Keine Achtung vor nichts

Die erste Achtung, die ein Mensch hat, ist die Achtung vor der Natur. Wer keine Achtung vor der Natur hat (99 Prozent der Deutschen), hat auch keine Achtung vor sich selbst, denn der Mensch entstammt der Natur, sie ist alles, was ihn ausmacht, in ihr wurde er geboren und in sie kehrt er zurück, wenn er stirbt.

Dieses Bewußtsein fehlt 99  Prozent der Menschen.

Diese fehlende Achtung vor der Natur hat Folgen:

Das fehlende Verbundenheitsgefühl mit der Natur – Hauptschuldiger, dh. Entfremder von der Natur war das Christentum samt seiner diversen „Kirchen“. Weiter will ich da aber nicht drauf eingehen. Ein Heide, ein pagan, weiß, was ich meine. Er fühlt sich verbunden.

Wer nicht verbunden ist in Achtung (besser: in Liebe), zerstört. So einfach ist das. Weil die fehlende Verbundenheit mit Achtlosigkeit einher geht.

Buchenhochwald, Hainleite

Wie ich darauf komme?

Das ist auch wieder einfach. Hier in der Stadt gibt es einen sogenannten „Billigladen“. Dieses Geschäft bietet alles mögliche an, eben auch Gartenzubehör und während der Vegetationsperiode, Pflanzen. Nun hatten wir im Ort ziemlich lange, ein paar Monate, eine Baustelle: die Straße, die an diesem „Billigland“ vorbei ging, mußte sehr dringend neu gemacht werden. Während dieser Baustelle hatte der Laden kaum Kundschaft, weil die Leute nicht, wie gewohnt, mit ihren Scheiß Blechbüchsen, auch genannt: Autos, dort vorfahren konnten und ihre Einkäufe bequem, wie sie nun mal sind, in ihre Kofferräume laden konnten  – die Straße war ja gesperrt und die Umleitung verlief ganz woanders. Folge: Die Kundschaft blieb aus und „Billigland“ machte zu.

„Billigland“ hatte noch ein paar Obstbäume da stehen, Kirsche, Pflaume, und so weiter; Bäume, die bis dato keinen Käufer gefunden hatten. Folge: Die Betreiberin des „Billiglandes“ verfrachtete die restlichen, ca 20 Bäume, in die abgesperrte Außen-Ecke des Ladens und ließ sie dort, kreuz und quer übereinander liegend, verdursten.

War ja nix mehr wert.  Kaufte ja keiner mehr. Waren ja „nur“ Bäume.

Das ist auch gelebter Kapitalismus. Natur ist nichts wert, solange man sie nicht zu Geld machen kann. Hat man keinen Umsatz mehr, kippt man halt die lebenden Pflanzen irgendwo hin und läßt sie vertrocknen.

Diese Frau – oder wer auch immer dafür verantwortlich ist, handelt so, wie 99 Prozent der verkommenen Deutschen handeln würden: Sie hat keine Achtung mehr vor der Natur. Mit allen dazu gehörigen Folgen. 99 Prozent der Bevölkerung handeln so. Ihnen ist es egal, wenn die Natur, wie derzeit, vertrocknet – die einzigen, die sich empören, sind die Bauern, aber die auch nur deshalb, weil sie Ernteausfälle (sprich: Geldverlust) zu erleiden haben. Die Natur an sich ist den Bauern egal, die Natur an sich dient den Bauern nur als Erwerbsmöglichkeit, also zum Geldverdienen. Der Bauer achtet die Natur nicht, er beutet sie aus (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Dies nur als ein Beispiel.

Wenn ich an solchen Orten wie diesem „Billigland“ mit seinen vertrockneten Bäumen vorbei gehe, und die bewußt vertrocknen lassenden Pflanzen sehe, dann ist mir das wie ein Schlag in die Magengrube. Ich kann so etwas nicht sehen. Ich kann auch nicht nachvollziehen, wie man so handeln kann, nicht im Entferntesten. Für solch ein unethisches Verhalten gibt es keine Entschuldigung. Es wäre immer möglich gewesen, die Bäume während der … meinetwegen nun vier Wochen dauernden Zeit, in der der Laden nun zu ist, zu wässern, Wasser haben die da genug. Nein, man wollte nicht. Es war den Verantwortlichen egal.

Ich habe dort natürlich auch schon mal eingekauft. Ab sofort werde ich das nicht mehr tun, ich werde diesen Laden boykottieren.

Neue Heimat Kyffhäuser

2 Gedanken zu “Keine Achtung vor nichts

  1. Pholym

    Ich kenne ähnliche Händler. Sehe ich auch so. Wer so mit seiner Ware umgeht oder umgehen kann, kann auch so am Ende keine Achtung vor seinen Kunden haben. Und was noch dazu kommt; so kauft erst recht keiner mehr diese Ware (von den Boykottierern ganz zu schweigen).

    Ansonsten schau Dich um, unsere freie Landschaft auch hier vor Ort wird immer weiter verschandelt. Strände werden umfunktioniert in Party-Strände. Wälder werden abgeholzt, damit die Industrie sich breit machen darf oder das nächste Spaß-Bums-Camp aufmachen darf. Natürlich wurde dafür bezahlt und andere haben die Hand aufgehalten. Sehe ich hier ja jeden Tag. An einem fahre ich jeden Tag vorbei. Selbst unsere Naturschützer haben da ihre Klappe gehalten. Einfach nur ein verlogenes, heuchlerisches Pack. Solange sie am Futtertrog mitsitzen dürfen ist für sie alles i. O..
    „Money rules the world“ und alle machen mit und der Rest, bis auf wenige, schweigt. Das System ist pervers. Wir, die mahnen und darauf aufmerksam machen, befinden sich in der Minderheit und bekommen jeden Tag die Quittung dafür.

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    1. Danke für deinen Kommentar.
      Ja, von der „freien Landschaft“, die ja auch immer weiter zugebaut wird (Stichwort: Windräder und andere Sünden) wollte ich jetzt nicht auch noch schreiben. Kommt vielleicht, irgendwann mal.
      Es zählt nur das Geld.
      Wird Zeit, daß die Erde die Selbstreinigungskräfte anschmeißt.

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