Hans-Joachim Maaz: Das falsche Leben

Die Erfahrung hat mir gesagt, daß das, was ich mir unter Leben vorstelle, sinnvollem Leben, nichts mit dem zu tun hat, was sich Bürger unter sinnvollem Leben vorstellen.
Bürger wollen meist nur malochen, irgend etwas arbeiten, was möglichst wenig anstrengend ist, und viel Geld bringt, und Bürger wollen die üblichen Dinge: Materielles anhäufen, Dinge und Ereignisse konsumuieren und eher seltener, eine Familie gründen. Unter malochen verstehe ich: Abhängig beschäftigt arbeiten.

Die Motivation der meisten Bürger ist Angst, deshalb scheffeln sie Geld und wollen Karriere machen, ihre zweite Motivation für ihr Tun ist ihr mickriges Ego, welches sie durch Anerkennung der „Gesellschaft“ zufriedenstellen wollen. Sie brauchen permanent Bestätigung von anderen Menschen für sich selbst, deshalb sind sie Herdenmenschen und werden das auch bleiben.

Diese beiden Fallen, in denen sich menschliches Handeln bewegt, passen gut zusammen, denn wer „Karriere“ macht, scheffelt gleichzeitig Geld, sorgt also so scheinbar für seine Sicherheit, hält seine Angst oberflächlich unter Kontrolle und sein mickriges Ego wird durch die Anerkennung, die er von anderen Bürgern bekommt, dadurch, dass er sein „Erfolgreich-Sein“ durch materielle Güter wie protziges Auto, Haus, Frau etc pp offen zur Schau stellt, gepushed. Wenn es viele dieser Bürger gibt, bestätigen sie sich gegenseitig in ihrem Tun  – so ist es derzeit in der brd.

Nun ist aber eine Gesellschaft, die aus solchen Bürgern besteht, krank. Denn solche Bürger sind über ihre Angst und ihre völlige Unfähigkeit, eigenständig zu handeln, unbequeme, außerhalb des mainstreams einzuordnende Dinge zu tun, total manipulierbar. Das stört sie aber in der Regel nicht weiter, da sie so, wie sie leben, gut leben. Unter „gut leben“ verstehen sie ein sicheres Leben. Sicherheit geht Bürgern über alles.  (Zum Thema psychische Krankheit siehe das Video: „Die Dummen, Feigen und Verblödeten werden euch die Freiheit kosten: https://youtu.be/mvoR9neCi68 )

So geschieht es ja auch bereits in unserer sogenannten „westlichen Gesellschaft“ seit vielen Jahren; die Hauptmanipulation geht logischerweise von den Medien aus. Aber der Grundstein der Manipulationsfähigkeit wird beim Einzelnen in der Kindheit gelegt, ich empfehle dazu die Videos von Rüdiger Lenz.

Wir sind alle kindheitstraumatisiert und lassen uns so später manipulieren, indem wir erhoffen, durch eigenes Wohlverhalten die „Liebe“/Anerkennung der „Gesellschaft“, dh. des eigenen persönlichen Umfeldes zu bekommen. So einfach ist das im Prinzip. Und so schwer, da wieder raus zu kommen; wobei, die meisten Menschen wollen da ja auch gar nicht raus.
In solch einer Gesellschaft kann man aber meiner Meinung nach kein sinnvolles Leben führen bzw eine Gesellschaft die nur aus solchen Spaßbürgern besteht, ist krank, in sich verrottet.

Natürlich beeinflußt dies das Individuum.
Deshalb ändert sich auch nichts, wenn man diese Gesellschaft Volksentscheide machen lässt oder ähnliches sinnloses Zeugs. Das Grundproblem der westlichen Gesellschaft ist die Gesellschaft an sich, und nicht das politische System, denn beides bedingt einander. Jede Gesellschaft hat das System, welches zu ihr gehört, und in unserer Gesellschaft voller traumatisierter Narzissten haben wir halt eine Regierung, die das genaue Abbild dieser Gesellschaft ist.

***

Ein sinnvolles Leben kann m. Meinung nach nur in einer Gesellschaft stattfinden, die die Mängel bzw krassen Fehler, die unsere Gesellschaft nun mal ausmachen, ausmerzt bzw. unmöglich macht.

Da ist als erstes die Geldfixierung zu nennen. Verbunden mit dem Kapitalismus (nicht: Sozialismus) sorgt sie für einen immerwährenden KAMPF des Einzelnen um irgendwelche Pfründe, sprich: Geld. KAMPF verstärkt aber die ANGST im Einzelnen, und ANGST macht unfrei in den einzelnen Handlungen.  – Die Frage stellt sich mir in der derzeitigen Situation: Ist Kampf noch vermeidbar, läßt sich durchs Nichtkämpfen Konflikt vermeiden? Oder erfordert die Konfliktvermeidung (bestenfalls: Kooperation) nicht eine zu große Anpassung an das derzeitige kranke System bzw. dann weitergehend Verleugnung der eigenen Lebensgrundsätze?

Zweite Frage bezüglich des Nichtkämpfens ist: Läßt sich das Böse (das gibt es) durch Nichtkämpfen besiegen? Ich  meine, nein.  Merkmal des Bösen ist es, daß es vernichten will.

***

Nun hab ich das Video mit dem Vortrag von Hans-Joachim Maaz gesehen und das erklärt bzw. bestätigt das alles. Krass ausgedrückt würde ich sagen:

Schafft die Narzissten ab, das Geld ab, die Konkurrenz ab und schon kann der Einzelne anständig leben. Frei nach dem anarchistischen Prinzip: Was du nicht willst, was man dir tut, das füg auch keinem anderen zu. Geld macht die Menschen zu Tätern.

Wir kommen nur wirklich da raus wenn wir von der Konkurrenz, – bzw. dem damit zusammenhängenden Geld-, Machtstreben weg gehen zur Ko-operation, dh. zur Zusammenarbeit. Persönlich bin ich der Meinung daß wahres Menschsein sich auch nur so verwirklichen lässt – alles andere ist tierisches unmenschliches Zerstörungswerk. Da Menschen aber nicht in großen Gruppen „funktioneren“, bzw. es einen Zusammenhang gibt zwischen Manipulierbarkeit und der Größe der Gruppe, müssen die Gruppen klein sein.

 

Zum Video:

Aus der Beschreibung (nachzulesen unter diesem link: https://www.youtube.com/watch?v=-9uzHR2rYro

„Jede einzelne Minute lohnt sich. Prof. Maaz führt exakt aus, warum in unserer Gesellschaft derzeit nahezu alles falsch läuft. Seine auf seriöser, wissenschaftlicher Grundlage basierte, langjährige Forschung hilft uns beim Erkennen der wahren Ursachen sämtlicher Verwerfungen. Maaz, der viele Jahre lang als Chefarzt der Psychotherapeutischen und Psychosomatischen Klinik im Evangelischen Diakoniewerk Halle tätig war, entwickelte dort erfolgreich tiefenpsychologische und körperpsychotherapeutische Therapieformen.

Der auch als erfolgreicher Buchautor bekannte Facharzt veröffentlichte im März 2017 ein hochinteressantes Buch:

Das falsche Leben. Hierin schildert der Psychotherapeut die Gründe für unsere erschreckend angepasste Gesellschaft, die immer noch den politischen und medienpolitischen Vorgaben brav folgt und sich dabei offenen Auges ins Verderben führen lässt, ohne selbst dagegen aufzubegehren.

Maaz konzentriert sich vor allem auf das Thema Deutschland und seine derzeitigen, umwälzenden Probleme. Er benennt die Ursachen des momentanen Niedergans. Maaz`s Arbeit ist ein Segen für alle aufgewachten Geister.

Zum vorliegenden Video: Vortragsabend mit Dr. Hans-Joachim Maaz:
Das falsche Leben. Ursachen und Folgen unserer normopathischen Gesellschaft

Ein Normopath ist stets normal und angepasst, sein Verhalten überkorrekt und überkonform. Die Zwanghaftigkeit, mit der er den Erwartungen entspricht, verrät indes, dass er ein falsches, ein unechtes Leben führt… Krank ist nicht nur er, sondern vor allem die Gesellschaft, in der er lebt und deren Anpassungsdruck er sich unterwirft – bis er die Gelegenheit gekommen sieht, seine aufgestaute Wut an noch Schwächeren oder am System abzureagieren.

Der Hallenser Psychoanalytiker und Psychiater Hans-Joachim Maaz ist bekannt für seine brillanten, zukunftsweisenden Analysen kollektiver Befindlichkeiten und gesellschaftlicher Zustände – vom Gefühlsstau, einem Psychogramm der DDR, bis zur narzisstischen Gesellschaft, einer Psycho-Analyse unserer Promi- und Leistungsgesellschaft.

In seinem neuen Buch nimmt er Phänomene wie Pegida und AfD, den zunehmenden Hass auf Ausländer, aber auch die Selbstgerechtigkeit der politischen Elite zum Anlass, ein konturenscharfes Bild unseres falschen Lebens zu zeichnen, in dem wir uns lange eingerichtet haben und aus dem uns nun die zunehmende Polarisierung und Barbarisierung unserer sozialen und politischen Verhältnisse herausreißt. Das falsche Leben ist das Buch zur Stunde – Augen öffnend und alles andere als Mainstream.“

Richtig interessant wird es ab ca Minute 38: „Eine äußere Demokratie kann man übernehmen wie man ein Kleid wechselt.“

Maaz fordert eine „innerseelische Demokratisierung“: Eine Bereitschaft/Fähigkeit des Menschen besser auf seine eigenen „seelischen Minderheiten“, seine Ängste, seine Fehler, seine Schwächen, all das, was ihm unangenehm ist, was er am liebsten verleugnet und verdrängt, achtet, daß der Mensch diese Eigenanteile erst mal überhaupt WAHRNIMMT als Teile seiner Selbst. Denn das ist die Voraussetzung, daß man nicht mehr Andere damit belasten muß, daß man diese Dinge nicht mehr projizieren muß auf Andere. … Unsere „Demokratie“ lebt von einer narzißstischen Störung, die im Grunde genommen immer die eigene politische Position überhöht („Wir sind die Besten“, „Nur wir wissen, was richtig ist“) und den Gegner schlecht macht, und zunehmend als böse darstellt.  Sachliche Auseinandersetzungen mit Themen, die der eigenen gefühlten Lebensrealität zuwider sind, sind narzißstisch gestörten Menschen nicht möglich.

… Äußere Freiheit gerät schnell in eine Grenzenlosigkeit wenn sie keine innerseelische Orientierung hat. Man denkt, es ist alles frei, es ist alles möglich, und macht auch Dinge, die nicht zu einem passen, weil man innerlich nicht sagen kann wer man ist, was man will, und so weiter… für mich ist Bindung bzw. Bindungsfähigkeit der Gegenpol zur Freiheit, der Auswüchse des grenzenlosten „Alles-ist-möglich-Wahns“, der auch teilweise unsere Gesellschaft befallen hat, reguliert [meine eigenen Gedanken].

Liberalität werde dann zur Gefahr wenn ihre Gegenpole Verantwortung und Begrenzung fehlen würden.  …. die äußere Demokratie braucht ZWINGEND Narzissten. Narzissten sind aber IMMER empathielos. Die äußere Demokratie braucht ZWINGEND Mehrheiten die aber immer manipulierbar sind und auch werden. ..

Teutoburgs Wälder

 

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4 Gedanken zu “Hans-Joachim Maaz: Das falsche Leben

  1. So ist es mit der anfänglichen Begeisterung, wenn ein Psychater, der ja seit 2008 im Ruhestand ist und mit seinen Werken versucht, seinen Lebensstandard zu halten, den er wohl als Chefarzt hatte, ein paar und verständliche Sätze bringt, die uns aus der Seele sprechen…

    Wer möchte sie nicht verstehen, die Zeit in der wir leben mit diesen ganzen Narzissten?

    Jedoch wenn man dann ab ca. 30. Minute so einen Satz hört wie „Der DEUTSCHE (!) Nationalsozialismus war im Wesentlichen (!) dominiert von der Psychopathie (Mutterbedrohung/Vater-Terror) und dass der Deutsche Nationalsozialismus eine borderlinige Fehlentwicklung war, dann kann ich echt nur noch würgen und das Video abschalten.

    Grauenhaft, immer die gleiche Leier in zig Vorträgen, Videos etc. ~~ immer schön unterschwellig die Nazikeule schwingen. Der geldgeile Maaz (sein Blick sagt doch eigentlich alles, …) ist eine ganz miese Person ~~ der bekommt auch noch seine verdiente Quittung.

    Das hier macht Sinn.

    Den Maaz haut man am Besten – wie so vieles andere auch – in die Tonne. Frankfurter Schule läßt grüßen …

    Dr. Joachim Maaz – wieder einmal so ein „nettes, in zig TV-Sendungen und auf der Bühe rumgereichtes Fachwissen-Männchen“, das uns degenerierten Deutschen erklären soll, warum wir alle so bescheuert sind …

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  2. Das Video kannte ich noch nicht. Sehr gut.
    Ja krank. Diese Gesellschaft ist krank. Ich werde mir noch ein paar andere Sachen anschauen, aber einige Aussagen von Herrn Maaz kann ich voll unterschreiben.
    Ich bin immer froh, wenn Experten mir das bestätigen, was ich selber auch festgestellt habe und wenn ich solche Sachen auch woanders (wie hier) lesen darf.

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