Fachärztemangel – Neues von der Armutsfront

Aus den Nachrichten der Epoch Times; link: https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/pflegenotstand-wohnungsmangel-und-die-luecken-beim-internet-auf-dem-lande-a2370067.html

„Gesundheit:

Gesetzlich Versicherte leiden noch immer unter den langen Wartezeiten auf einen Facharzttermin. Um dieses Problem einzudämmen, würde die SPD am liebsten die Privilegien bei der Privatversicherung kappen. Doch da will die Union nicht mitmachen. In einem ersten Schritt will der künftige Gesundheitsminister Jens Spahn die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigung ausbauen.“ ZITAT ENDE

Dieses Problem kenne ich.

Fachärzte gibt es hier im Kyffhäuserkreis kaum. Gibt es sie doch vor Ort, muß man 3 Monate oder länger, auf einen Termin warten. Gibt es sie nicht in dem Ort, wo ich wohne, muß ich weiter fahren. Da ich auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen bin, kostet dies je nach Entfernung viel Geld. Was ich nicht habe. Die Grundsicherung bei voller Erwerbsminderung, die ich beziehe, gibt das nicht her.

Beispiel aus der eigenen Praxis von vorigem Winter:

Akut geschwollen war an meiner rechten Hand das Mittelfinger-Wurzelgelenk. Bei mir ist selten etwas sichtbar geschwollen, obwohl ich permanent an mehreren Gelenken Schmerzen habe, dies ist auch normal bei Fibromyalgie und Chronischem Erschöpfungssyndrom.  Gut, in diesem Fall war mal etwas sichtbar, also ging ich damit zum Hausarzt. Ärzte tun ja sowieso nur dann etwas, wenn sie etwas sehen können, dh. ein nicht geschwollenes Gelenk, welches weh tut, kann vom Arzt leicht als „Einbildung“ bezeichnet werden. In dem Fall war das Gelenk aber geschwollen, also bin ich zum Hausarzt, der meinte, ein Facharzt müßte das abklären, ein Facharzt für Rheumatologie, und schrieb mir eine Überweisung.

Rheumatologen, auch internistische Rheumatologen, gibt es aber hier vor Ort nicht. Die nächsten sind weiter weg. Ich brauchte aber SCHNELL einen Termin, denn solche Schwellungen gehen ja auch schon mal wieder schnell zurück, ich brauchte also zeitnah einen Termin für dieses Gelenk.

Den bekam ich nicht. Trotz „Service“ (damit ist die oben erwähnte „Terminservicestelle“ gemeint) der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen, es gab einfach keine freien Termine. Auch nicht mit der sogenannten „Notüberweisung“, die der Hausarzt dann, mit einem von der kassenärztlichen Vereinigung ausgestellten Not-Code (ein Zahlencode) versehen, ausstellt. Bzw. es gab dann doch, nachdem ich endlos hin – und her telefoniert hatte, einen Termin in Thüringen-Süd (Nähe Rudolstadt), irgendwo in der Pampa, also nicht erreichbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Entfernung fast 200 Kilometer. Diesen Termin wahrzunehmen, habe ich aus diesen Gründen abgelehnt.

Dieser Erfahrungen gibt es noch mehr; diese Erfahrung ist die REGEL, keine Ausnahme.

  1. Weite Fahrten erfordern viel Fahrgeld – was ich nicht habe. Selbst 24 Euro für das Thüringen-Ticket ist für mich viel Geld.
  2.  Weite Fahrten erfordern viel Energie, die ich nicht mehr habe (3 Stunden Fahrt, eine Strecke, ist zu viel für mich.) (Sofern der Ort, wo sich der Arzt befindet, überhaupt mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist.)
  3. Fehlen Fachärzte vor Ort. Das wäre dann ein anderes Problem. Auf meine Frage, wer denn dafür verantwortlich sei, daß es hier so wenige Fachärzte gebe, wich man mir überall aus.

Man sieht, das Problem hat viele Facetten. Wer bleibt auf der Strecke? Der arme, chronisch kranke Mensch. Der wird durch seine Krankheit und Armut doppelt und dreifach gestraft.

10e-Erster-Trieb

Ich habe mich dann in dem Rahmen auch noch über Selbsthilfegruppen informiert. Die gibt es natürlich auch nicht vor Ort; Ausnahme: Deutsche Rheumaliga. Die kostet aber wieder Geld – was ich nicht habe.
Es dreht sich halt alles irgendwo im Kreis, im Kreis der Armut, und da kommt man nicht mehr raus.

Ich hätte niemals hier hin ziehen dürfen.

Teutoburgs Wälder

5 Gedanken zu “Fachärztemangel – Neues von der Armutsfront

  1. Kraeuterfrau

    Sehr aufwühlend was Sie erlebt haben.
    Ihre Schilderungen treffen in ähnlicher Weise auch auf meine Situation zu.
    Ich musste mich anderthalb Jahre herumschlagen um meine Erwerbsminderungsrente
    durchzukriegen. Da ich immer wieder Wassereinlagerungen und Venenverengungen an den Beinen habe, kann ich nicht mehr arbeiten, obwohl ich an meinem Beruf als Reiseverkehrskauffrau immer viel Spaß hatte. Die Beine schmerzen sehr stark und ich ich muss diverse Medikamente einnehmen, ohne die ich nicht durch den Tag komme. Auch selbstgemischte Tinkturen brachten keinen Erfolg. Ich hatte immer schon eine Menge Neider gehabt. In der Schule fing dies schon an und ich wurde aufgrund meiner etwas breiteren Hüften immer gemobbt.
    Es ist in diesem Nazisystem nichts ungewöhnliches, dass Nazigesetze weitergeführt werden und zum Nachteil der deutschen Bevölkerung angewendet werden. Habe manchmal den Verdacht, dass man am liebsten leidende und kranke Menschen von der Bildfläche verdrängen möchte nur um noch ein paar Euros einzusparen zu können. Die Versicherungen lassen einen auch hängen und nur mit Mühe und Not kann man überhaupt etwas erreichen. Hier ist Durchhaltevermögen gefragt. Wer dies nicht hat, der ist schon verloren.
    Ich kann es absolut nicht nachvollziehen, wie verächtlich die heutige Jugend gegenüber kranken Mitmenschen vorgeht.
    Diese „rechten“ Leute sind voller Hass und ohne Mitgefühl und sie spriessen momentan wie Pilze aus dem Boden.
    Die Schuld geben sie natürlich der älteren Generation. Dabei merken sie selbst nicht, was sie alles falsch machen.
    Der Faschismus wird fortgeführt und kein Ende ist in Sicht.
    Habe da eine kleine Auswahl an Links hinzugefügt, damit man mal sehen kann, wie
    furchtbar es in diesem Land bestellt ist.

    Faschismus bezüglich der Bodenrechte Staatenlos

    Eine vollkommene und gründliche Entnazifizierung muss angestrebt werden!

    Ich kann gar nicht fassen, dass es Menschen gibt, die an dem Genozid mit 6 Millionen KZ-Häftlingen zweifeln und unverhohlen Holocaustleugnung betreiben. Dieser als „Volkslehrer“ benannte junge Mann genießt momentan starke Popularität, was mich schockiert. Habe mir einige Videos von ihm angesehen, nicht bis zu Ende, weil es zu haarsträubend ist. Absolut geschmacklos. Es liegt doch eine Offenkundigkeit vor durch zahlreiche Zeitzeugenaussagen und auch Bildbeweise, sowie eindeutige Schuldeingeständnisse aus den Nürnberger Prozessen. Daran ist nichts zu rütteln. Da nützt auch kein Hass und eine üble Hetze, wie sie dort propagiert wird. Auf Youtube ist mir ähnliches nämlich auch schon aufgefallen. Wie Sie schreiben, werden Sie von diversen verdeckt agierenden Wesen belästigt und beleidigt. Diese fühlen sich immer nur in der Deckung durch die Anonymität stark. Aber meistens sind das Akteure die vom Nazisystem bezahlt werden um in der Bevölkerung Stimmung zu machen. Es wird alles weitergeführt durch den Landesverfassungsschutz und BND oder andere Institutionen. Daher hat man auch wenig Chancen die einzelnen Hetzer ausfindig zu machen. Sie werden alle gedeckt und Daten wird man wohl kaum herausrücken, da man sich damit ins eigene Fleisch schneiden würde. Man müsste offen zugeben, dass man Antisemiten und nationale Stimmungsmacher bezahlt und gezielt einsetzt. Sie benutzen Tarnnamen um von den Diensten intern erkannt zu werden. Es sind meistens Namen, die in ihrer Ausstrahlung nach Tortur oder Hass klingen. Mir ist das schon des Öfteren aufgefallen und meine gute Intuition betrügt mich nicht.
    Hier ein paar Beispiele: Göbel, Brecht, Biere, Reisser, Peitscher, Knüpfler, Riller, Krieger, Brater, Pruegler, Drohmer, Ringer, Fäustle um nur einige zu nennen. So klingen die Kunst- und Decknamen der Verfassungsschützer die im Verborgenen agieren aber niemals belangt werden.
    Ich persönlich vermute ja Trump und die neu eingesetzte US-Regierung dahinter. Sie hat großen populistischen Einfluss auf Deutschland und dementsprechend auch auf unsere Geheimdienste, die das alles umsetzen. Diese Hetzschreiber kassieren kräftig ab mit ihrer Schreibtätigkeit, während Menschen wie ich von der mickrigen Rente zusehen müssen wie sie ihre Existenz aufrecht erhalten.
    Das Leben ist nur noch furchtbar. Trotzdem versuche ich das beste draus zu machen. Ich habe viel Freude an meinem kleinen Kräutergarten, denn er verschafft mir wenigstens kleine Lichtblicke, wenn ich zum Beispiel mir einen frischen Kräuterquark anrichte auf selbstgebackenem Vollkornbrot, dann lässt mich das die Negativität für einen Moment vergessen.

    Mit lieben Grüßen
    Kraeuterfrau

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    1. Vielen Dank für den langen Kommentar. Die Links mußte ich leider entfernen.

      Es handelt sich bei diesen Leuten um Menschen mit einem sogenannten „geschlossenen rechten Weltbild“. Dies hatte ich zum Glück nie, ich habe immer hinterfragt.

      Deshalb fällt es ja so auf, daß Figuren wie der Volxleerer plötzlich so populär sein dürfen… denn das wird ja alles zugelassen. Der Typ ist immer noch online, mit samt seiner Lügen, und das wird so zugelassen, dh. das ist so erwünscht. Man will wohl die Gewaltbereitschaft der deutschen Bevölkerung anstacheln. Den Verdacht hatte ich schon eher. Denn wenn man das nicht tut, wird die Bevölkerung niemals auf die Barrikaden gehen. Man muß die Leute schon immer weiter und immer „schlimmer“, dh. mit heftigen „Wahrheiten“, anstacheln.
      Das dient alles nur dem Haßaufbau.

      Der gesamte Revisionismus ist eine Falle, von langer Hand aufgebaut. Das kann man daran erkennen, daß er überhaupt noch existiert. Der R. wurde und wird geduldet, weil das so gewollt ist.
      Außerdem ist es ein gutes Geschäftsmodell.
      Ich bin nicht negativ. Man muß den ganzen Polit-Quatsch einfach nur vergessen, denn ändern kann man ja eh nichts, und andere „aufzuklären“, das habe ich schon lange aufgegeben.
      Das einzige, was mich ärgert, ist, daß ich unter diesem Namen keine Musik mehr machen kann. Fünf Jahre Arbeit sind für die Katz – wobei das ja auch so nicht stimmt, die Musik ist ja noch da. Ich brauche nur den Namen zu ändern – wenn ich denn Lust dazu habe.
      Vielleicht habe ich aber auch Lust, etwas ganz anderes zu machen. Zu malen, oder zu bildhauern, das habe ich auch mal gemacht, das ist total toll. Das ist eine richtig meditative Arbeit.
      Schöne Grüße, Teutoburgs Wälder

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  2. Pholym

    Das System legt es drauf an, dass die Menschen nur noch das Notwendigste bekommen sollen. Entweder man versichert sich für viel Geld extra oder man bleibt auf der Strecke. So dezimiert man nach und nach die Schwachen in der Gesellschaft, damit „andere“ von den übrigen Starken profitieren. Natürliche Aussiebung nenne ich das.

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    1. Hm, das sehe ich etwas anders. Was hat es mit „natürlich“ im Sinne von „Natur“ zu tun wenn Menschen von der Gesellschaft krank gemacht werden? Die Gesellschaft an sich (wie auch Dr. Maaz hervorragend referierte) ist ja das Übel.
      Bzw. das herrschende Wirtschaftssystem Kapitalismus/Neoliberalismus, dem sich jeder unterordnet/unterordnen muss. Bei diesem Wirtschaftssystem bleiben eben, wie Du ja auch argumentierst, die Starken übrig und die Schwachen werden nach und nach aussortiert.

      Siehe dazu: Verteilungsuhr: http://www.vermoegensteuerjetzt.de/vermoegensuhr/

      Das ist wie be der „Reise nach Jerusalem“, am Ende bleiben nur Wenige oder gar nur Einer übrig.

      Mit „natürlich“ und „menschlich“ hat das nichts zu tun. In der Natur, so sie ungestört vor sich „sein“ darf, herrscht immer ein Gleichgewicht.
      Und mit Menschlichkeit hat Kapitalismus/Neoliberalismus (die grenzenlose Gier nach Geld/Materiellem) auch nichts zu tun.

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      1. Pholym

        Als das System sehe ich die Gesellschaft an und darin auch die Menschen. Die Menschen werden von der bzw. ihrer Gesellschaft kaputt gemacht, die sie selbst erschaffen bzw. zugelassen haben. Sie stecken da also mit drin und haben es in Teilen damit auch nicht anders verdient. Mit natürlicher Aussiebung war nicht die Natur gemeint, sondern dass ich das genau so erwartet habe bzw. von der Erfahrung her erwarten würde.

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