Traumpaar der Groteske

Beobachtungen zu den Resten eines toten Volkes

Leider muß ich  diese „Deutschen“ in Feinripp und mit Bierdose in der Hand fast täglich sehen, Reste eines toten Volkes, die vorm örtlichen Supermarkt herum lungern, so als sei das ihr ganzer Lebensinhalt … es ist nur noch zum Fremdschämen. Manchmal sehe ich sie auch an anderen Örtlichkeiten, und, nein, diese Leute sind nicht einfach „nur“ arbeitslose A-soziale, es sind sehr oft Mitglieder der sogenannten „arbeitenden Bevölkerung“, die sich so benehmen. Oder man könnte es anders definieren: Auch sogenannte „Arbeitende“ benehmen sich immer öfter asozial. Wenn ich diese Leute sehe,  wobei man sie meist zuerst hört, bevor man sie sieht, denn sie sind IMMER auf irgend eine Art und Weise laut, will ich einfach nur noch weg von diesem Pack.  – Beim Gang in die Innenstadt erkenne ich immer mehr ausländische Frachtschiffe – erstaunlicherweise sind die alle sehr gut genährt – und immer mehr von denen, die hier nicht geboren sind. Sie benehmen sich, als gehöre ihnen bereits alles.  Ich schaue mir die Restdeutschen dazwischen an, ältere Leute, resignierte Gesichter, in der Minderzahl. Von denen geht fürs System keine Gefahr aus. Sie schleichen durch die Läden, um einzukaufen, dann verlassen sie schnell das gefährdete Gelände… äh…. die Innenstadt… ab nach Hause, dort ist man scheinbar sicher.

Eine knallharte Analyse in größtmöglicher Subjektivität:

von Max Erdinger
Heutige Deutsche nerven mich. Das war nicht immer so. Bis vor einigen Jahren fand ich es interessant, neue Bekanntschaften zu machen. Heute nur noch gelegentlich. Generell ziehe ich es inzwischen vor, ein Quasi-Eremitenleben zu führen. Die meisten der heutigen Deutschen sind mir zu einer einzigen Anfechtung geworden. Ich meide sie, so gut es geht. Auch das hängt zu einem guten Teil mit Angela Merkel zusammen.

„Was hat nun des Schreibers Misanthropie mit der Merkel zu tun?“, fragt sich an dieser Stelle der geneigte Leser. Es ist eigentlich recht einfach. Wir befinden uns im Schicksalsjahr zwölf nach Merkel – und weiß Gott, ich habe schon viel über die Heimsuchung aus der Zone geschrieben – , aber es scheinen sechzehn zu werden. So viel steht fest: Daß Angela Merkel deutsche Kanzlerin ist und vermutlich auch bleiben wird, hat selbstverständlich sehr viel mit diesem deutschen Volk zu tun, welches mich absolut nervt. In bald jeder Hinsicht. Was ist das für ein Volk geworden? Man muß es einfach im Alltag beobachten. Sollte man vorher noch Illusionen gehabt haben, – hinterher hat man keine mehr.

Deutsche sind in einer sehr ungewöhnlichen, bisher kaum näher thematisierten Weise – dafür aber im wahrsten Sinn des Wortes – zu Asozialen geworden. Beispiel: Es hat mit Vorsicht, Gewissenhaftigkeit, Mäßigung und Verantwortungsgefühl nicht das Geringste zu tun, mit 110 km/h ununterbrochen die mittlere von drei Spuren einer Autobahn für sich zu beanspruchen. Es ist schlicht asozial. Zwei Drittel der vorhandenen Verkehrsfläche für die eigene Bräsigkeit zu reservieren, ist asozial im Wortsinne. Autobahnen sind teuer und bezahlt haben sie auch die anderen. Es ist asozial, auf Bundesstraßen partout keine LKW zu überholen, weil es für jeden anderen dadurch immer schwieriger wird. Es ist asozial, am Ende einer Rolltreppe stehen zu bleiben, um sein fein Pläuschchen weiterzuführen. Es ist asozial, mit heruntergelassenen Seitenfenstern durch die Stadt zu fahren und die ganze Umgebung mit Techno-Sound aus einer 1000-Watt-Audioanlage zwangszubeschallen. Und es ist asozial, mit einem Baseballkäppi auf ungewaschenen Haaren in einer verbeulten und verwichsten Jogginghose frühmorgens um halb zehn im Café der Bäckereifiliale am Eingang des Shopping-Centers zu hocken und jedem Kunden, der die Einkaufsmeile betritt, sofort zu signalisieren, daß er sich in Egalitaria befindet, wo jeder das Recht hat, jedem anderen mit seiner Unkultiviertheit den Tag zu versauen.

Ich kann mich an Zeiten erinnern, als Herren in Mänteln noch ihre Hüte zogen, selbst wenn sie sich auf gegenüberliegenden Straßenseiten in der Stadt begegneten. Man ging in die Öffentlichkeit und schaltete vorher sowohl kleidungstechnisch als auch mental von privat auf öffentlich um. Niemand wäre auf die Idee gekomen, die Öffentlichkeit mit seiner Privatheit zu belästigen, etwa, indem er nur wegen der Sommerhitze mit nacktem Oberkörper über den Marktplatz schlurft, eine Dose Bier in der Hand. Es ist asozial, voller Stolz auf die eigene Schläue davon zu erzählen, wie man sich das zu viel herausgegebene Wechselgeld eingesteckt hat. Es ist asozial, zu behaupten, die Kassiererin sei schließlich selbst schuld gewesen. Asoziale setzen sich vor die Glotze, um sich von RTL2 den eigenen Voyeurismus am Herzschmerz wildfremder Leute schönreden zu lassen, indem sie lieber glauben, was einem erzählt wird, nämlich, daß sie sich gerade informieren. Über das Leid der Anderen. Wegen des Mitleids, welchselbiges empfunden, einen selbst zum guten und gerechten Menschen macht. Die richtigen Gefühle. Irre realistisch.

Es ist dieses Volk, dem nicht klarzumachen ist, daß Souverän und Vertreter einen Vertrag haben, der ungefähr so aussieht: Wir Bürger kümmern uns um unser Leben und erwirtschaften dadurch – inzwischen nicht mehr nebenbei, sondern hauptsächlich – die Steuern, welche unseren Vertretern eine schier grenzenlose Handlungsfreiheit garantieren. Und weil wir das so schön brav machen, vertritt auch der Verteter unsere Interessen recht schön.

Weil das dem Volk nicht klarzumachen ist, begreift es auch den Vertragsbruch nicht, welcher es rechtfertigen würde, nun selbst vom Vertrag zurückzutreten – und so sich die mißratenen Vertreter aus dem Pelz zu schütteln wie eine lästige Laus. Generalstreik wäre eine Option. Generelle Kommunikationsverweigerung mit Behörden wäre eine weitere. Vieles ist denkbar -und für alles wäre Einigkeit erforderlich. Deswegen wird es auch nicht stattfinden.

Die Deutschen sind ein Volk, das sich erzählen läßt, Pauschalisierungen und Vorurteile seien des rechten Teufels, ohne dabei zu bemerken, daß ihr ganzes Rechtssystem auf Pauschalisierungen und Vorurteilen beruht. Weil einige im Übermaß saufen, dürfen alle anderen an der Tanke nach 22 Uhr kein Bier kaufen. Weil einige zu blöd zum Autofahren sind, müssen alle das Überholverbot und die Geschwindigkeitsbeschränkung beachten. Weil einige nicht mit Sinn und Verstand kiffen können, verfolgt die Staatsanwaltschaft jeden, der es kann. Pauschalisierungen und Vorurteile, so weit das Auge reicht. Aber: Man darf nicht alle Nafris oder Kommis über einen Kamm scheren. Weil: Pauschalisierung und Vorurteile.

Deutsche lassen sich ernsthaft erzählen, daß Frauen benachteiligt seien, obwohl sie statistisch sechs Jahre länger leben. Vor hundert Jahren betrug diese statistische Differenz ein Jahr. Die Soziologie jedoch ist eine Gottheit in Deutschland. Und trotzdem fragt sich kein Deutscher, wie die Benachteiligung der Frauen zusammenpasst mit dieser statistischen Wahrheit. Geschweige denn, daß er sich fragen würde, was in genau diesem Land gebacken wäre, wenn der Sachverhalt andersherum wäre. Ist denn Leben nicht mehr die Voraussetzung für alles andere?

Dieses Volk führt Dieseldebatten. Wenn man ihm sagt: „Dies hier ist eine Nachricht!“, dann spitzt der Deutsche die Ohren und glaubt, daß er gerade eine Nachricht hört. Die Nachricht hier: Diesel ist jetzt pfui. Schon weiß er wieder was, mit dem er im Kollegenkreis brillieren kann: Diesel ist jetzt pfui. Brandneu. Er hat Nachrichten gehört. Er ist voll informiert im gesellschaftlichen Diskurs und übt sich in meinungsrechtlicher Teilhabe. Er kennt jetzt „zulässige Grenzwerte“: 500 Kilo – oder waren es Gramm – Mikrogramm von so Dreck in 100 Lufteinheiten, keine Ahnung wie groß, oder war es eine Lufteinheit – egal jetzt – das ist der „zulässige Grenzwert“. Vielleicht waren es auch nur fünfzig. Jedenfalls Grenzwert. Grenzwert! Ja-ha!

Zulässige Grenzen hat der Deutsche zwar auch, aber die sind ihm nicht so wichtig wie der zulässige Grenzwert beim Diesel, wenn man die Intensität der laufenden Debatten vergleicht. Regiert wird er also von Angela. Und ich kann einfach nicht umhin: Das passt perfekt. Dieses heutige deutsche Volk und diese Kanzlerin sind so etwas wie das Traumpaar der Groteske. Volk, Regierung und Land – eine einzige Absurdität. Die Einen ängstlich um ihre persönlichen Besitztümer und ihre kleine heile Welt besorgt, die sie sich, in Vertragstreue unverbrüchlich fest, erhalten wollen – und die Anderen freche Despoten, die auf den Vertrag scheißen und den einfältigen Verzagten auf der Nase herumtanzen.

Was ist also aus den Deutschen geworden? Ein gedemütigtes, bis zum völligen Trotteltum gutmütiges Volk ist es geworden. Apolitisch bis dorthinaus, läßt es sich ausnehmen wie eine Weinachtsgans, läßt sich verraten und verkaufen von seiner eigenen Regierung, verwechselt Unfähigkeit mit Sicherheit und Verantwortungsbewußtsein, glaubt heute dieses und morgen jenes, fühlt sich dabei informiert und meinungsstark – und bremst sich auf Bundesstraßen hinter einem Rechtsabbieger bis zum Stillstand ein, obwohl es auch problemlos links an ihm hätte vorbeifahren können.

Völlig erschüttert hat mich eine Beobachtung im Zusammenhang mit sogenannten Fräskanten. Sie ist absolut symptomatisch für die gesamte geistige Lage im vormaligen Volk der Dichter und Denker. Der Straßenbau hatte größere, rechteckige Flächen aus dem Asphalt herausgefräst, so daß Wannen entstanden sind, die etwa fünf bis sechs Zentimeter tiefer waren als das eigentliche Straßenniveau. Es ist sehr vernünftig, äußerst langsam durch solche Wannen zu fahren, um das Fahrwerk zu schonen. Weil das vernünftig ist, wurde auch lange vorher schon auf diese Wannen hingewiesen. Fräskanten in 300 Metern, Geschwindigkeitsbeschränkung, rot-weiße Pylonen, nächstes Hinweisschild, gelbe Blinkleuchten, Stroboskope, Geschwindigkeit 10 km/h …. – vor mir zwei der Verzagten, die alles peinlich genau so machten, wie auf den Schildern vorgegeben. 200 Meter vor der gefährlichen Fräskante fuhren sie schon nur noch 20 Sachen „schnell“ und wähnten sich vorbildlich. Die erste Wanne kam. Sie verlief quer vom rechten Fahrbahnrand bis kurz vor den Mittelstreifen. Nummer eins bremst bis fast zum Stillstand, Nummer zwei ebenso. Die Helden der Bundesstraße sind gerade dabei, eine materialmordende, gefährliche Situation zu meistern. Deswegen ja auch die vielen Schilder und Lichter und Leuchten und Pylonen vorher. Eine Herausforderung meisterten sie. Es kam kein Gegenverkehr. Ich überholte beide gemächlich genug auf der wannenlosen, linken Fahrbahnseite, um einen längeren Blick durch das rechte Seitenfenster auf das Faszinosum dieser beiden Deutschen beim Kampf mit der Wanne zu werfen. Seit ich diese Gesichter in dieser Kopfhaltung hinter diesen Lenkrädern gesehen habe, plagen mich Albträume und ich muß mich wegen Depressionen behandeln lassen. Ich hatte die absolut vertrottelte Staatshörigkeit hinter dem Steuer erblickt. Die Sklaven des Hinweisschildes. Ich war schockiert. Ihre Mimik hatte nichts Menschliches mehr. Da waren nur Hirntod und Ödnis im Gesichtsausdruck. Ich hatte Zombies überholt. Untote. Hemmungslose Wähler, die so private Ausdünstungen absondern wie die hier: „Ach ja, die Merkel macht das doch ganz ordentlich“. Selbstgewählte Blödheit ist auch asozial.

Und ehrlich gesagt: Ob die Asozialen nun mit ihrer Kanzlerin zufrieden sind oder nicht, ist mir völlig schnuppe. Mir tut es auch ohne Angela schon leid, daß wir ein Volk sind. Wenn die ein Volk sind, dann bin ich lieber mein eigenes. König oder Kaiser könnte ich mit so einem Volk sein. Da hätten eher früher als später alle was davon. Und ich das meiste. Das Leben könnte auch schön sein. Aber heute so: Ich habe mit diesem Volk nichts zu tun, ehrlich! Ich verbitte mir jegliche Verwechslung.

Quelle: https://www.journalistenwatch.com/2017/08/12/polemik-was-ist-aus-den-deutschen-geworden/

Foto zum Neutralisieren des Hässlichen:

10e

Tja die selbstgewollt Dummen dürfen wählen, demnächst. Und dann stiefeln sie wieder zu den Urnen und fühlen sich ganz toll weil sie den aufgeklärten winzigen Rest, der diese gesamte Show ablehnt, unterdrücken dürfen. Das nennt sich dann „Demokratie“. Es gibt tatsächlich Leute im Netz, die allen Ernstes behaupten, nach der Wahl würde die afd „kräftig aufräumen“.

So. Das war jetzt der Witz zum Sonntag. Ich habe fertig.

Teutoburgs Wälder

Advertisements

2 Gedanken zu “Traumpaar der Groteske

  1. Passt wunderbar zu meinem gestrigen Tag im Supermarkt, kurz nach dem Frühstück. Da waren dann auch noch ein paar ungewaschene, nach Schweiß müffelnde Damen (die Dicken in Leggings) mit dabei. Ich roch das beim vorbeigehen. So etwas kannte ich vor Jahren eigentlich auch nicht bzw. kam nur in Ausnahmefällen vor. Heute scheint das Idioten-TV aber seine Fans zu erziehen.

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s