Friedfertigkeit als Ausdruck des Todestriebes

und sie wird von jedem Menschen, egal, welcher Kultur und Religion er angehört, verstanden.

Der Aufruf zur Gewaltlosigkeit ist gleichbedeutend mit dem Aufruf zur Gewalt gegen sich selbst.

Wehrt sich jemand nicht wenn er geschlagen wird, ist dies allerhöchste Einladung an den Täter, weiter zu schlagen.

Das versteht jeder Täter.

Deshalb sind Gedanken wie sie hier dargeboten werden, krank: https://bumibahagia.com/2017/03/03/vom-hinhalten-der-linken-wange-essay/

Deshalb ist das gesamte Christentum als Unterwerfungsreligion KRANK. Die Leute haben verlernt, sich zu wehren, geistig und moralisch. Davon abgesehen, können sie es in den meisten Fällen auch körperlich nicht mehr, weil sie völlig degeneriert sind durch das, was sie „Nahrung“ nennen, was aber keine Nahrung mehr ist, schon lange nicht mehr.

Ich zitiere nun abschnittsweise den oben verlinkten Artikel und gehe darauf ein:

„Das Geschlagenwerden wird vom Geschlagenen als Bedrohung wahrgenommen. Wer sich auf der Bewusstseinsstufe der Angst befindet, reagiert auf eine Bedrohung durch Angriff, Flucht oder Erstarren.

Mit der Aufforderung die andere Wange darzubieten, wird dazu aufgerufen, sich über den Kausalzusammenhang von Egobewusstsein, Angst, Angriff/Flucht/Erstarren-Reaktion (auch bekannt als „fight, flight or freeze“) zu erheben und in den Bewusstseinszustand der Einsicht vorzudringen. Das Darbieten der linken Wange ist eben nicht Ausdruck der Feigheit, sondern Ausdruck der Furchtlosigkeit. Man sendet dem Schlagenden eine Botschaft damit, dass man in der Lage ist, sich über den Bewusstseinszustand der Angst zu erheben. Man soll sich gerade als einsichtsfähiger und erhaben über diese Reaktionsweisen erweisen. Das Zuwenden der linken Wange ist eben gerade KEINE Untätigkeit, denn das Erstarren hieße eben untätig zu bleiben.“

Das ist mir so weit verständlich. Aber in der Auseinandersetzung wird eben dies dem Täter, also dem Schlagenden, logischerweise nicht verständlich. Er ist Täter und Schlagender, weil er das so will. Sonst würde er es nicht tun.

Weiter im Text: „Manche sind von ihrer Angst wie gelähmt und sind zu keiner Handlung mehr in der Lage. Das Darbieten der anderen Wange zeigt nun gerade, dass man nicht von seiner Angst gelähmt ist, sondern dass man handelt. Man verfällt eben gerade nicht in einen Zustand des Nichtstuns, sondern bringt den eigenen Bewusstseinszustand der Handlungsfähigkeit unübersehbar zum Ausdruck. Man duckt sich auch nicht weg oder versucht sich aus der Schusslinie zu bringen.“

Der Zustand der Angst ist angesichts einer Konfrontation psychologisch völlig normal. Hier wird versucht, dies negativ darzustellen. Das geht auch noch weiter so:

„Manche reagieren auf ein Geschlagenwerden mit Flucht. Sie würden vielfach auch nicht nur vor einer Bedrohung davonlaufen, sondern sie versuchen meist auch vor ihrer eigenen Angst davonzulaufen. Man kann aber höchstens erfolgreich vor bedrohlichen Situationen davonlaufen, aber niemals vor der eigenen Angst“

Hier wird die verständliche Angst angesichts einer realen Bedrohung mit „versteckter eigener Angst“ gleich gesetzt. Dies ist seitens des Schreibers dieses „Textchens“ unfair und sogar, so empfinde ich es, bösartig bewußt so vermischt worden, um Menschen, die sich wehren, ein schlechtes Gewissen zu machen.  Auch eine Fluchtreaktion seitens einer realen Bedrohung ist psychologisch völlig normal und sogar gesund, weil sie vor weiterem Schaden bewahrt.

Hier wird es dann gänzlich abstrus: „Denn soweit man auch läuft oder seine Angst unter vermeintlicher Stärke zu verstecken versucht, sie wird einen doch immer wieder einholen. Deswegen muss man sich ihr stellen und sie durch Einsicht zu überwinden versuchen.“

Das Weglaufen wird als falsch und unnormal geschildert, dabei ist es normal, erst mal weg zu laufen, die reale Angst, die begründet ist, wird mit „irrationaler anderer Angst“ argumentativ in einen Topf geworfen, und es wird dazu aufgefordert, sich angesichts einer – möglicherweise tödlich ausgehenden – Konfrontation der „eigenen Angst“ (der „irrationalen“) zu stellen. Das ist ganz schlimm, weil unmittelbar schädlich für das Opfer. Opfer müssen nur eines lernen: wehrhaft zu werden.

Noch mehr Abstrusitäten des Textes: „Andere würden auf ein Geschlagenwerden wohl mit Vergeltung zu antworten versuchen, sie würden zum Angriff übergehen. Dabei wird dann vielfach die Wahrheit übersehen, dass nichts besser dadurch wird, dass man ihm schadet. Das Empfinden von Feindschaft ist nur Ausdruck der Selbstentfremdung. Es ist vor allem ein Bewusstseinszustand.“

Das Empfinden von Feinschaft ist normal angesichts solch einer Situation. Nur psychisch Kranke lieben ihre Schädiger. Dies scheint wohl beim Autor dieses Textchens der Fall zu sein.

Restgeschwurbel: Und Bewusstseinszustände kann man nicht schädigen oder zerstören, man kann immer nur den materiell gewordenen Ausdruck eines Bewusstseinszustandes schädigen oder zerstören. Man kann einen Bewusstseinszustand nur überwinden. Wer in den anderen noch nicht nur andere Angesichter des eigenen Selbst zu sehen vermag, oder auch Brüder und Schwestern, der kann zumindest damit beginnen, einem jeden gegenüber wohlwollend zu sein zu versuchen. „Liebet eure Feinde, tuet Wohl denen, die euch fluchen.“ Dabei heißt es aber auch nicht, dass man die eigenen Interessen vernachlässigen sollte. Denn die Aufforderung: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ schließt ja eben auch die Selbstliebe ein, setzt sie voraus. Man sollte sich selbst also auch nicht als einen Geringeren ansehen. Man zeigt sich wohlwollend dem anderen gegenüber dadurch, dass man auf einen Gegenangriff verzichtet, signalisiert ihm aber auch, dass man nicht vorhat, sich unterwürfig zu verhalten oder dem eigenen freien Willen keinen Respekt zu zollen. Besteht der Angreifer darauf, auch weiterhin den Kampf an einen herantragen zu wollen, so sind auch möglichst liebevolle Abwehrmaßnahmen angesagt, die stets eine Minimierung einer aus der Kampfhandlung resultierender möglichen Schädigung im Auge haben, aber gleichzeitig geeignet sind den Missbrauch zu beenden.“

Ja, gut, dies ist nicht mehr verständlich. Ich bezeichne solche Ausführungen als esoterisches Dummgeschwafel, um Menschen zu verwirren. So etwas kommt sehr gern im Gewandt des Christentums einher. „Liebevolle Abwehrmaßnahmen“ nützem im Gewaltfall nichts.

„Wer also bei geäußerten Dominanzverhalten die andere Wange hin hält, der sendet dem anderen folgende kraftvolle Botschaft: Weder erstarre ich, noch verfalle ich in Nichtstun. Ich laufe auch nicht vor dir davon oder versuche vor dir zurückzuweichen. Ich suche aber auch keine Vergeltung, sondern bin dir wohlgesonnen.“

Ich bin dir wohlgesonnen, obwohl du mir geschadet hast. Über so viel Unsinn mag jeder selbst weiter nachdenken.

„Anders als viele sie verstehen, ist die Aufforderung auch die linke Wange hinzuhalten, eben gerade keine Aufforderung dazu, Missbrauch durch andere einfach hinzunehmen , sondern eben ein Aufruf zu möglichst gewaltfreien Widerstand gegen Missbrauch. Ein Aufruf, sich gegen den Versuch der Unterdrückung zu erheben und dem anderen dabei furchtlos ins Angesicht zu blicken. Es ist eben auch ein Aufruf zu Selbstermächtigung und Eigenverantwortung.“

Halten wir fest: 1. Mißbrauch ist mit Gewalt gleichzusetzen. 2. Es gibt keinen funktionierenden gewaltfreien Widerstand gegen Gewalt.

Dazu auch: „Gandhis Aufruf zur Gewaltlosigkeit war im Prinzip ein Aufruf zur Gewalt gegen sich selbst. Gandhi hat so seine Anhänger aufgefordert, durch Gewaltlosigkeit gegenüber dem Feind sich selbst Gewalt anzutun oder antun zu lassen. Was nicht nur zu späteren Explosionen der Gewalt führte, sondern auch zu vielen Opfern der Gewalt, gegen die man nicht vorging. “

https://docplayer.org/24079593-Gandhi-entlarvend-der-nackte-heilige-und-sein-spiritueller-terrorismus-der-gewaltfreiheit.html

KeineHeimatKyffhäuser

4 Gedanken zu “Friedfertigkeit als Ausdruck des Todestriebes

  1. ariane

    Bei dem Beispiel ging es ursprünglich um EINE Ohrfeige mit dem Handrücken zwischen zwei Erwachsenen und die angemessene anarchische Reaktion, die die Wirkung der Ursache bewusst in eine neue Ursache verwandelt.

    Gäbts Du mir eine Ohrfeige und ich rünne (ränne?) weg, schiene ich Dir unterlegen, würde ich Dir eine Ohrfeige zurück geben, wäre ich wie Du.
    Ich hätte in beiden Fällen nur re-agiert. Ich will aber weder Unterworfene, noch Unterwerfende sein.
    Wenn ich Dir meine andere Wange hinhalte und mich nicht zum Schlagen, dem Prinzip des Rechnens ($€£¥₩) „wie Du mir so ich Dir“, sondern den Prinzip der Liebe, der Art von Liebe, die sich weder verdienen noch verlieren läßt, öffne, zeige ich die nötige Courage Dein Schlagen zu stoppen, denn das Hinhalten der anderen Wange würde Dich zumindest soweit irritieren, wie Du brauchst, um, ähnlich wie beim Tennis, von „Rückhand“ auf „Vorhand“ zu wechseln.
    Und das unterbricht das Muster und schafft einen neuen Freiraum.

    In der Psychologie könnte man das als „Paradoxe Intervention“ bezeichnen, oder auch als“Lernen durch Irritation“.
    Und im Aikido: „Kämpfen will auch gelernt sein“ 🙂

    Ich gestatte mir, Dich so zu lieben, wie ich auch mich liebe. Ich gestatte Dir nicht, mich zu unterwerfen, und ich gestatte Dir nicht, Dich mir zu unterwerfen.

    Mir ist inzwischen bewusst, dass das viele Menschen irritiert, da es eine Art Sicherheit gibt, wenn der Status klar festgelegt ist. Die Ohrfeige ist nur EIN sichtbares Sinnbild für solches Verhaltensmuster.

    Meine Einstellung kommt aber nicht von einer christlichen Theorie, doch finden sich auch „christliche“ Weisheiten die von der anarchischen Liebe meines Herzen sprechen …

    LOVE – EVOL
    AMOR – ROMA
    SUMER – REMUS

    🙂

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    1. Ich habe das schon verstanden, und es ist auch egal, ob so ein Verhalten christlich motiviert ist oder anders motiviert ist.
      Es ist Unsinn! Weil es Unsinn ist, jemanden zu lieben, der einen schlägt. Ist sehr traurig, daß du das nicht kapierst. Das ist reine Psychologie, erste Klasse. Menschen, die andere Menschen lieben, die ihnen schaden (dabei ist die Art des Schadens egal), sind psychisch krank. Kannst ja mal einen Fachmann/frau fragen.
      Ich meine ihr könnt euch gerne totprügeln oder sonstwie umbringen lassen, mir ist das egal. Ihr seid nicht des Kämpfens fähig und damit habt ihr keine Zukunft.

      „Ich gestatte dir nicht mich zu unterwerfen“
      Hahaha!!! Den Tätern ist völlig egal, was du ihnen gestattest.

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  2. ariane

    „Weil es Unsinn ist, jemanden zu lieben, der einen schlägt. Ist sehr traurig, daß du das nicht kapierst.“
    Ich kapiere schon was du an meiner Sichtweise nicht kapierst. Es ist die Unterscheidung von Mensch und Verhaltensweisen. Wenn mich jemand schlägt, bin ich es mir wert, mich zu wehren. Aber wenn ich aufhören würde zu lieben, wäre meine Liebe nicht frei, sondern abhängig vom Verhalten des anderen. Ich kann Verhalten nicht gutheissen, ich kann es stoppen oder ich kann mich davor schützen. Aber meine Liebe bleibt frei. Denn ich weiss, dass ein Mensch, der andere verletzt, selber verletzt ist. Liebesentzug war eine Erziehungsmethode der „Schwarzen Pädagogik“ (Alice Miller). Auch kapieren viele Menschen Liebe nur bedingt, als „ich liebe dich wenn“ oder „ich liebe dich weil“. Das ist aber nicht die Liebe von der ich spreche.

    Niemand, weder luces veritates noch ich hat irgendwo etwas von schlagen lassen gesagt.
    Deswegen beende ich dieses Gespräch jetzt und wende mich anderem zu.

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    1. „Aber meine Liebe bleibt frei. Denn ich weiss, dass ein Mensch, der andere verletzt, selber verletzt ist.“

      Ja, das weiß ich auch. Ich bin aber nicht der Therapeut der Millionen oder gar mehr Verletzter, Traumatisierter oder gar Psychopathen „da draußen“.
      Schon gar nicht setze ich mich dem Risiko aus, von so einem verletzt zu werden. Da geht mir der Selbstschutz, die Eigenverantwortung, vor allem Anderen.
      Lieben kann ich, was und wen ich will,da gibt es genug Auswahl. Da muß ich mir nicht irgendein krankes Subjekt aussuchen, welches mir schaden will.

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