Ein letztes zur Afd und ihrer Rentenreform

Da ich ja immer neugierig bin und Björn Höcke gern zuhöre, war ich gestern abend hier bei einer Veranstaltung der Afd, die sich „Bürgerfragestunde“ (oder so ähnlich) nannte. Höcke redete ca 30 Minuten, war ganz nett, gut anzuhören, dann redete jemand anderes (Namen vergessen) und anschließend gab es noch eine Fragestunde für die Anwesenden, ca -….  ich bin dann gegangen, das hat mir zu lange gedauert. Großzügig verteilt wurde Informationsmaterial, welches ich mir natürlich mit genommen habe, um es mir in Ruhe durch zu lesen.

 

Es läßt sich festhalten: Ein Hauptaugenmerk der Afd liegt auf der Rentenreform. Man will wohl an die ältere Wählerclientel ran, bzw. an all diejenigen, die jetzt schon Angst haben, daß ihre Rente später nicht ausreichen wird. Das Hochglanzmagazin der Afd, welches ich mir mit nahm, gab diesbezüglich folgendes her: Man will eine „Afd-Produktivitätsrente“. Diese soll auf verschiedenen Modellen beruhen:

  1. Anhebung des gesetzlichen Rentenniveaus
  2. Staatsbürgerrente
  3. Kinderrente

Punkt 1. gilt nur für Menschen, die 45 Beitragsjahre gearbeitet haben. Die Staatsbürgerrente unter Punkt 2. gilt für alle Menschen mit „gebrochenen Erwerbsbiographien“ und/oder für Menschen mit „geringerem Lohn“. Die Staatsbürgerrente ist ein Aufschlag, den jeder Rentner erhält, der weniger als 45 Rentenpunkte, aber mindestens 35 Beitragsjahre hat, wobei Kindererziehung und Pflegezeiten anerkannt werden. Die Kinderrente wendet sich vor allen Dingen an Frauen; bei diesem System werden Frauen für Kindererziehungszeiten gewisse Rentenbeitragspunkte zu gestanden.

Das war alles.

Ich habe 10 Minuten gebraucht, um das zu verstehen:

Die Afd ändert NICHT die Grundsicherung, die Afd weiß NICHT, daß es chronisch Kranke gibt, die keine 35 Jahre arbeiten können, und natürlich ändert die Afd auch NICHTS am sogenannten „HartzVier“ (inklusive der Sanktionen).

Damit hat sich die Afd für mich – leider, muß ich sagen, denn sonst war alles tipptopp, was die vertreten – ins Aus katapultiert. Unwählbar. Die Afd ist im Kern neoliberal, auch wenn Herr Höcke da gestern abend vollmundig was Anderes behauptet hat.

Neue Heimat Kyffhäuser

9 Gedanken zu “Ein letztes zur Afd und ihrer Rentenreform

  1. Pholym

    Menschen die geistig oder körperlich nicht in der Lage sind, ihre Situation verbessern zu können, werden leider schon in unserem bestehenden Sozialsystem vergessen.
    Ich habe mich mit den Schriften noch nicht weiter beschäftigen können, aber hier wäre es sicher wert, einmal eine konkrete Nachfrage an die AfD, wie die damit umgehen wollen, zu starten.

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    1. Ich hätte an dem Abend schon nachgefragt, wenn ich das vorher gewußt hätte. Höcke hatte an dem Abend aber nur vollmundig verkündet, man wolle die Rentner unterstützen – die von ihm genannte Summe lag, glaube ich, bei 20 Milliarden Euro. Daß er dabei nur diejenigen Rentner meint, die fleißig geknechtet haben, dh. die mindestens 35 Jahre ihrem Sklavendasein mehr oder weniger freiwillig gefrönt haben, wußte ich nicht. Sonst hätte ich ihn gefragt.

      Krankheit und Erwerbsminderung gibt es offensichtlich bei der Afd nicht. Daß die Hartz-Vier-Sätze zu niedrig sind und damit menschenunwürdig, so weit schafft es die Afd nicht, nachzudenken. Daß HartzVier mit Sanktionen de facto Arbeitszwang bedeutet, kapieren die sowieso niemals, darüber braucht man mit denen nicht zu reden.

      Vielleicht frag ich noch mal anderswo nach. Aber wählen tu ich die nicht. Das ist ja eine Sklavenpartei. Neoliberale Kacke.

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  2. Pholym

    Man muss die AfD direkt damit konfrontieren. Nur dann erfährt man das. Ich werde da auch mal verstärkt drauf achten und ggf. nachfragen, wenn es irgendwo offen zum Thema steht. Dann müssen sie Stellung beziehen. Wenn sie dann wieder mit Wischi-Waschi-Laberei anfangen, dann hätten wir die Antwort.
    Wichtig ist immer zuerst ein „Ja“ oder ein „Nein“, was jeder versteht. Das „Wie“ wäre dann als nächstes dran. Die etablierten Parteien blähen sich immer nur auf. Konkrete Antworten bekommt man keine.

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    1. Zu den HartzVier-Sätzen bzw. Sanktionen gibt es ja bereits Aussagen der Afd.
      Das wollen die nicht ändern.
      Und wenn sie der Meinung sind, daß das Geld von derzeit 416 Euro ausreicht, dann meinen sie wahrscheinlich auch, daß das für Erwerbsminderungsrentner reicht. So einfach ist deren Logik.

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  3. Pholym

    Das wird denen dann auch das Genick brechen, wenn sie die Fehler der SPD/Grünen nicht ausbessern wollen. Die Linke ist gerade deswegen abgesackt und nur noch für Antifa interessant.

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    1. Ja, aber wen sollen die Armen denn noch wählen?
      Im Mom. scheint es so, daß auch ärmere Arbeiter afd wählen wollen, weil sie denken, dann würde alles besser.

      Das ist aber offensichtlich ein Trugschluß.

      Und wenn diese Klientel dann in ein, zwei Jahren herausfindet, daß sie von der Afd belogen wurde, was dann? Dann geht aber hier endgültig alles den Bach runter. Wobei man nicht weiß, wenn dann eine „neue Partei“ inszeniert wird, ob der dumme Deutsche da nicht wieder drauf reinfällt und dann diese neue Partei wählt.

      Die meisten Armen haben allerdings schon länger resigniert, die wählen gar nichts mehr.

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  4. Pholym

    Es ist schwierig, ich weiß. Das Grundübel bleiben die Wähler. Hätten die Wähler ein wenig mehr Grips in der Birne, dann wären Linke und AfD nicht im Bundestag und SPD und CDU nicht an der Macht. FDP, Grüne spielen keine Rolle. Wer dann dafür dort in Berlin sitzen würde? Keine Ahnung, aber so hätte es nicht kommen müssen und es wird ja noch immer zugelassen.
    Im Bezug zu der AfD ist es noch das kleinere Übel, diese zu wählen. Gar nicht wählen bringt nur den Großen etwas und ändert auch nichts an der Situation, da wir so ein beklopptes Wahlrecht haben..

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    1. Wer wählt, legitimiert das derzeitige System.

      Wenn ich Afd wähle, wähle ich Leute, die ich nicht mag: Konservative allersten Ranges, die auf „Leistung“ stehen (kann bei Frauen auch heißen: viele Kinderchen kriegen), Leute, die unfähig sind, Wege, wie Leben auch sein kann, anzuerkennen. Eben diese stockkonservativen „Bürger“, eigentlich sind diese Leute in ihrer Dummheit eher meine Feinde als Jemand, der irgendwo gegen den Kapitalismus randaliert.

      Ich kann die afd nicht wählen. Höcke ist zwar gut, weil man ihm anmerkt, daß er es ehrlich meint, aber auch er ist stockkonservativ und und so etwas mag ich nicht; so eine Einstellung hat auch keine Zukunft, die Menschheit muß andere Wege gehen. Ein Zurück in die 50er Jahre, so komme ich mir bei diesen Bürgern immer vor, kann und darf es nicht geben.

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  5. Pholym

    In gewisser Weise gebe ich Dir Recht. Wer wählt hat nur die Systemauswahl und legitimiert diese damit dann auch. Nur was wäre die jetzige Alternative, ohne die Gefahr eines Ausbruchs in Form des Chaos? Ad hoc wüsste ich da jetzt auch nichts, da der Karren derart in der Scheiße steckt, dass wir wohl uns erst gehörig dreckig machen müssten, um alles wieder sauber und zum Laufen zu kriegen.

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