Solidarität und ein paar Gedanken dazu

Solidarität ist das Wichtigste, um das System zu verändern.

Man sehe sich die Film-Serie Tributes to Panem an. Eine Filmserie, die in einer fiktiven Zukunft spielt, das ist mir bewußt. Doch kann man daraus sehr viel erkennen:

  1. Der Umsturz gelingt erst dann, wenn die Menschen MITEINANDER SOLIDARISCH SIND. Vorher nicht. Vorher kann er gar nicht gelingen, da jede Gruppe und jedes Untergrüppchen gegeneinander kämpfen.
  2. Der Umsturz gelingt erst dann, wenn alle arm sind. Damit meine ich echte Armut – es gibt keine sozialen Absicherungen mehr. Es kann nur der leben, der für sich selber sorgen kann im Sinne von wirklicher handwerklicher Arbeit und/oder Tausch. Überflüssige Dienstleistungsberufe, die wir heute zu hauf haben, gibt es nicht mehr; nur Handwerker, Bauern und eventuell Jäger (wo Jagd erlaubt ist) überleben.

Zurück zur Solidarität.

Man kann im 3. Teil der Filmspiel-Serie wunderbare Szenen sehen, in denen das Volk, oder anders genannt, die vereinigte arme Bevölkerung, durch ihren kollektiven Einsatz die Herrschenden bezwingt. Es handelt sich bei diesen Szenen um das Sprengen des Staudamms, und um die Vernichtung der Aufseher der Arbeiter im Wald („If we burn, you will burn with us“). In beiden Szenen gibt es massenhaft Opfer und fänden solche Dinge real statt, wäre sicherlich im Vorhinein zu erkennen, daß es dabei massenhaft Opfer geben würde. Das heißt, diejenigen Menschen, die den Sprengstoff zum Staudamm tragen, tun dies, OBWOHL sie im Vorhinein wissen, daß sie dabei höchstwahrscheinlich sterben werden. Solch ein Handeln nennt man solidarisches Handeln. Sie tun das für eine Sache, von der sie wissen, daß sie gut ist. Für ihre Freiheit. Für die Freiheit ihrer Kinder. Dafür tun sie das. Man könnte solch ein Handeln auch Heldentum nennen. Je nach emotionaler Einfärbung.

Beide Szenen gehören zum Besten, was Tribute to Panem zu bieten hat.

Mir fiel dabei die Solidarität auf, die sich wie ein roter Faden durch die gesamte Spielfim-Serie zieht. Die Heldin im Film, Katniss Everdeen, ist von Anfang an bereit, sich für ihre Schwester Prim zu opfern.  Everdeen kämpft nicht gegen ihre Konkurrentin im Kampf, Rue, was sie eigentlich tun müßte, sondern sie hilft Rue, kann sie aber nicht retten. Dies äußert Everdeen in Teil Zwei der Serie vor offenem Publikum in Distrikt Elf, als sie ihre Rede hält. Mit diesen ihren Worten hat sie die Solidarität der Bewohner des Distrikts gewonnen, eine Solidarität, die bedingungslos ist, und die sich eindrücklich zeigt durch das Zeichen der erhobenen rechten Hand, bei der drei Finger in die Luft gestreckt werden. Everdeen selbst ist ebenfalls bedingungslos solidarisch, sie setzt sich immer wieder für andere ein, ungeachtet der für sie selbst eintreffenden Folgen. Solch ein Handeln kann man mit Fug und Recht heldenhaft nennen.

Solidarität ist für mich das Hauptthema der Spielfilm-Serie. Nur, weil man miteinander solidarisch ist, gewinnt man. Anders geht es nicht. Das kann man aus diesen Filmen lernen.

Zum Schluß diesen wunderbaren Clip:

Vielleicht denken mal ein paar Leute da draußen mal darüber nach, was Solidarität ist.

Solidarität ist nicht, auf Armen rum zu hacken. Solidarität ist auch nicht, Menschen mit geringfügig anderen politischen Einstellungen zu mobben. Solidarität fängt da an, wo man beginnt für das Gegenüber VERSTÄNDNIS zu haben.  Verständnis beginnt damit, daß man dem Anderen ZUHÖRT.

Verständnis und Zuhören sind allerdings Fremdworte in dieser Ego-Gesellschaft. Reich  und arm, rechts und links, alle hacken aufeinander rum. Habt ihr nichts besseres zu tun, da draußen?

Man könnte sehr viel erreichen, wäre man solidarisch. Aber das klappt einfach nicht. Warum? Geht es euch allen da draußen noch zu gut?

Neue Heimat Kyffhäuser

6 Gedanken zu “Solidarität und ein paar Gedanken dazu

  1. Pholym

    Zuhören, Solidarisch sein. Ja, es geht denen zu gut. Dazu kommt ja noch, dass man noch extra Öl ins Feuer gießt, damit Arm gegen Arm kämpft. Ich gebe zu, es läuft sehr geschickt und auch ich erwische mich oft dabei, dass ich zuerst (ohne weiteres Nachdenken) auf andere reinfalle. Das hält dann aber auch nur sehr kurz an. Wichtig ist ohnehin das Erkennen (quasi auch Zuhören) und entsprechende Reagieren (auch Solidarisierung) darauf. Letzteres scheitert bei vielen „Erkennern“ und das machen sich dann die Verursacher zu eigen.

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    1. Ich habe die Erfahrung gemacht, daß man bei Leuten, denen es noch zu gut geht, sowieso auf Stein beißt, egal, was man sagt. Deshalb kann man die ganze Aufklärerei vergessen.

      Deshalb sehe ich ja auch gesamtgesellschaftliche Armut als Bedingung für jedwede Taten seitens der Bevölkerung, die in Richtung „Umsturz“ gehen.

      Von gesamtgesellschaftlicher Armut sind wir aber Lichtjahre entfernt. Die 20 Prozent Armen, die wir haben, verleugnet man geschickt, schweigt sie tot bzw. hetzt noch gegen sie, ohne zu wissen daß man selbst mit dem Fuß am Abgrund steht.
      Solidarität kommt erst, wenn es allen oder der großen Mehrheit, WIRKLICH schlecht geht.

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  2. Pholym

    Da stimme ich Dir 100%ig zu. Das ist genau das, was ich auch immer wieder sage, aber selbst nicht oft verstehen will. Irgendetwas zwingt mich trotz dieses Wissens weiterzumachen. Ich merke es jeden Tag wie hoffnungslos und wie aussichtslos es ist. Gerade denen, denen es noch schlecht geht, wenden sich noch gegen ihresgleichen. Ich weiß nicht warum, aber vielleicht ist es das bzw. meine Bestimmung (oder auch meine reale und einzige Dummheit die ich somit ständig begehe).

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    1. Wir sind die Vorreiter von etwas Neuem.
      Die muß es auch geben.

      Ich habe heute morgen auch überlegt, ob ich den Artikel so veröffentliche. Eigentlich ist es Unsinn, solch einen Artikel zu schreiben weil er nichts bewirkt (? oder doch?, aber wenn, dann nur viel später, irgendwann mal vielleicht), und weil es eigentlich gefährlich ist.

      Ich habe aber trotzdem veröffentlicht.
      Das ist wie bei den Geschwistern Scholl; die waren auch im Widerstand, obwohl sie wußten, daß das, was sie taten, lebensgefährlich war.

      Etwas lebt fort von diesem Geist, dem Geist der Freiheit. Durch Menschen wie die Geschwister Scholl.

      Wenn wir was dazu tun, und sei es noch so wenig, eben so viel, wie wir nur können, ist das gut, und auch irgendwo… zumindest sehe ich das so … unsere Pflicht. Das wird wohl das sein, was auch Dich antreibt, weiter zu machen.

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