Die Sache mit den Grenzen

im Kapitalismus.

Zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=n9_s-nLRdk8&t=1s

Im Kapitalismus/Neoliberalismus muß es Grenzen geben, aus reinem Selbstschutz. Ohne Grenzen funktioniert in einer auf Konkurrenz aufgebauten Gesellschaft, in der alle um die lebensnotwendigen Dinge konkurrieren müssen, die künstlich verknappt werden (Gesunden Grund und Boden, Lebensmittel, Wasser, Geld), nicht.

Denn in der Konkurrenzsituation gibt es nun mal immer Gewinner und Verlierer. Wenige Gewinner und viele Verlierer. Die Verlierer, die, die dauerhaft verlieren (weltweit gesehen), neigen nun mal dazu, so ist die menschliche Psyche, ihren hoffnungslosen Zusatnd nicht dauerhaft hin zu nehmen, sondern sich (im aktuellen Fall als Beispiel) durch Massenmigration Lebensumstände zu suchen, unter denen sie besser existieren können. Das heißt: Sie wandern aus. Sie gehen einfach wo anders hin.

Völkerwanderungen aus Not, die es in der Vergangenheit der Menschheit schon oft gab, haben zur Vernichtung anderer – unterlegener – Völker geführt. Derzeit ist die Situation ähnlich, nur, daß die wirkliche Massenmigration noch gar nicht stattgefunden hat, die kommt noch.

Schützen vor den Einwanderern kann sich ein Land, ein Volk, eine Bevölkerung, in solch einer Situation nur durch Grenzen. Genauso, wie jeder sein Haus abschließt und nicht jeden, der Unterkunft und Essen/Trinken bedarf, in sein Haus einlädt. Rein aus Selbstschutz: Das Eigene reicht nicht für alle. Deshalb muß die Tür zu bleiben.

Das ist die derzeitige Situation im Kapitalismus. Ein Öffnen jedweder Grenzen, bedingungslos, wie von einigen „linken“ Spinnern gefordert, wäre langfristig gesehen, gleichbedeutend mit Selbstaufgabe.

Die Situation weltweit könnte aber ganz anders sein.

Gäbe es das derzeitige kapitalistische System nicht, und gäbe es nicht das weltweite System der gegenseitigen Konkurrenz, welches ja NUR durch künstliche Verknappung lebenswichtiger Güter (s. oben) aufrechterhalten werden kann, denn wenn es genug geben würde, wäre ja keine Konkurrenz nötig (!), dann wären Grenzen überflüssig.

Änderungsvoraussetzungen:

Es gibt die, die vom Kapitalismus/Konkurrenzkampf profitieren, und die werden nie etwas ändern. Einfach, weil es ihnen gut geht. Und es gibt die, die vom Kapitalismus/Konkurrenzkampf aussortiert werden, das sind die Armen. Und die werden nie etwas ändern, weil sie mit dem Überleben beschäftigt sind. (Mal abgesehen davon, daß sie durch Brot und Spiele und durch Schaffen einer Scheinalternative, die derzeit afd heißt, die in der Vergangenheit aber anders geheißen hat, erfolgreich immer wieder abgelenkt werden. [Aus diesem Grund bin ich auch gegen Parteien, weil sie nur dazu dienen, die Bevökerung zu spalten.]Man darf auch in diesem Zusammenhang nicht vergessen, daß die Menschen erfolgreich seit Kind an auf Kampf/Konkurrenz getrimmt werden. Die meisten kommen aus diesem System: „ich muss konkurrieren, ich muß besser werden, der andere könnte ja mehr bekommen als ich, oder etwas bekommen, was ich nicht habe“, nicht mehr heraus. [Siehe dazu Schmickler: Die Gier.] Weil sie wissen, wenn sie anders leben würden, würden sie verarmen und damit Außenseiter in dieser Gesellschaft werden, und wer will das schon freiwillig.)

Ich hatte dieses Gier-Gen nie. Ich habe immer an die anderen gedacht, eigentlich viel zu oft. So ist das dann, wenn man an die Anderen denkt, und nie an sich selbst, das endet im Alter in der Armut. Weil: Zurück von anderen Menschen, bekommt man in diesem System NICHTS. Es gibt im Kapitalismus keinerlei Solidarität mehr.

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Die Sache mit dem Mangel im Kapitalismus

haben viele noch nicht verstanden.

Der Mangel wird künstlich erschaffen. Es ist genug für alle da, aber über das Geldsystem werden sämtliche Waren, Güter, Dienstleistungen etc pp.,  ungleich verteilt.

Aus dem Geldsystem heraus, durch den Zins, ergeben sich Reiche, die immer reicher werden, und immer mehr Arme. Man kann diesen Mechanismus mit dem Spiel „Die Reise nach Jerusalem“ vergleichen. Es werden immer weniger Stühle, wo man drauf sitzen kann, und immer mehr Menschen müssen ausscheiden.

Dies geschieht durch den künstlich hergestellten Mangel.

Warum nun künstlicher Mangel? Die Antwort ist einfach: Damit die Konkurrenz, der Neid, die Gier, und nicht zuletzt die Angst, unter den Menschen hoch bleibt. Wo es Wettbewerb statt Zusammenarbeit gibt, gibt es keine Solidarität, kein Mitgefühl, kein Mit-Einander, sondern nur ein Gegeneinander mit den Folgen, wie oben beschrieben. Die Angst ist das Wichtigste. Mittels Angst kann man bequem über die Medien Emotionen einer ganzen Bevölkerung steuern.  Angst fördert auch die Konkurrenz; wer Angst hat, strengt sich mehr an, um der – gefühlten? – Bedrohung zu entkommen.

Alle Menschen in der sogenannten westlichen Welt werden von Kind auf an auf Konkurrenz getrimmt, um diesem Mechanismus möglichst gerecht zu werden. „Sieger“ will man werden, Karriere will man machen, viel Geld verdienen will man. Mehr nicht.

Hinterfragen tut das keiner.

Daß es dabei eine Kehrseite gibt, nämlich: für jeden Sieger ein halbes Dutzend Verlierer (Zahl fiktiv), weiß keiner, will auch keiner wahr haben. Wenn man darauf anspricht, was da abläuft, heißt es höchstens: Geh arbeiten, du bist selbst schuld. Da kommt wieder der Beweis für die kapitalistische Wolfsgesellschaft, jeder gegen jeden, Konkurrenz über alles, die Leute liefern mit ihren Antworten („geh arbeiten“) durchgängig die Beweise dafür, wie sehr sie auf Kapitalismus („Leistung“) getrimmt sind, und wie krank sie dadurch geworden sind.

Also zurück zum Mangel. Darauf wollte ich nämlich hinaus, als ich folgenden Kommentar bei Hinter den Schlagzeilen schrieb, der netterweise auch frei geschaltet wurde:

„Sehr geehrter Holdger Platta, ich lasse mich nicht aufhetzen. Geschweige denn, daß ich afd wählen würde. Ich mache nur aufmerksam – mehr nicht. Leider erlebe ich aber auch auf – vermeintlich? – „linker“ Seite, daß man von Armut im eigenen Land (damit meine ich Arbeitslose, Rentner usw) nichts wissen will. Sie sagen die Armut im eigenen Lande bestehe schon sehr lange, und sie habe schon vor der sogenannten „Flüchtlingskrise“ existiert. Das stimmt. Da wäre das Jahr 2010 zu nennen, die „Agenda 2010“. Geschehen ist da bis jetzt nichts. Wenn man mal den sogenannten „Mindestlohn“, den ich einfach albern finde, weil viel zu niedrig, außer Acht läßt. Hier in Thüringen arbeiten viele Menschen weit unterhalb dieses Lohnes – so groß ist die Angst der Menschen. Die arbeiten nicht freiwillig für so wenig Geld, sondern sie tun das, weil sie das müssen.

Diese Leute fühlen sich von Fremden / Migranten bedrängt – egal, in welchem Bereich. Sei es Arbeit, sei es Wohnraummangel. Kann man das den Leuten übel nehmen? Ich meine, nein. Man kann diese Leute auch nicht als Nazis beschimpfen. Das bringt, bezüglich einer angestrebten Diskussionskultur, überhaupt nichts. Wenn man jemanden, der Angst hat, als nazi beschimpft, wird derjenige höchstens noch aggressiv.

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Warum tut sich nichts in diesem Bereich. Es ist genug Geld da. Es wäre auch mehr Geld da, um ausreichend Wohnungen zu bauen für Arme. Ich sage den Grund, warum sich nichts bewegt im Bereich Armut: Weil sich keiner dafür interessiert (bis auf Wohlfahrsverbände). Ich kenne selber Leute die 40 Jahre gearbeitet haben und nun eine Mickerrente bekommen, quasi arm sind. Wo sind da die Gewerkschaften? Wo ist da die vermeintlich „Linke“? 8,50 Euro Mindestlohn ist lächerlich.

Und das ist der Zusammenhang zwischen Armut und Migration:

Und wenn irgendwo Mangel herrscht, und in Deutschland herrscht bei den Armen Mangel, sonst wären die Armen nicht arm, dann wird um das Gut, woran Mangel herrscht, gekämpft. Wohnung, Essen, Arbeit. Das ist Kapitalismus. Bis jetzt hat das noch kein vermeintlich „Linker“ geändert. Die Linken scheinen sich gar nicht bewußt zu sein, daß Arme um Wohnraum, Essen, ärztliche Versorgung usw., kämpfen müssen. Zumindest im Bereich Wohnraum und ärztliche Versorgung, hat der Mangel akute Auswirkungen auf arme Deutsche. Die bleiben nämlich außen vor. Im Bereich Wohnraum kann man das in jeder Zeitung nachlesen: Es gibt reichlich Wohnungen für Migranten, aber kaum „Sozial“wohnungen für arme Deutsche.

Wie gesagt, ich will keinen aufhetzen, ich sehe die Lage klar: Es hilft dem deutschen Armen nicht, wenn er zusätzlich zu seinen Problemen, die er eh schon hat aufgrund seiner Armut, auch noch im Bereich Wohnung und Essen und gegebenenfalls anderen Bereichen, mit Fremden konkurrieren muß. Daß diese Konkurrenz existent ist, dürfte jedem, der die Situation aus eigenem Erleben kennt, klar sein.

Klar gab es die Wohnungsnot schon vor 2015. Aber das Zuwanderungsproblem, welches NUR global gelöst werden kann, und an dessen Lösung der arme Deutsche praktisch nicht mitwirken kann, besteht ja auch schon länger. Seit mindestens 1990.

Der Mangel ist gewollt. Und daß die Leute sich bekämpfen, ist gewollt. Das will ich auch nicht befürworten, oder dem das Wort reden. Es muß andere Wege geben. Dazu muß man miteinander reden. Und deshalb darf man nicht die, die „etwas anderer Meinung sind“, direkt als Nazis beschimpfen. Wenn wir nicht mit einander reden, wir, hier in Deutschland, dann geht hier bald alles den Bach runter.

Vielleicht ist vielen die Situation noch nicht so klar. Aber es herrscht sehr sehr großer Unmut unter der Bevölkerung. Wenn es irgendwann mal in absehbarer Zeit bürgerkriegsähnliche Zustände gibt, ist es zu spät zum Reden.

Ich sehe immer wieder, daß Linke allen, die etwas anderer Meinung sind, entgegentreten, diese Menschen offen angreifen. Das bringt überhaupt nichts. Das macht alles noch schlimmer. Dem möchte ich entgegen treten. Danke für die Aufmerksamkeit.“ ZITAT / Kommentar Ende

Und meiner Meinung nach kann man nur am dieser Stelle ansetzen. Denjenigen Menschen, die alles im Überfluß haben, die das gar nicht kennen mit dem KÜNSTLICHEN Mangel, das klar zu machen. Denn: Man ist auf Zusammenarbeit mit diesen Leuten angewiesen.

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Vom Mythos „freier Markt“ … — Der Mensch – das faszinierende Wesen

„Freier“ Markt existiert nicht. Mit Steuern, Subventionen, Arbeitslosen als Zwangskunden wird er u.a. massiv manipuliert. Beispiele wären u..a die Milchseen und Butterberge. Patrick Smith kommentiert auf Facebook Wir hören immer wieder von einer „marktkonformen Demokratie“, also einer Demokratie, die „die Märkte“ nicht erschrecke, so dass sie ihr Geld aus unserer Wirtschaft abziehen könnte, und damit das […]

über Vom Mythos „freier Markt“ … — Der Mensch – das faszinierende Wesen

Siehe dazu auch: https://teutoburgswaelder.wordpress.com/2018/06/13/geldsystem-wird-aus-bewusstsein-der-menschen-verdraengt/

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Das Rentenelend nimmt seinen Lauf

730 Euro erhielten Rentner/innen durchschnittlich nach  Abzug  von  Kranken-  und  Pflegeversiche- rungsbeiträgen  im  Jahr  2014  als  ausgezahlte Rente (Nettorente). Diese magere Rente soll noch weiter sinken:

  1. Wer 8,83 Euro Mindestlohn bekommt, müßte 60 Jahre arbeiten, um auf eine Nettorente in Höhe der Grundsicherung von 754 Euro zu kommen ( 404 Euro Regelsatz plus 350 Euro Warmmiete). Nach 40 Arbeitsjahren bekäme man nur 540 Euro. [Die Sätze haben sich erhöht. Erstattungsfähige Mietkosten variieren, je nachdem wo man wohnt.]
  2. Bei 10 Euro Lohn bräuchte man 52 Jahre. Nach 40 Arbeitsjahren gäbe es 612 Euro.
  3. Erst bei einem Mindestlohn von 13,35 Euro läge man nach 40 Arbeitsjahren über dem Betrag von 754 Euro Grundsicherung.

Wer unterdurchschnittlich verdient, länger Teilzeit gearbeitet hat, wer ausgesetzt hat oder arbeitslos war, wird unter die Grundsicherung fallen und auf staatliche Fürsorge angewiesen sein. Viele Millionen Rentner werden davon betroffen sein.

Das  Rentendesaster  hat  sich  herumgesprochen und erzeugt Wut. Es ist ein Grund dafür, daß die Mehrheit bald nicht mehr wählen geht und die Restwähler den Parteien weglaufen, die das Elend verursacht haben.

Dadurch aufgeschreckt, forderten jetzt die Parteichefs Seehofer und Gabriel eine neue Rentendebatte und beauftragten Ministerin Nahles mit neuen Reformen.

Leider ist davon nicht viel zu erwarten.

  1. Eine „solidarische Leistungsrente“ soll kommen. Wer 35 Versicherungsjahre hat, aber unterdurchschnittlich verdiente, soll 30 Entgeltpunkte bekommen. Das ergäbe z.Zt. eine Nettorente von 789 Euro, 35 Euro mehr als die Grundsicherung. Sinkt die Rente wie geplant auf nur noch 43 Prozent des Nettolohns, sänken auch die „solidarischen Leistungsrentner“ unter die Grundsicherung.
  2. Soloselbstständige, d.h. kleine Selbstständige, wie zum Beispiel die früheren Ich-Ag`s, sollen verpflichtet werden, in die Rentenkasse einzuzahlen. Sie haben jedoch meist niedrige Einkommen. Es wird ihnen kaum gelingen, so viel einzuzahlen, daß ihre Rente das Niveau der Grundsicherung übersteigt.
  3. Die Riester-Renten und Betriebsrenten sollen verbessert werden, um den Anreiz zu erhöhen, über die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung hinaus mehr Geld für die Rente aufzuwenden.

Mit diesen Plänen setzt die Regierung ihre bisherige Rentenpolitik unverändert fort. Es ist nicht vorgesehen, die Rentensenkungsfaktoren zurück zu nehmen. Nach wie vor sollen die Renten bis 2030 auf 43 Prozent des Nettolohns gesenkt werden. Es wird sogar ernsthaft diskutiert, die Riester-Rente zur Pflicht zu machen, statt sie abzuschaffen.

Wohin die Reise gehen soll, hat die Zunft der deutschen Ökonomen im Junik 2016 deutlich aufgezeigt. 61 Prozent der befragten Wirtschaftswissenschaftler fordern ein höheres Renteneintrittsalter als 67 Jahre; 35 Prozent befürworten eine weitere Senkung der Renten und ca 50 Prozent wollen die private Vorsorge zur Pflicht machen (CESifo, Ergebnis Ökonomenpanel Juni 2016)

Regierung und bürgerliche Wissenschaft handeln konsequent im Interesse der Kapitalistenklasse. Die ist nicht in der Lage, über den Arbeitslohn eine Rente zu finanzieren, die den Lebensstandard im Alter sichert.

b.W.

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Wie könnte eine Rentenreform aussehen, die im Interesse der Werktätigen ist?

Ziel muß sein, eine Rente zu schaffen, die den Lebensstandard sichert. Ein Niveau von 70 Prozent des Nettolohns hielt man dazu immer für nötig. Diese Rente muß mit 40 Arbeitsjahren erwirtschaftet werden können. Die heutige Standardrente mit ihren 45 Arbeitsjahren ist völlig unrealistisch, denn die durchschnittliche Lebensarbeitszeit liegt bei 35,7 Jahren (2014).

Das Ziel, 70 Prozent des Nettolohns nach 40 Arbeitsjahren, ist allein über den Arbeitslohn nicht zu erreichen. Eine solche Standardrente würde nach heutigem Stand einen Durchschnittslohn von mehr als 23 Euro brutto pro Stunde erfordern.

Gleichzeitig muß, um Altersarmut zu vermeiden, eine Mindestrente eingeführt werden, die mindestens 1100 Euro brutto bzw. 983 Euro netto beträgt.

Es ist richtig, höhere Löhne zu fordern, und dafür zu kämpfen. daß aber ein höherer gesetzlicher Mindestlohn eine Mindestrente oberhalb der Grundsicherung sichert, ist falsch. So schrieb die Linkspartei 2011: „Allein durch einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn könnte für alle Beschäftigten eine feste Mindestgrenze für durch Beiträge erworbene Rentenansprüche gewährleistet werden“ (Beschluß des Parteivorstandes ). Das stimmt bei 8,50 Euro nicht, nicht bei 10 Euro und selbst bei 12 Euro Mindestlohn käme man nach 40 Versicherungsjahren nur auf eine Bruttorente von 821 Euro. Also weit unter 1100 Euro und mit 735 Euro  netto bliebe man mit dieser Rente immer noch unter der heutigen Grundsicherung.

Die oben genannten Ziele wären nur zu erreichen, wenn die ganze Gesellschaft zur Finanzierung der Renten heran gezogen würde. Dabei sind zwei Wege denkbar:

  1. Alle Bürger zahlen aus ihren Einkommen den gleichen prozentualen Beitrag zur Rentenversicherung. Es gibt keine Beitragsbemessungsgrenze mehr. Die Rentenhöhe ist aber nach oben begrenzt, z.B. auf 2700 Euro brutto. Damit würden auch die Reichen in die Rentenkasse integriert. Sie zahlen mehr ein, als sie heraus bekämen. Damit wäre Geld da, um niedrigere Renten aufzustocken.
  2. Die Renten würden in höherem Maß über die Steuereinnahmen des Staates angehoben. Das setzt voraus, daß höhere Einkommen deutlich stärker besteuert werden als bisher. Auch so würden die Reichen zur Finanzierung beitragen.

Beide Varianten stoßen bei den Kapitalisten und Reichen auf heftige Ablehnung, haben sie doch die Rentenverkürzungen durchgesetzt, um ihre Rapitalverwertung und ihre Position im internationalen Konkurrenzkampf zu verbessern. Jede Zwangsabgabe zur Verbesserung des Lebensstandards der Arbeitnehmerinnen, die zu ihren Lasten geht, bekämpfen sie heftig. Eine Mindestrente oberhalb der Grundsicherung durchzusetzen, wäre nur bei schärfstem Kampf gegen die Interessen des Kapitals und einem hohen Organisationsgrad zu erreichen.

Die Punkte nochmals einzeln:

Mindestrente von 1100 Euro brutto

Nettorente nach 40 Erwerbsjahren in Höhe von 70 Prozent der letzten Nettolöhne

Rentenzugang mit 60 Jahren.

Ausführlich ist unsere Position dargelegt im Artikel „Rentendesaster“ auf unserer weltnetzseite: www.mb-ffm.de

Nachdruck und Verbreitung erwünscht.  Textquelle: http://www.klartext-info.de/

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416 Euro Grundsicherung decken NICHT das Existenzminimum

HartzVier/Grundsicherung/Sozialhilfe ist soziale Euthanasie

Aus dem Heftchen: „Was ist eigentlich das Existenzminimum“ von R. Roth, Klartext e.V

Quelle: http://wwwo.klartext-inf.de/

„Mehr noch: der Grundumsatz eines Erwachsenen beträgt 1700kcal, für den Energiebedarf bei ausreichender körperlicher Bewegung sind weitere 50% des Grundumsatzes notwendig…zusammen 2550kcal….Um also die notwendige Energie von 2550kcal BEI GESUNDER ERNÄHRUNG aufnehmen zu können, wären 8,03 EURO pro Tag erforderlich.

Mit Hartz4 kann man nur 1489kcal aufnehmen..“

Das nennt man auch Mangelernährung. Ich nenne es „langsam verhungern lassen“, denn es fehlen über 1000kcal.

Das Verhungern kann man noch verhindern, in dem man das fehlende Geld von den anderen Budgetanteilen von Hartz4 abzieht. Den meisten fehlen dann Geld für Energiekosten, Kleidung etc…Das nennt man dann falsches Wirtschaften, da Geld das nicht vorhanden ist aus anderen Töpfen umgeschichtet wird.

Für eine normale Durchschnittsperson müsste man den Betrag der Grundsicherung von 416 auf knapp über 600 anheben. Das wird nicht gemacht, da man im Niedriglohnsektor billigste Arbeitssklaven zum Ausbeuten benötigt. Der Mindestlohn wäre deutlich höher anzusetzen.“ ZITAT ENDE

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Der Kommentator schreibt das, was ich HIER auf diesem BLOG schon länger beschreibe.  Daß man sich mit dem bisschen Geld noch nicht mal gesund ernähren kann. Daß man, um es trotzdem ansatzweise zu versuchen, aus anderen Ausgabenbereichen sein Essen finanzieren muß; die logische Folge ist dann daß für, zum Beispiel, Kleidung, oder „mal wegfahren“, oder die Fahrt zum Facharzt weiter weg, das Geld fehlt. Bei mir geht fast alles Geld für gesundes Essen weg.  Weil ich frisch kochen muß, aus gesundheitlichen Gründen. Ich kaufe noch nicht mal „bio“, weil das gar nicht geht aus finanziellen Gründen. Einfach frischen Salat jeden Tag, das ist sehr teuer. Gegen Monatsende geht dies aber nicht mehr, weil das Geld nicht ausreicht, einen ganzen Monat frisch zu kochen. Gegen Monatsende muß ich deshalb auf Fertigprodukte zurück greifen, die viel billiger sind, die ich aber aufgrund meiner zahlreichen Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten nicht essen kann. Ich muß sie aber trotzdem essen. Dies ist gesundheitsschädlich. Ich bin durch den unzureichenden Grundsicherungssatz gezwungen, mich gesundheitsschädlich zu ernähren. Geld für Kleidung fehlt völlig. Das Alte geht so langsam kaputt, wird zwar geflickt, aber bei Schuhen, zum Beispiel, geht das nicht. Neues Gleichwertiges Kann nicht gekauft werden. Es wird damit enden, daß ich im Winter mit Turnschuhen herum laufen muß oder gar nicht mehr raus gehe.

Diese Armut, die ich hier ausdrücklich beschreibe, denn anders geht es nicht, anders kapiert IHR DA DRAUSSEN ES NICHT, ist schon seit 2005 existent ist in Deutschland, sie interessiert aber keinen.  Die sogenannten „rechten“ sowieso nicht, denn die meinen, wer arm ist, ist selbst schuld, und die sogenannten „linken“ auch nicht, denn die meinen, in Kalkutta sei ja alles noch viel schlimmer, und deshalb müsse man sich um deutsche Arme nicht kümmern. Ganz schlimm sind die esoterisch Verblendeten, die meinen, „die Seele habe sich die Armut selbst ausgesucht“.  Allen diesen Ignoranten gemein ist: Sie verbreiten neoliberalen, menschenverachtenden Schwachsinn.

Der Artikel, dem ich den obigen Kommentar entnommen habe (leicht verändert), findet sich hier: https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/hartz-iv-abschaffen-das-ist-nicht-so-einfach

Der Sozialstaat soll wohl langfristig abgeschafft werden. Mit ein Grund, um dies erreichen zu können, sind die sogenannten Flüchtlinge. Jeder, den man im Gespräch auf eine Erhöhung des Grundsicherungsbetrages/H4 anspricht, thematisiert die sogenannten Flüchtlinge als Gegenargument, denn dann bekämen diese ja „auch so viel Geld“. Und meist folgt dann noch die Aussage: „noch mehr Sozialleistungen würden noch mehr Flüchtlinge anlocken“. Daß deutsche Arbeitslose und Arme derweil seit der Einführung von H4 im Elend dahinsiechen bzw. krepieren, interessiert den sogenannten „deutschen Mittelstand“ und die, die noch Arbeit haben, nicht. Dort verbreitet man lieber die Mär: „geh arbeiten“, so als ob dies die Lösung für das mittlerweile existenzielle Problem der Armut sei.

Es spricht also sehr viel dagegen, die Grundsicherung zu erhöhen. Es spricht nur ein Grund dafür: Die Menschlichkeit. Aber die ist in diesem Land sowieso längst den Bach runter gegangen.

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Dazu reicht das Geld nicht

Leider war die Verlinkung meines Armut-Leitartikels  bei @thom ram „nicht so erfolgreich“. Mit „erfolgreich“ meine ich, Menschen verständlich und nachvollziehbar zu machen, was Armut bedeutet.

An den Antworten dort kann man, mit nur einer Ausnahme, unschwer erkennen, wie verdreht die Leute im Kopf sind. Die meisten haben gar nicht erkannt, was Armut ist. Vielfach herrscht die Meinung vor, wenn jemand arm sei, sei das so „gerecht“. Es wird auch mehrfach die Meinung geäußert, „eine Seele suche sich den Mangel aus“.

Diese Meinungen stören mich auf anderen blogs nicht, ich bin ja für Meinungsfreiheit. Allerdings bin ich gegen Verleumdung, dies geht an @Bettina auf thomrams blog. Verleumdung ist übrigens eine Straftat, @Bettina, aber du bist so ein kleines Licht, daß du mir egal geworden bist, genauso wie die anderen Verleumder da draußen. Schreibt doch, was ihr wollt, ihr lügt sowieso alle. Ihr könnt gar nicht anders, so arm seid ihr im Geiste.

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Also zurück zu den Kommentaren bei @thom ram:

Mit solch esoterischen Schwachsinns-Aussagen wie „eine Seele sucht sich das selber aus“, mag ich nichts zu tun haben.

Eine Schreiberin hatte aber wohl ansatzweise verstanden, was Armut ist, ich zitiere aus mariettalucias Beitrag:

„Für Leute wie uns hier, die sich schon länger mit bewusstseinsfördernden Dingen und Themen beschäftigen ist Armut vielleicht nicht so das zentrale Thema. Ich dachte bei meinem Beispiel eher an diejenigen, die in tatsächlicher Altersarmut leben und mit minimalistischen Finanzen auskommen müssen. Ich sehe sie, tagtäglich unten in dem kleinen Supermarkt,wie sie die Billigstmarken an Lebensmitteln kaufen oder, wie heute mittag erlebt, nach jedem kleinen Cent in der Tasche graben müssen…..oder einen zu teuren Artikel wieder zurück aufs Band legen müssen, da das Geld nicht reicht.
Oder sich die ältere Dame überlegen muss ob sie sich am Sonntag eine Fahrkarte lösen kann um ihre Freundin zu besuchen zum Kaffeetrinken, oder der ältere Mann, der gerne zum Skatabend gehen würde, doch da jeder dazu was mitbringt, lässt er es lieber……denn dazu reicht das Geld nicht.“

Der entscheidende Satz aus diesem Zitat heißt, ich muß das leider nochmal groß einfügen:

Dazu reicht das Geld nicht.

Das Geld reicht für all dies nicht. Das Geld reicht nicht für Soziale Kontakte. Das Geld reicht nicht für den Facharztbesuch. Das Geld reicht nicht für Zuzahlungen zu Nahrungsergänzungsmitteln. Das Geld reicht nicht für Frischkost. Das Geld reicht nicht, um einfach mal weg zu fahren. Das Geld reicht nicht, um Einladungen, weiter entfernt, wahrzunehmen. Das Geld reicht nicht für anständige Winterkleidung. Das Geld reicht nicht für einen Wasserhahn in der Küche, der alte tropft immer mehr. Das Geld reicht nicht für neue Lichtschalter, die alten sind kaputt, und den Elektriker. Das Geld reicht nicht um in einen Sozialverband einzutreten. Das Geld reicht nicht, um auf ein Konzert zu gehen, einmal im Jahr. Es fiele mir mit Sicherheit noch mehr ein, wozu das Geld nicht reicht, aber ich habe zu weiteren Aufzählungen keine Lust. Das Schlimmste ist die Einschränkung beim Essen. Und daß man nicht weg fahren kann.

Die hier aufgezählten Bedürfnisse sind die Bedürfnisse älterer Menschen. Ach ja, Wasser trinke ich aus der Leitung, für mehr reicht das Geld nicht. Schon gar nicht für andere Getränke.

Die etwas „unnormaleren“ Bedürfnisse sind bei mir (bin ja Künstler, immer noch), Musik machen und vermarkten, bzw. damals, Bildende Kunst. Letzters geht gar nicht mehr, weil zu teuer. Alte Menschen sollen wohl vor dem Fernseher oder Rechner vergammeln. Zu mehr fehlt das Geld.

Ich halte also mal fest, bewußt provozierend: Menschen, die sich mit bewußtseinsfördernden Dingen beschäftigen, haben von Armut keine Ahnung.  Wer angesichts von solch existenzieller Armut von einer „Welt der Fülle“ spricht, lebt auf einem anderen Planeten. Würden Menschen, die so reden, wirkliche Armut erleiden, hätten sie nämlich  keine Zeit mehr für esoterische Flachkacke. Ich rede hier von TATSÄCHLICHER ALTERSARMUT. Dies scheint bei den Mitlesenden nicht angekommen zu sein. Wer hier noch irgend etwas zum Thema Armut abläßt, möge sich bitte an diese Tatsachen halten. Meinen ausdrücklichen Dank an mariettalucia.

Nochmals DEUTLICH: Es ist gut, den Fokus auf Dinge zu lenken, die schön, erfreulich sind. Nur kann man das nicht dauerhaft, wenn man arm ist, und ständig den Mangel verwalten muss. Ich bin auch nicht verpflichtet, Lösungen aufzuzeigen. Zu Lösungen kommt man eventuell später. Lösungen können sowieso nur global erfolgen. Es ist nicht ansatzweise meine Arbeit und Aufgabe, Lösungen zu entwickeln, wobei ich schon viel in dieser Richtung hier auf dem blog geschrieben habe; ich wette, diejenigen, die Lösungen haben wollen, haben diese Artikel von mir nicht gelesen. Klar zieht das Thema Armut „runter“, wie vielfach bemerkt, deshalb höre ich jetzt auch auf, hier zu schreiben. Was mich aber noch mehr runter zieht, ist die Gleichgültigkeit der Menschen gegenüber der Armut, eine Gleichgültigkeit, ja, man kann sagen, Rohheit der Menschen, für die die Kommentarschreiber bei @thom ram ein sehr gutes Beispiel sind. Wie gesagt, mit der einen Ausnahme: mariettalucia.

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Geldsystem wird aus Bewußtsein der Menschen verdrängt

Ohne das Geldsystem kann man die Verhaltensweisen von Menschen immer nur falsch beurteilen, ja es wird sogar suggeriert, daß alle Entscheidungen immer nur losgelöst von den Zwängen des Geldes und damit eigene Entscheidungen der Menschen wären.

Dies ist besonders beim letzten Kommentar hier auf dem blog ersichtlich gewesen.

Artikel über Arme thematisieren Armut. Logisch. Armut ist eine Folge der Ungleichverteilung, die durch Kapitalismus entsteht. In der sogenannten „westlichen Welt“, dem Kapitalismus mit dem Dollar als Leitwährung wird man gezwungen, vorgegebene Währungen zu benutzen. Es handelt sich also um ein Zwangsgeldsystem.  Geld wird in diesem System von privaten Banken ohne Deckung erschaffen. Wenn es Gleichbehandlung der Menschen gäbe, dürfte jeder Mensch privat Geld erschaffen. Dies ist aber nicht so. Die meisten Menschen denken über so etwas nicht nach. Sie tun irgend etwas, irgend eine Sklavenarbeit, weil sie denken: Ich brauche ja das Geld.

Ich möchte hier festhalten: Wir leben in einem Zwangsgeldsystem.

Warum das alles so ist, darüber denken Menschen nicht nach. Genau an dem Punkt wird es aber spannend.

Warum werden wir gezwungen zu diesem Geld, und zu diesem System? Wie kann man über Armut schreiben, ohne unser Geldsystem, welches ja die Armut verfestigt, zu erwähnen? Menschen, die schreiben: „Ist alles Einstellungssache“, wissen nicht, was Armut ist. Die verhungern dann vielleicht auch irgendwann einmal, mit einem fröhlichen Lächeln auf den Lippen. Jeder soll tun, was er mag/Kann. NOCH KANN.

Man kann nur das tun, was der eigene Geldbeutel zulässt. Dies habe ich hier schon sehr oft beschrieben.

Die von mir im Leitartikel skizzierten Armen können nicht mehr viel tun. Sie werden immer arm bleiben. Das ist das Hauptproblem. Das Wissen, daß der Kapitalismus genau diese Millionen Arme so vorgesehen hat, bzw. daß durch das derzeitige Geldsystem automatisch und logischerweise immer mehr Menschen verarmen, ist dabei nicht hilfreich. Denn: Wissen hilft nicht weiter, was die Thematik: Wie ändere ich das, angeht. Ein Wissen, welches vergleichbar ist mit dem Wissen des Kaninchens vor der Schlange, ist eigentlich mehr oder weniger nutzlos.

Arme können deshalb nicht mehr viel oder gar nichts mehr tun, weil ihnen das Geld fehlt. Das ist der Hauptgedanke, den viele Menschen erst einmal zulassen müssen in ihren Köpfen. Allzu leicht funken an dieser Stelle „esoterische Gurus“ dazwischen, die allen Ernstes behaupten, das sei alles Einstellungssache. Nein, so ist es eben nicht. In dieser kapitalistischen Gesellschaft kostet alles Geld. Das ist das eigentliche Verbrechen. Warum kostet Leben Geld?

Geld hält man künstlich knapp, wie alle anderen Mängel, die es in dieser Gesellschaft gibt, und die auch künstlich verknappt werden. Was spräche dagegen, Wohnungen für Arme zu bauen? Nichts. Es gibt genug Geld dafür. Man tut es aber nicht, weil man es nicht tun will. Dies muß man sich immer wieder vor Augen führen.

Arme sind gesellschaftlich gewollt um die, die arbeiten, eben in dieser Arbeit zu halten. Hier greift die Angst vor dem, was „sozialer Abstieg“ genannt wird. Wer arm ist, gilt in der kranken deutschen Gesellschaft als „abgestiegen“, er „hat es nicht geschafft“, er „hat sein Leben nicht gemeistert“. Das ist deshalb krank, weil „sein Leben meistern“ unter Deutschen immer etwas mit Wohlstand oder gar Reichtum zu tun hat. Innere Werte zählen nicht. Das ist typisch für die verlotterte westliche Wohlstandsgesellschaft. Es zählt nur das Geld. Dies könnte man ja ändern, aber es ist ja wirklich so: Man braucht es einfach. Weil man das Geld brauchen soll. Man ist abhängig davon. Und das ist so gewollt.

Alles eine Einstellungssache? So argumentieren Psycho-Gurus. Sie verdrehen die Persönlichkeiten von Menschen. Sie verdrehen die Wahrheit: die Abhängigkeit vom Geld.

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Ich war damals im sogenannten HartzVier-Bezug. Das ging jahrelang gut, man ließ mich in Ruhe. Zu der Zeit habe ich als Bildender Künstler gearbeitet. Es begann 2009, 2010 begann ich, intensiv zu zeichnen. Ich fand dann schnell eine  private Kunstschule in Köln und besuchte dort ein, zwei Kurse über Perspektive usw. Diese Kunstschule war gut, sehr nette Leute, sehr fähig, sehr sympathisch. Die Lehrer dort fanden das, was ich bis dahin gemacht hatte (Zeichnungen, Graphit, Tusche), gut, ausbaufähig, mit Stil. Ich fühlte mich dort wohl und unterstützt und angenommen. Eben alles Künstler, oder die, die es werden wollten. Diese Kunstschule bot auch eine Art Studium an. Zwei Jahre dauerte dies damals, und es kostete knapp 200 Euro pro Monat. Ich habe lange überlegt, ob ich mich dort eintragen sollte, aber es war zu  teuer. Ich war ja im H4-Bezug, und es konnte jederzeit von dort irgendeine „Maßnahme“ oder sonstiges kommen. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich konnte keine Kunst studieren, weil ich arm war. Jobcenter (ich glaube, die Dinger heißen jetzt anders, aber egal) finanzieren so etwas natürlich NICHT. Jobcentern ist egal, was ein Mensch will. Ein „Hartzer“ hat jede Drecksarbeit anzunehmen.  Das ist Kapitalismus in Reinkultur. Warum tut der „Hartzer“ das, letzten Endes (ich habe nur ganz wenige Ausnahmen gekannt, die sich gegen diese Sklaverei zur Wehr gesetzt haben)? Weil er Angst  hat. Geldmangel, nix mehr zu fressen, Wohnraumverlust. Wenn noch Kinder da sind, geht das schon mal gar nicht.

So ist Kapitalismus. Lohnabhängig Beschäftigte haben im Prinzip dasselbe Problem, nur, daß sie eben für ihr Geld, welches sie zwangsweise benutzen müssen, arbeiten gehen MÜSSEN. Teilweise gehen diese armen Schweine für 4 Euro arbeiten und stocken dann auf. Was ich wiederum nicht verstehen kann (Ausnahme: Kinder vorhanden), aber dies ist ein anderes Thema.

Wenige Menschen denken über so etwas nach. Schade eigentlich.

Ich habe jetzt ein Beispiel gebracht, wo das Geld den Ausschlag gegeben hat, daß ich etwas nicht machen konnte. Wenn ich diese Kunstschule hätte besuchen können, wäre mein Leben mit Sicherheit ab dem Zeitpunkt anders verlaufen. So bin ich ab 2012 in die chronische Erschöpfung gekommen, mußte nach vier Jahren Bildender Kunst das Malen aufgeben und Rente beantragen.

Ich habe dann Musik gemacht, aber ich konnte meine Musik nicht bewerben. Auch hier fehlte wieder das Geld.

Ich bin immer noch (und keiner weiß, wie lange das dauert) CFS-krank und sehr, sehr eingeschränkt im Alltag. Die Erschöpfung ist mein täglicher Begleiter und dies seit fast 10 Jahren nun. Das ist das Ergebnis des dauernden Kampfes gegen ein System, welches Menschen nicht leben läßt, wie sie leben sollten: Frei und eigenverantwortlich.

Dies geht NICHT innerhalb des Kapitalismus. Der K. braucht nur Sklaven, möglichst viele, damit die sich untereinander bekämpfen um die wenigen Krümel, die man ihnen vorwirft.

Ein reicher Schnösel hätte alles das, was ich nie bekommen habe, mit 18 ganz locker von seinen Eltern finanziert bekommen. So einfach ist das für Reiche und Wohlhabende. Aber es geht mir hier nicht um Neid. Ich bin nicht neidisch. Ich freue mich für jeden, der sein kann, was er ist. Es geht mir darum, aufzuzeigen, daß eben das Geldsystem aus dem Bewußtsein der Menschen verdrängt wird und daß es keine Lösung geben kann für alle Menschen, wenn man nicht das Geldsystem verändert. (Ein Weg dazu wäre zb. der sogenannte Plan B der Wissensmanufaktur). Es ist eine Lüge, zu behaupten, man könne „das alles“ nicht ändern.

Man kann das alles ändern. Man will aber nicht.

Neue Heimat Kyffhäuser

WAHNSINN auf höchstem Niveau!!!

So wird im Kapitalismus Mangel geschaffen/ erhalten. Man wirft lieber die Dinge weg, bevor man sie Bedürftigen zukommen läßt.

Der Mensch - das faszinierende Wesen

Kam mir  auf Facebook vorbei:

Gerade habe ich gesehen wie Unmengen!!!! an Lebensmitteln einfach so weggeworfen werden!!!!!
Nach Absprache mit der Marktleitung, war es mir nicht möglich, die Sachen zu retten!!

Die Marktleitung hat Anweisung von ganz oben, sie dürfen nicht!!

Ich habe ausführlich erklärt, dass ich es Menschen zukommen lassen würde, die es echt echt dringend brauchen würden!!!
Keine Chance!!

Es ist Samstag noch nicht mal 17 Uhr!!

Sie dürfen es nicht mal hinstellen, damit es sich Menschen nehmen können!!!

Ich rede jetzt nicht davon, dass nix sortiert ist in Bio- Rest- oder Plastikmüll, sondern ich rede von dem respektlosen Umgang mit Ressourcen!!!

Die Lebensmittel haben nichts und würden vielen Menschen helfen!!!

Ich bitte euch, teilt den Beitrag, vielleicht können wir so etwas bewirken!!!

Die Lebensmittel sollen wenigstens Foodsharing übergeben, oder der Tafel, oder es ausschreiben!!!
Ich kenne genügend Leute die abholen würden und es verteilen!!

Das ist doch…

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Gysi ist ein Deutschenhasser

und warum die weitaus meisten Menschen falsche Vorstellungen von linker Politik haben.

Hintergründe liefert dieser Artikel:
https://www.nachdenkseiten.de/?p=44378#more-44378

Zitat daraus:

„Zentraler noch ist hierbei die Problematik, dass die EU in ihrer realexistierenden Form äußerst undemokratisch ist und vor allem die politische Linke auf EU-Ebene kaum etwas umsetzen kann. Aber das weiß Gysi, der in Leipzig stolz als „Präsident der Europäischen Linken“ vorgestellt wurde, ja selbst nur all zu genau. Diese „Europäische Linke“, der er vorsteht, besteht außer der deutschen Linkspartei doch nur noch aus der griechischen Syriza, die artig exekutiert, was aus Brüssel vorgegeben wird, und einigen Kleinstparteien. Die starken neuen linken Strömungen, wie Podemos in Spanien, La France insoumise in Frankreich, die Fünf Sterne aus Italien oder Jeremy Corbyns Labour Party aus Großbritannien werden doch allesamt gar nicht von Gregor Gysi auf europäischer Ebene vertreten. Bei ihm heißt es dann: Es gäbe eine „Spaltung in jene, die vornehmlich nationale und jene, die vornehmlich internationale Antworten suchen“. Ja, die neuen starken linken Parteien und die namhaften internationalen linken Politiker der Gegenwart haben in der Tat sehr unterschiedliche Positionen in dieser Frage. Jeremy Corbyn, Jean-Luc Mélenchon, aber auch Bernie Sanders vertreten hier explizit nicht die Position eines Gregor Gysi – sondern eher die Position von Gysis parteiinternen Gegnern Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht.

„Kann man überhaupt von Chancengleichheit sprechen, wenn sie nur in einem Land gilt?“, fragte Gregor Gysi in seiner Leipziger Rede und dies ist nur ein Beispiel der seltsamen Rabulistik, die dem geübten Rhetoriker natürlich nicht fremd ist. Die Antwort wäre: Es kommt auf den Bezugsrahmen an. Aber auch das hilft nicht weiter. Politisch viel interessanter wäre daher doch die Frage: Kann man die Chancengleichheit in verschiedenen Ländern eher dann verbessern, wenn man koordiniert in jedem dieser Länder auf nationaler Ebene tätig wird und das Ganze über internationale Regelwerke flankiert oder sollte man sich lieber auf die internationale Ebene beschränken, da der Nationalstaat ja in Zeiten der Globalisierung ein Auslaufmodell sei? Die Antwort sollte nicht allzu schwer sein.

Gysi macht es sich viel zu leicht, wenn er sagt, der „Internationalismus“ sei eine „zwingende Voraussetzung für die soziale Frage und Chancengleichheit“. Denn wenn eine vor allem national vertretene Partei ihre Optionen auf eine höhere Ebene verschiebt, auf der sie aber überhaupt keine Handlungsmöglichkeiten hat, ist dies ein Betrug an ihren Wählern.“ ZITAT ENDE

Meine Gedanken dazu: Genauso wird vielfach von „linker“ Seite argumentiert. Ob diese Argumentation, alle Probleme der Menschheit inklusive Klassenkampf seien nur international zu lösen, ein Weg ist, Menschen in die Irre zu führen, dh. falsch zu informieren, kann ich zwar vermuten, natürlich aber nicht belegen. Ich weiß aber aus „Diskussionen“ mit „Linken“, daß man allzugerne innerdeutsche Probleme, wie die Armut, und die Arbeitslosigkeit, bagatellisiert, indem man darauf verweist, daß es ja irgendwo auf der Welt „noch viel schlimmer sei“.

Dieser Starrsinn der „Linken“, alle Probleme seien nur international zu lösen, verbunden mit dem gleichzeitigen Augen-verschließen vor den Problemen im eigenen Land, generiert sich mir gegenüber ähnlich wie der Starrsinn der Nationalsozialisten, ihre Rasse sei die Herrenrasse, die bessere Rasse.

Ich denke beide Formen von Starrsinn führen in den Untergang.

Es wird von gewissen „Linken“ Seiten offen gegen Menschen gehetzt, die anderer Meinung sind als die übliche sozialistische Einheitsmeinung es gebietet. Lösungswege aus dem derzeitigen Dilemma müssen aber an die derzeitige Lage erst einmal national, dh. in Deutschland, angepasst sein, und sie müssen an die derzeitige wirtschaftliche Lage angepasst sein, die sich nun mal dadurch auszeichnet, daß wir 10 Millionen Arbeitslose haben im Gegensatz zu den „goldenen Sechzigern“ mit Vollbeschäftigung. Da spielt mit hinein, daß der klassische Lohnarbeiter immer weniger benötigt werden wird, so daß man von „linker“ Seite eventuell meint, sich um diese Wählerklientel nicht mehr besonders kümmern zu müssen.

Mein Eindruck war: Die Linke hat den klassischen Lohnarbeiter längst aufgegeben. Weil man ihn immer weniger braucht und in Zukunft brauchen wird. Die Spd hat das schon länger so gemacht. „Genosse der Bosse“ ist ja schon ein Widerspruch in sich. Gysi ist bekanntermaßen ein Deutschenhasser, mit so einem wird die „Linke“ noch mehr unwählbar. Man muß Probleme erst einmal innerstaatlich lösen, wo dies gegeben ist, der bloße Hinweis darauf, daß es Menschen in Drittweltländern ja schlechter gehe und denen erst mal geholfen werden müsse, ist für mich abstrus, lenkt von der Thematik hier in Deutschland ab und damit Deutschenfeindlich. Aber Gysi hat sich ja schon früher gefreut, daß „die weniger Kinder kriegen“.

Ich finde ziemlich schlimm, was er in diesem Video sagt. Er schwingt mal wieder die übliche Moralkeule GÄHN – und er pauschalisiert, indem er alle Menschen, die sich um ihre Zukunft Sorgen machen, als Nazis bezeichnet. Das ist leider bei vielen „LINKEN“ typisch, und ich denke mehr und mehr, daß dies auch so gewollt ist, um die Leute in die „Arme“ der afd zu treiben.

Man will nicht, daß beide politischen Lager mit einander reden. Dies will man um jeden Preis verhindern, und dafür ist auch jedes Mittel recht. Um diesen Streit weiter zu befeuern und die Menschen gegeneinander aufzuhetzen.

Hier das betreffende Video:

 

Es ist schade. Man kann nur hoffen, daß Frau Wagenknecht und Herr Lafontaine eine Arbeiterbewegung gründen werden. Aber große Chancen sehe ich nicht mehr. Arbeiter und Arme haben eben in Deutschland keine Lobby. Das dies auch anders geht sieht man ja in England, USA und Frankreich.

Neue Heimat Kyffhäuser

Armut öffentlich zu machen

scheint mir wichtig zu sein.

Ich meine explizit Armut in Deutschland.
Man kann Armut in Deutschland nicht mit Armut in anderen Ländern vergleichen. Dazu gab es bereits Artikel auf diesem blog. Wer trotzdem vergleicht, und behauptet, Armut in Deutschland „sei nicht so schlimm, weil es den Armen in anderen Ländern so viel schlechter geht“, bagatellisiert die Armut in Deutschland.

Soviel dazu. Deshalb wird hier auf diesem blog nicht verglichen. Schlimm ist Armut immer, und Armut ist immer relativ. Weil sie an den jeweiligen Lebensumständen des Armen gemessen werden muß. Ein armer Mensch lebt ja nicht völlig ohne Kontext zu seiner Umwelt, zu seinem sozialen Umfeld, zu seinem Wohnort, und in der Regel müssen Arme von dem, was man in Deutschland „Behörden“ nennt, unterstützt werden. In dem Sinne sind Arme eingebunden. Sie bekommen etwas. Zwar nicht viel, aber immerhin, so kann man das sehen. Wobei es da immer auf den persönlichen Standpunkt ankommt. Jemand, der nie lange von Grundsicherung/HartzVier gelebt hat (mit lange meine ich so ein Jahr mindestens), kann nicht beurteilen, wie das ist, welche Auswirkungen diese Armut auf das eigene Leben hat.

Arme finden öffentlich nicht statt. Man hört sie nicht an, oder, man kann sagen, auf gewissen Seiten im Netz, hört man sie immerhin (!) etwas öfter. Die breite Bevölkerungsmehrheit in Deutschland ist nicht arm und in der breiten Bevölkerungsmehrheit ist nicht bekannt, was Armut bedeutet. Weil sie es selbst nie erfahren  hat.

Dies muß geändert werden.

4e-Lichtgespinst

Dabei muß bezüglich der armen Menschen in Deutschland, unterschieden werden.

Es gibt die:

  1. jungen dynamischen Auszubildenden/Studenten, die durchaus mit weniger Geld auskommen, auch längere Zeit. Sie sind jung und gesund, und ihr Zustand, ihre Armut, wird sich in absehbarer Zeit verändern. Sie arbeiten auf ein Ziel hin, eine Ausbildung, eine Zukunft. Das läßt sie ihre nur vorübergehende Situation sehr gut ertragen.
  2. Es gibt die sogenannten „Hartzer“, also Menschen im HartzVier-Bezug. Die Zahlen über Menschen, die H4 beziehen, sind unterschiedlich, je nachdem man welcher Statistik glaubt. Zu dieser Gruppe zähle ich auch die sogenannten „Aufstocker“, Menschen, die so wenig verdienen, daß ihr Lohn nicht zum Leben reicht. Dies ist eine Schande in einem reichen Land. Wird aber von angeblich „sozialen“ Gruppen wie „Gewerkschaften“ stillschweigend ignoriert. Diese Menschen sind arm trotz Arbeit. „Arm trotz Arbeit“ ist typisch für kapitalistische Länder/Menschenausbeutung.
  3. Es gibt die älteren nicht mehr in Arbeit vermittelbaren „Frührentnter“, das nennt sich „Rente aus arbeitsmarktpolitischen Gründen“, und es gibt die Gruppe der nicht mehr arbeitsfähigen Kranken. Diese bekommen i.d.Regel Sozialhilfe/Grundsicherung. Der Betrag ist derselbe wie der, den die Menschen unter Punkt 2) bekommen, derzeit liegt er bei 416 Euro. Diese Menschen sind – logischerweise – auch arm. Doch unterscheidet sie sehr viel von den Menschen unter Punkt 1). Sie haben ihr Leben zu zwei Dritteln gelebt. In der Regel haben sie viel gearbeitet. Sie haben keine Zukunft mehr, auf die sie hin arbeiten können, eine Zukunft, die sie mit eigener Kraft beeinflussen können. Sie befinden sich quasi auf dem Abstellgleis in den Tod. Ich drücke das mal so deutlich aus, damit klar ist, was gemeint ist. Denn: Ältere Menschen, und evt. noch dazu Kranke ältere Menschen, will in Deutschland keiner haben. Da will auch keiner was mit zu tun haben. Lebenserfahrung, die ältere Menschen haben, zählt sowieso nicht mehr. Die Alten sind also überflüssig. Eine typisch neoliberale/kapitalistische Einstellung. Alles, was Geld kostet und „nichts einbringt“, muß weg.

In der öffentlichen Diskussion über Armut werden diese drei Gruppen völlig unterschiedlicher Menschen alle mit einander vermischt. Alle diese Menschen sind arm. Aber sie leben völlig unterschiedlich, was sich logischerweise aus den Umständen ergibt, wegen derer sie arm sind. Ein armer Student hat eine Zukunft. Ein älterer Dauerarbeitsloser merkt sehr wohl, daß er in Deutschland keine Zukunft hat. Ein älterer chronisch Kranker in Deutschland weiß, daß er in dem Deutschland, wie es derzeit existiert, keine Zukunft hat.

Alle diese Armen haben noch nicht einmal eine politische Heimat. Klar, man kann sagen, ist doch egal, geht arbeiten. Wen interessiert denn Politik. Das sind auch so die typischen Aussagen, die man zu hören bekommt, wenn man Menschen in Deutschland auf das Thema „Armut“ anspricht. „Geht arbeiten“, ist die standardisierte Antwort des umerzogenen Systemlings, auch genannt: „Bürger“. Bürger kennen keinen anderen Lösungsweg als Arbeit. Sie bedeutet für sie die Lösung aller Probleme.

Das ist richtig, wenn eine Volkswirtschaft funktioniert. In unserer Volkswirtschaft ist das aber schon seit längerem NICHT mehr der Fall. Dies ist dem Bürger nicht klar. Er repetiert sein „geht arbeiten“, immer weiter, wie ein Dummer, der ständig gegen eine Wand läuft, obwohl die Wand gut sichtbar vorhanden ist.

Ich glaube, auch Armen ist der eigentliche Grund ihrer Armut nicht klar. Mir wurde er durch meine Biographie klar. Mir wurde er klar, als ich merkte, ohne Geld geht nichts innerhalb dieses Systems. Nicht mal Kunst/Musik kann man machen, ohne Geld.  Ohne die ausreichenden finanziellen Mittel zu haben, braucht man gar nicht anzufangen.  Klassische Dienstleistungs-Selbstständige (im Gegensatz zu den Freiberuflern) müssen sich erst einmal verschulden, um überhaupt starten zu können. Durch diese Verschuldung sind sie in der Regel lebenslang versklavt. Ich habe das nicht gemacht, wer gibt schon Geld für Bildende Kunst. In diesem Deutschland, welches in Bezug auf Kultur völlig verlottert ist, hat man als mittelloser Künstler ohne Mäzen keine Chance. Dies wurde mir über viele Jahre brutal deutlich, deshalb weiß ich um diese Zusammenhänge. Daß man Geld zwingend braucht und dadurch abhängig ist/wird. Es ist völlig egal wie gut man ist, ohne Geld geht nichts. Man kann sich auch nicht hocharbeiten. Besser werden mit dem Ziel, irgendwann mal erfolgreich zu sein. Diese Anstrengungen sind völlig sinnlos, wenn das Geld fehlt. Man kann so gut sein wie man will, wenn das Geld fehlt, ist das alles verlorene Liebesmüh. Diese Abhängigkeit ist die eigentliche Sklaverei. Der Bürger hinterfragt solche Dinge nicht, der wiederholt nur sein „geht arbeiten“. Der Arme sollte aber beginnen, dies zu hinterfragen.

In der Regel geht, bis auf ganz seltene Ausnahmen, jeder Mensch gerne arbeiten. Die Arbeit muß aber Spaß machen und sinnvoll sein, und der Lohn muß stimmen, sofern es sich um lohnabhängige Beschäftigung handelt. Für den Selbstständigen gilt aber im Prinzip dasselbe.

Halten wir also fest: Diese unsere sogenannte „westliche“ Volkswirtschaft funktioniert nicht, schon seit längerem nicht. Warum das so ist, wird klar, wenn man sich über Kapitalismus/Geldsystem informiert. Soviel Grundwissen setze ich hier voraus.

Zurück zu den oben genannten Gruppen:

Daß Menschen aus der Gruppe 2) und 3) eben nicht mehr arbeiten können, tangiert Bürger, die ständig wiederholen: „Geht arbeiten“, wenig bis gar nicht. Ich habe mit älteren wohlhabenden Menschen gesprochen, die sich gar nicht vorstellen können, daß es keine Arbeit gibt. Weil es früher, als sie jung waren, immer Arbeit gab. Diese Älteren können sich einfach nicht ausmalen, wie sehr sich alles geändert hat. Der zweite Punkt, daß eine Arbeit nicht aus HartzVier hinaus führt, weil der Lohn zu gering ist, diesen Punkt können sich viele Menschen auch nicht vorstellen. Daß die Begeisterung, solch eine Arbeit auszuführen, bei Arbeitslosen sehr gering ist, dürfte klar sein, und verständlich. Wer arbeitet schon gerne für 5 Euro und geht dann am Monatsende noch „aufstocken“, genau wissend, dies bleibt für den Rest meines Lebens so.

Krankheit wird akzeptiert. Wobei es auch auf die Krankheit ankommt. Einem jungen chronisch Rheumakranken wird eher nicht geglaubt. Unter Krankheit stellen sich die meisten Menschen immer noch eine ältere Person vor, die nicht mehr richtig laufen kann und der man die Krankheit auch deutlich ansieht.

Auf diesem blog wird diejenige Armut thematisiert, die die Menschen unter Punkt 2) und 3) betrifft. Mit jungen armen Studenten habe ich persönlich nichts am Hut. Ich ordne mich unter Punkt 3) ein, ich bin Rentner und chronisch krank, seit 2012. Des weiteren bin ich „immer noch“ Künstler. Was die ganze Sache doppelt schwer macht, denn Kunst machen kann man nicht, wenn man arm ist. Ich habe also, aus diesem Grund, eine etwas andere Sichtweise. Ich war zwar auch lange lohnabhängig beschäftigt, dies ist aber nicht meine Berufung. Meine Berufung ist die Bildende Kunst und die Musik.

Ich habe immer gerne gearbeitet. Ich bin auch nicht der Meinung, daß Menschen nicht gerne arbeiten, wenn die obigen Punkte erfüllt sind. Diesbezüglich habe ich ein positives Menschenbild. Sinn dieser Artikel über Armut auf diesem blog ist es, aufzuklären. Zu differenzieren, wie unterschiedlich Armut sein kann, warum sie einen Menschen trifft und was dann die Folgen sind. Sinn dieser Artikel ist es, gegen die Gleichmacherei der Armen, die ja öffentlich geschieht, anzuschreiben, und, natürlich, nicht zuletzt gegen die Verurteilung armer Menschen. Leider findet man dieses Schlechtmachen armer Menschen recht häufig.

Verurteilung geschieht immer aus Unwissenheit, glaube ich (es sei denn es handelt sich bei Kommentatoren im Internet um bezahlte Trolle), und gegen Unwissenheit kann man etwas tun: Aufklären.

Neue Heimat Kyffhäuser