Erlebtem eine Stütze sind.

    Lebe einfach und mäßig
    Der erste Schritt zur Freiheit und zur Entfaltung höherer Kräfte; je einfacher du dich einrichtest, desto mehr kannst du dir selber leben, desto unabhängiger wirst du sein.

    Sei hart gegen dich selbst
    Verweichlichung erzeugt Schwäche, Krankheit und Leiden; gehe keiner Anstrengung aus Wege und keinem Schmerz, der zur Gesundung und Erstarkung führt. Mache dich unabhängig von dem was die Menschen „Glück“ nennen. Glück und Unglück sind Bewußtseinszustände der inneren Welt, wo diese stark und gesund ist, da wird sie auch des Unglücks Herr.

    Beherrsche deine Sinnlichkeit.
    Gesunde Sinnlichkeit ist gesteigertes Lebensgefühl, löst dauernde innere Freudigkeit, erhöhte Schaffens- und Schöpferlust aus. Wir können und sollen unsere Triebe nicht gewaltsam unterdrücken, wir sollen sie adeln und bleibend Gutem und Geistigem dienstbar machen. Wo aber ungezügelte Begierden herrschen neben Zorn, Neid und Hass, da ist das Tier im Menschen Sieger geblieben und die Freiheit dahin.

    Werde nicht Sklave von Menschen und Dingen.
    Materieller Besitz, äußere Ehren, Rang und Stellung bestimmen nicht den Wert und nicht das Glück des Menschen. Es sind Nebendinge. Bewache nicht mit diesen vergänglichen Gütern, die, als einziges und letztes Ziel erstrebt, eine Quelle tiefen Leids werden können. Baue nicht auf Menschen die Hoffnung deiner Zukunft auf, verlass dich auf niemand als auf dich selbst und deinen Gott.

    Halte Körper, Geist und Seele in steter Uebung.
    Wie du für deine leiblichen Bedürfnisse gute Nahrung suchst, so wähle nicht minder sorgfältig aus, was deinen Geist und deine Seele erhalten und stärken möge, im Gottesdienst der Tat, wie im Gebet, im Verkehr mit guten Genossen, guten Büchern, mit Aufblick zu vorbildlich großen Menschen. Klage nicht über schlechte Sitten und schlechte Zeiten. Die beste Kritik übt der, der selbstlos tätig ein Vollkommenes neben das Unvollkommene stellt.

    Hüte dich vor Zerstreuung.
    Sich zerstreuen heißt sich leer, sich kraftlos machen, heißt ein Spielball werden fremder Einflüsse. Gibt dich nicht ab mit Nichtigem, sonst füllst du deine Seele mit inhaltslosem Zeug und das Bessere, das Eingang sucht, findet keinen Platz mehr. Suche in der Einsamkeit, in der Sammlung deiner Gedanken, die Kraft, das Wahre und Wesenhafte vom Schein zu unterscheiden, aufzunehmen und wenn nötig auch tapfer zu verteidigen.

    Gehe nicht auf in deiner Familie.
    Unterschätze nicht die Bande des Blutes und der Verwandtschaft, denn Bestimmung des Menschen und Pflicht des Menschen gehen über die Familie hinaus. Wer für die Seinen vom eigenem Sein opfert und gibt, lebt doppelt. Aber nur der innerlich Freie kann rechter Helfer und Erzieher sein. Fordere und gibt Freiheit und vergiß nie, daß jeder Mensch eine selbstständige, nur ihm allein eigene Seele besitzt.

    Gehe nicht auf in deinem Beruf.
    Fühle dich mitverantwortlich für die Zustände, die in der Gemeinde und im Staat, denen du angehörst, herrschen, denn Gemeinde und Staat haben wesentlich Anteil an der Güte und Sicherheit des Daches, das dich und die deinen schützt. Sieh zu, wie du dich einrichtest, dein Inneres in der Arbeit des Alltags und in der Sorge um Haus und Hof nicht Schaden leidet, damit du nicht Sklave wirst deines Berufes und deiner Geschäfte.

    Gehe nicht auf in einer Partei.
    Richte deinen Blick auf Ganze und frage dich stets, wie das Ganze am bestehen könne. Jede Partei ist der Gefahr ausgesetzt, vom großen Wort und von der Phrase beherrscht zu werden. Alles Große und Wertvolle wird nicht im Absondern erreicht, sondern in der Sammlung, im Zusammenfassen zerstreuter Kräfte erkämpft.

    Wache über deinen Umgang.
    Wähle dir nicht die Angenehmsten, sondern die Tüchtigsten zu Weggenossen. Wer sich die Besten aus Vergangenheit und Gegenwart zu Freunden wirbt, dem wird auch dienstbar dieser Besten Kraft. Wie die Nähe eines Menschen mit reiner und edler Gedankenwelt Schönheit in die Seele trägt, so dringt auch umgekehrt Gemeinheit in dein Wesen ein, wenn du in ihrer Sphäre weilst und ihren Umgang duldest.

    Wache über deine Gedanken,
    sie geben deinem Leben die Gestalt. Wache über deine Empfindungen, es sind die Herren deines Glückes. Wache über deinen Körper, er ist Träger für Geist und Seele, der sichtbare Kanal für die unsichtbaren Ströme, die unsere höhere Entwicklung bestimmen. Laß den Kanal nicht versanden, den Träger nicht morsch werden; laß aber auch den Diener niemals den Herrn spielen, sonst wirst du Sklave deiner künstlich gesteigerten leiblichen Bedürfnisse und die Freiheit deines Geistes ist dahin.

    Wache über jeden deiner Tage.
    Nütze und genieße jedes Lebensalter nach seinem besonderen Inhalt und Wert; suche immerfort zu wachsen in der Erkenntnis und in der Liebe, dann bleibst du ewig jung und das Ende, die Unterbrechung der zeitlichen Laufbahn, schreckt dich nicht. Was dir auch begegnen möge – gibt dich selbst nicht auf und schreite als Überwinder, nicht allein als Kind dieser irdischen Sonne, sondern auch als Kind der ewigen Gottessonne durch diese Erdenwelt!

    Dr. Ernst Andreä: Der geistige Mensch und seine Freiheit. Seite 91, 1.Auflage ca. 1920

    Gruß aus dem winterlichen, tierverschneiten Vogelsberg

    Eckhard

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