Chronisch Kranke werden in Deutschland alleine gelassen

Zum Artikel: https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/spd-vize-dreyer-haelt-abschaffung-von-hartz-iv-fuer-moeglich-dafuer-solidarisches-grundeinkommen-a2384610.html

Zitat:

„Sowohl bei dem Konzept von Michael Müller als auch im Koalitionsvertrag ist verankert, dass wir die Grundsicherung mit dem Thema Arbeit verbinden. Statt Hartz IV und Wohnung wird ein regulärer, sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplatz finanziert. Langzeitarbeitslose kommen so aus dem Hilfebezug heraus und nehmen am normalen Arbeits- und Gesellschaftsleben teil.““ ZITAT ENDE

Die Idee ist schlicht blödsinnig. Hier werden noch niedrigere Löhne über Umwege eingeführt. Am Ende steht der bekannte Leitsatz: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen und nicht wohnen dürfen.

Ganz abgesehen davon nimmt solch ein Gesetz die Sozialhilfe- und Grundsicherungsempfänger aus. Das würde heißen, chronisch kranke Menschen dürfen weiter so vor sich dahin vegetieren.

Es wird auch nichts getan für „Umweltkranke“. Zu den „Umweltkrankheiten“ rechnet man -folgende Krankheiten:

https://www.fatigatio.de/leben-mit-cfs/was-ist-cfs/

https://www.mecfs.de/was-ist-me-cfs/

Betroffene in Deutschland: bis 240 000, weltweit ca 11 Millionen

http://www.fibromyalgie-fms.de/startseite/

http://www.csn-deutschland.de/home.htm

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Wenn an diesen Krankheiten Erkrankte finanziell noch gut situiert sind, mögen sie einigermaßen über die Runden kommen. In der Regel ist aber schon die Diagnostik von CFS sehr aufwändig – Labordiagnostik gibt es nicht, es handelt sich um eine Ausschlußdiagnostik. Das heißt, es müssen alle möglichen anderen Krankheiten abgecheckt werden, wenn man da nichts findet, gibt die Diagnose CFS. Wobei die Meinungen auseinandergehen, manche meinen, CFS sei „nur“ ein lange dauerndes Burn-out.

Dieser Meinung bin ich nicht, ich kann das aber nicht belegen. Klar ist, daß sich das Immunsystem der Betroffenen verändert (individuell verschieden), und daß dies die Erschöpfung ausmacht. Das Immunsystem kann sich durch vielerlei Faktoren verändern: a. angeboren, b. erworben, zb. durch Giftexposition, wobei es wiederum zwei Möglichkeiten gibt, die Höhe der Dosis (akute Vergiftung) und die Dauerhaftigkeit der – niedrigeren – Dosis (Beispiel: Amalgam/schleichend, über Jahrzehnte). Das Immunsystem kann sich weiterhin durch Infektionen verändern und tut dies auch, was dann oft zur „Diagnose“ postinfektiöses Müdigkeitssyndrom führt, mit dem „kleinen“ Nachteil, daß die Erschöpfung nie aufhört. (Jede Erschöpfung, die länger als ein halbes Jahr dauert, ist aber dem CFS zuzurechnen. Meine dauert seit 2009, schleichend schlimmer werdend. Wenn ich dran denke, was ich früher alles konnte und was heute nicht mehr geht…)

Das Immunsystem beeinflußt natürlich das neuronale System und das Skelettsystem und das Herzkreislaufsystem, deshalb sind obige Krankheiten IMMER systemübergreifend. Das heißt, der Kranke hat viele verschiedene Probleme an verschiedenen Körperteilen aber auch zusätzlich Neurotransmitterdysbalancen (zb. Serotonin-Melatoninmangel), mit entsprechenden Symptomen.

Betroffen kann auch sein der Magen-Darm-Trakt, was zur üblichen Dysbiose und Darmproblemen und weitergehend Allergien/Unverträglichkeiten führt. Histaminintoleranz ist der weitere Begleiter. Das führt dann weitergehend zu Krankheitsbildern, bei denen kaum mehr Lebensmittel geschweige denn pharmazeutische Hilfsmittel aufgrund von Unverträglichkeiten möglich sind.

Bei diesen systemübergreifenden Krankheitsbildern wird einem als chronisch Kranker nicht geholfen, weil Ärzte diese Krankheiten nicht kennen, bestenfalls kennen sie Fibromyalgie, aber mehr auch nicht, und Behandlung dafür gibt es auch nicht (bis auf Schmerzmilderung). Außerdem denken Ärzte sehr eingleisig und sind nicht fähig, die systemübergreifende Komponente dieser Krankheiten zu verstehen. Sie geht vom Immunsystem des Kranken aus.

Die Folge solcher Krankheiten ist meist Arbeitsunfähigkeit und frühe Rente, und selbst wenn ein Kranker noch einigermaßen gut situiert ist, braucht sich das finanzielle Polster rasch auf im Versuch, zumindest schnell eine Diagnose zu bekommen, und, weitergehend, daß einem dann irgendwie geholfen wird. Die Hilfsversuche sind teilweise sehr teuer, man ist faktisch gezwungen, einen Heilpraktiker oder einen der wenigen Umweltärzte (alles Privatmediziner) zu Rate zu ziehen, und das kann eh nur Derjenige, der viel Geld hat. Wenn der chronisch Kranke arm ist, ist er faktisch „am Arsch“, er wird einfach vergessen. Er fällt durch alle „Netze“. Die ständige Arztsuche und Fahrerei zu einem neuen, vielleicht besseren Arzt, hört dann auch irgendwann mal auf, weil man einfach keine Kraft und kein Geld mehr dazu hat. So geht es jedenfalls mir. Die Charité in Berlin nimmt zur CFS-Diagnostik nur Patienten aus dem Land Brandenburg auf. Alle, die woanders wohnen, haben eben Pech gehabt, und bekommen keine Diagnostik, so sie denn nicht zu einem der wenigen teuren Umweltmediziner fahren können. So sieht das Gesundheitssystem in Deutschland im Jahr 2018 aus!

Ich bin 2009 erkrankt (schleichend zunehmende Erschöpfung) und bekam 2012 die Diagnose Fibromyalgie, aber alle anderen Diagnosen treffen auch auf mich zu, was aber keinen Arzt in Deutschland interessiert. 2012 habe ich dann die Rente beantragt, bis 2015 bewilligt bekommen. Dadurch wurde es aber nicht besser, im Gegenteil, ich mußte 2 Jahre kämpfen, und dieser ständige Kampf hat die Erschöpfung immer schlimmer gemacht. Weil der Kampf Angst macht, wenn man arm ist. Man weiß ja nie, wie die Zukunft aussieht, mit solchen Krankheiten, nichts ist mehr gesichert, nicht mal das eigene Dach über dem Kopf.  –   2015 wurde dann meine Rente dauerhaft verlängert, also ich bekomme Rente bis zum Eintritt in die offizielle Rentenzeit (so nennt sich das). Das ist unwiderruflich und durch medizinische Gutachter mehrfach festgestellt worden. – Ich bin kein Einzelfall.

3e-Fruehling

Ich fordere also:

  1. eine bessere medizinische Versorgung für chronisch Kranke, vor allen Dingen für an CFS, FMS und MCS erkrankte Menschen. Dazu gehört zwingend die Anerkennung dieser längst international standardisierten Krankheiten – nur in Deutschland ist das angeblich nicht möglich. Warum wohl? Wobei die Fibromyalgie ja anerkannt ist, aber was hat das für Folgen für die Erkrankten? Keine. Man kann zwar in eine Selbsthilfegruppe gehen, wenn denn eine vor Ort ist, aber die kostet auch wieder Geld. Am Schlimmsten aber sieht die Situation aus für CFS-Kranke, die oft nicht mehr raus können, und für MCS-Kranke. Diese Menschen sind völlig isoliert.
  2. Eine deutlich höhere Grundsicherung, damit auch diesen Menschen soziale Teilhabe ermöglicht wird und diese Menschen nicht, so  wie es bei mir geschieht, sozial verarmen. Ich wüßte auch gar nicht, wo ich hier vor Ort, noch hingehen sollte, a. kostet alles Geld und b. hab ich durch die ständige Ent-Täuschung, keine Lust mehr dazu. Kräftemäßig ist sowieso nicht mehr viel drin, also weit fahren geht auch nicht, auch nicht aus finanziellen Gründen. Hier gibt es eigentlich gar nichts. Eine Zeitlang habe ich ehrenamtlich im Tierheim gearbeitet, bis auch das nicht mehr ging. Außerdem hat sich aus dieser Arbeit keinerlei Kontakt ergeben, mir kommt es immer so vor, als ob die Menschen alle nur noch vor sich her leben, ohne sich um den anderen zu kümmern. Ja, die meisten haben noch Familie, aber ich ohne Familie falle da völlig unten durch. Ich habe allerdings, nach den letzten Erfahrungen, keine Lust und auch keine Kraft mehr, mich für Andere auf irgend eine Art und Weise einzusetzen.

Teutoburgs Wälder

Presselüge Rentenerhöhung

Die Rentenerhöhung in Deutschland: Gestern bei der Bild, „heute“ bei der Tagesschau – alle werden reicher. So jedenfalls kam es beim Volk an. Die Wahrheit: Die Rentenerhöhung ist lächerlich niedrig. Wer arm ist, wird arm bleiben. Die Rechnung wurde einfach verfälscht. 3,37 % Erhöhung So hieß es unter anderem, dass die Renten im Osten um […]

über +++ Unfassbare Lüge zur RENTENERHÖHUNG in Deutschland beim STAATSSENDER (Tagesschau) +++/watergate.tv — Andreas Große

Mein Kommentar kurz und bündig:

Das ist Quatsch. Jede Rentenerhöhung wird von der Grundsicherung/Sozialhilfe geschluckt. Die betreffenden Menschen haben keinen Cent mehr.

Für wirklich Arme (H4-Sozialhilfe-Grundsicherungsempfänger) wird es nur dann mehr Geld geben, wenn der H4-Satz steigt.

Dieser steigt aber nur um die wenigen Prozent, die gesetzlich vorgesehen sind, was bei weitem nicht ausreicht zum Leben. Weitere Informationen hier:

https://www.nachdenkseiten.de/?p=43011#h06

„Hartz IV muss überwunden werden“
Jens Spahn argumentiere überheblich und falsch, sagt der grüne Sozialexperte Sven Lehmann. Er fordert eine „sanktionsfreie Grundsicherung“.
taz: Herr Lehmann, Jens Spahn sagt, mit Hartz IV habe „jeder das, was er zum Leben braucht“. Warum ist das falsch?
Sven Lehmann: Jens Spahns Sätze sind überheblich und sachlich falsch. Allein 2,5 Millionen Kinder leben in Deutschland in Armut. Dahinter stehen Eltern, die arm sind. Die Leute stellen sich nicht aus Spaß bei Minusgraden an den Tafeln an. Das Problem ist sogar noch größer, weil viel mehr Menschen arm sind, als die, die tatsächlich Hartz IV beziehen. Viele Bedürftige melden sich gar nicht bei den Behörden, weil sie sich schämen oder nicht Bittsteller sein wollen.
Warum reicht die Grundsicherung nicht? Sie soll offiziell alle Bedürfnisse wie Essen, Kleidung und Wohnen abdecken.
Die Bundesregierung rechnet die Regelsätze künstlich klein. Als Maßstab gilt das, was Niedrigverdiener ausgeben, um über die Runden zu kommen. Diese Vergleichsgruppe wurde verkleinert, um bessere Einkommen auszuschließen. Die Liste der Dinge, die Hartz IV-Empfängern nicht zugestanden wird, ist lang. Dazu gehören beispielsweise Zimmerpflanzen, Haustiere, Weihnachtsbäume oder Malstifte für Kinder in der Freizeit. Wohlfahrtsverbände wie die Caritas gehen davon aus, dass der Regelsatz von derzeit 416 Euro für einen Erwachsenen mindestens 60 Euro höher liegen müsste.“ ZITAT ENDE

11e-Schoene-Aussicht

Ich füge hinzu: Medikamente und Arztbesuche weiter weg (Fahrgeld), sowie Reparaturen in der Wohnung, die laut der üblichen Mietverträge der Mieter tragen muß,  werden auch nicht bezahlt. So entstehen dann die „Gerüchte“, daß H4-Empfänger ihre Wohnungen verkommen lassen würden. Das stimmt schlicht nicht, es fehlt einfach das Geld, die Wohnung instand zu halten.

Sehr interessant der tägliche Nachrichtenüberblick „Hinweise des Tages“:

https://www.nachdenkseiten.de/

Teutoburgs Wälder

 

800 Euro brutto für 40 Stundenwoche

Fundstück:

Fundstück: „Niedriglohn-Standort Deutschland: Vergeben Sie ihre Produktion oder ihre Logistik oder ihren Service zu uns: Gewerbepark in Mittweida mit insgesamt 12.000 m2 Betriebsfläche. Miete für große Teilflächen kostenlos. Unsere fleißigen deutschen Mitarbeiter/innen arbeiten engagiert für 800€ brutto für die 40-Stunden-Woche, 173 Stunden im Monat, ohne Weihnachts- und Urlaubsgeld.“ Quelle: Anzeige in der FAZ (7.4.2006)

Fakt ist: Fabriken, Maschinen, Banken, Großgrundbesitz u.a. die im wesentlichen im Besitz der 1 % sind, „funktionieren“ nicht ohne die gewinnbringende Arbeit der lohnabhängig Beschäftigten.

Das kurze Video: „Wie der Kapitalismus funktioniert und woran er scheitern wird“ (von 11erGoff bringt die „Grundstrukturen“ der globalen kapitalistischen Produktionsweise klar und einfach auf den Punkt.

 

Teutoburgs Wälder

Fachärztemangel – Neues von der Armutsfront

Aus den Nachrichten der Epoch Times; link: https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/pflegenotstand-wohnungsmangel-und-die-luecken-beim-internet-auf-dem-lande-a2370067.html

„Gesundheit:

Gesetzlich Versicherte leiden noch immer unter den langen Wartezeiten auf einen Facharzttermin. Um dieses Problem einzudämmen, würde die SPD am liebsten die Privilegien bei der Privatversicherung kappen. Doch da will die Union nicht mitmachen. In einem ersten Schritt will der künftige Gesundheitsminister Jens Spahn die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigung ausbauen.“ ZITAT ENDE

Dieses Problem kenne ich.

Fachärzte gibt es hier im Kyffhäuserkreis kaum. Gibt es sie doch vor Ort, muß man 3 Monate oder länger, auf einen Termin warten. Gibt es sie nicht in dem Ort, wo ich wohne, muß ich weiter fahren. Da ich auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen bin, kostet dies je nach Entfernung viel Geld. Was ich nicht habe. Die Grundsicherung bei voller Erwerbsminderung, die ich beziehe, gibt das nicht her.

Beispiel aus der eigenen Praxis von vorigem Winter:

Akut geschwollen war an meiner rechten Hand das Mittelfinger-Wurzelgelenk. Bei mir ist selten etwas sichtbar geschwollen, obwohl ich permanent an mehreren Gelenken Schmerzen habe, dies ist auch normal bei Fibromyalgie und Chronischem Erschöpfungssyndrom.  Gut, in diesem Fall war mal etwas sichtbar, also ging ich damit zum Hausarzt. Ärzte tun ja sowieso nur dann etwas, wenn sie etwas sehen können, dh. ein nicht geschwollenes Gelenk, welches weh tut, kann vom Arzt leicht als „Einbildung“ bezeichnet werden. In dem Fall war das Gelenk aber geschwollen, also bin ich zum Hausarzt, der meinte, ein Facharzt müßte das abklären, ein Facharzt für Rheumatologie, und schrieb mir eine Überweisung.

Rheumatologen, auch internistische Rheumatologen, gibt es aber hier vor Ort nicht. Die nächsten sind weiter weg. Ich brauchte aber SCHNELL einen Termin, denn solche Schwellungen gehen ja auch schon mal wieder schnell zurück, ich brauchte also zeitnah einen Termin für dieses Gelenk.

Den bekam ich nicht. Trotz „Service“ (damit ist die oben erwähnte „Terminservicestelle“ gemeint) der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen, es gab einfach keine freien Termine. Auch nicht mit der sogenannten „Notüberweisung“, die der Hausarzt dann, mit einem von der kassenärztlichen Vereinigung ausgestellten Not-Code (ein Zahlencode) versehen, ausstellt. Bzw. es gab dann doch, nachdem ich endlos hin – und her telefoniert hatte, einen Termin in Thüringen-Süd (Nähe Rudolstadt), irgendwo in der Pampa, also nicht erreichbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Entfernung fast 200 Kilometer. Diesen Termin wahrzunehmen, habe ich aus diesen Gründen abgelehnt.

Dieser Erfahrungen gibt es noch mehr; diese Erfahrung ist die REGEL, keine Ausnahme.

  1. Weite Fahrten erfordern viel Fahrgeld – was ich nicht habe. Selbst 24 Euro für das Thüringen-Ticket ist für mich viel Geld.
  2.  Weite Fahrten erfordern viel Energie, die ich nicht mehr habe (3 Stunden Fahrt, eine Strecke, ist zu viel für mich.) (Sofern der Ort, wo sich der Arzt befindet, überhaupt mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist.)
  3. Fehlen Fachärzte vor Ort. Das wäre dann ein anderes Problem. Auf meine Frage, wer denn dafür verantwortlich sei, daß es hier so wenige Fachärzte gebe, wich man mir überall aus.

Man sieht, das Problem hat viele Facetten. Wer bleibt auf der Strecke? Der arme, chronisch kranke Mensch. Der wird durch seine Krankheit und Armut doppelt und dreifach gestraft.

10e-Erster-Trieb

Ich habe mich dann in dem Rahmen auch noch über Selbsthilfegruppen informiert. Die gibt es natürlich auch nicht vor Ort; Ausnahme: Deutsche Rheumaliga. Die kostet aber wieder Geld – was ich nicht habe.
Es dreht sich halt alles irgendwo im Kreis, im Kreis der Armut, und da kommt man nicht mehr raus.

Ich hätte niemals hier hin ziehen dürfen.

Teutoburgs Wälder

Pluralistische Ignoranz = Herdentrieb? – Vortrag Dr. Maaz Normopathie

Witziger Teilaspekt des Vortages von R. Albrecht (Vortrag ca 30 Min.):

Aus der Videobeschreibung: „Niemand ist hoffnungsloser versklavt als jene, die fälschlicherweise glauben, frei zu sein.” Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832). Wer für Andere arbeiten muss, weil er durch Staatsgewalt und ohne Entschädigung von einer Teilhabe an den natürlichen Ressourcen der Erde ausgeschlossen wird, ist nicht frei.

Der erste Schritt auf dem Weg in die Freiheit ist Wissen. Das Wissen über die eigene Unfreiheit bleibt den meisten Menschen aufgrund der Manipulation der Massen ein Leben lang verborgen. Wer die Manipulation erkennt, kommt der Freiheit ein Stück näher.

Manipulation ist ein Begriff aus der Psychologie, Soziologie und Politik und bedeutet eine gezielte und verdeckte Einflussnahme auf unser Erleben und Verhalten. Die Methoden der Manipulation wurden über Jahrhunderte perfektioniert und sind heute dank Massenmedien allgegenwärtig.

Freiheit bedeutet Abwesenheit von Herrschaft. Im Kapitalismus herrscht das Kapital. Es übt seine Macht über die Medien aus, die durch Manipulation der Massen die Illusion einer Demokratie erzeugen. Die Massenmedien entscheiden, wer die Interessen des Kapitals gegenüber dem Volk vertreten soll, denn nur wer wohlwollend erwähnt wird, kommt in einer politischen Karriere nach oben.

Wer solche Aussagen vertritt, wird schnell als „Verschwörungstheoretiker“ abgestempelt, ein Totschlagargument, mit dem heute praktisch jedes kritische Hinterfragen der Macht im Keim erstickt werden soll. Doch dieses Unwort des Jahrzehnts manipuliert uns auf fatale Weise, denn unser Unterbewusstsein kennt keinen Unterschied zwischen einem Verschwörungstheoretiker und einem Verschwörer – die Kritiker werden unbewusst als Täter wahrgenommen. So tragen viele Menschen durch Verwendung von Begriffen wie Verschwörungstheoretiker, Verschwörungsszene, verschwörungsfreundlich, Verschwörungsideologe, Verschwörungsbewegung usw. oft unfreiwillig und unbemerkt zur Verbreitung der Manipulation bei…  ZITAT ENDE

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Weiter entwickelt wird das Thema Freiheit durch diesen Vortrag des Dr. Maaz, der den Fokus auf die innerpsychische Freiheit legt, denn frei ist nur, wer nicht selbstentfremdet lebt:

Dauer ca 1 Stunde.

Normopathische Gesellschaft Definition Dr. Maaz in eigenen Worten:

Das kranke, also die Störung in der Gesellschaft, wird nicht mehr als krank gesehen, sondern für normal gehalten, weil es die Mehrheit der Gesellschaft so sieht/so will, so vertritt. Und was die Mehrheit macht/denkt, kann ja nicht falsch sein. Es handelt sich um einen sehr primitiven Abwehrmechanismus der Gesellschaft, des einzelnen Individuums der Gesellschaft, der aber verständlich wird, wenn man die Selbstentfremdung der einzelnen Individuen in der Gesellschaft erkennt, die weit verbreitet ist (Selbstentfremdung ist eine gesellschaftsübergreifende Tatsache), und daß Menschen deshalb solche Abwehr-Prozesse brauchen, um eben nicht erkennen zu müssen, daß sie in sich selbst total entfremdet sind.

Wie kommt es zu einer Normopathie massenpsychologisch. Dazu muß der Mitläufermechanismus angesehen werden:

Je größer die Selbstentfremdung des Einzelnen, desto größer ist der Mensch darauf angewiesen, einer Gruppe anzugehören,

in einer Gruppe angenommen zu werden, bestätigt zu werden, „dazu zu gehören“.  Keiner möchte gerne alleine bleiben, ausgegrenzt werden, beschimpft werden, diffamiert werden. Je größer die Selbstentfremdung ist, desto größer ist der Bedarf, Mitläufer zu sein, „unterzugehen“ (in der Gruppe), damit man ja nicht erinnert wird an die eigenen Fehler und Schwächen, UND desto weniger ist der Mut vorhanden, mal eine eigene Position zu vertreten.

So ungefähr definiert Dr. Maaz das Geschehen.

So sehe ich das auch. Derzeit haben wir wieder so eine Gesellschaft; hatten wir je eine andere?

Beim „Deutschen“ ist dieses Mitläufertum jedoch, meiner Meinung nach, im Verhältnis zu anderen Gesellschaften, extrem ausgeprägt, so ich das denn beurteilen kann.

Teutoburgs Wälder