Der Elefant im Raum

Der Deutschlandfunk strahlte am 1. März 2013 folgende Sendung aus: „Zweierlei Maß? Die Berichterstattung über Russland und die USA“ Darin wurde ein Auszug aus dem Arbeitsvertrag für Mitarbeiter der BILD-Zeitung zitiert:

„Die Objekte der Bild-Zeitung haben folgende grundsätzliche Haltung: Die Unterstützung des transatlantischen Bündnisses und die Solidarität in der freiheitlichen Wertegemeinschaft mit den Vereinigten Staaten von Amerika. Der Redakteur ist zur Einhaltung dieser Richtlinien verpflichtet.“
(Quelle: deutschlandfunk.de/zweierlei-mass/text.pdf; S.2/26)

8e

Die BILD ist eine Publikation der Axel Springer SE (SE = Societas Europaea), vormals Axel Springer AG, eines der größten Verlagshäuser Europas. Neben der BILD werden auch Die Welt und die polnische BILD-Schwester Fakt herausgegeben.

Der Verlag hält zudem unzählige Beteilungen an Radio- und Fernsehsendern und digitalen Medien (N24, Antenne Bayern, finanzen.net, wallstreet.online, etc.)

Im Mai 2014 meldete die deutschsprachige israelische Online-Zeitung „Israel-Nachrichten“, daß der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer SE, Mathias Döpfner, eine hohe jüdische Auszeichnung erhalten werde:

2014-05-06_dr-_mathias_dopfner_erhalt_hohe_judische_auszeichnung_israel_nachrichten_jud

Bemerkenswert an dieser Meldung ist, daß B’nai B’rith (die Institution, welche die Ehrung verleiht) vollkommen korrekt bezeichnet wird als:

  •  „weltweit größter jüdischer Orden“ und
  •  „die international bedeutende Vereinigung jüdischer Logen“

Dergleichen ist in deutschen offiziellen Medien nicht zu lesen.

Im Nachgang an die im Juni 2014 erfolgte Preisverleihung veröffentlichte Mathias Döpfner einen Kommentar in der WELT, der unter einer extra für diesen Zweck geschaffenen Sonderrubrik mit dem Titel Bekenntnis erschien. Ein Begriff der – neben seiner rechtlich kriminalistischen Bedeutung (Geständnis) – vor allen Dingen dem Bereich Religion/Weltanschauung zuzuordnen ist, wie auch folgende von duden.de übernommene Zusammenstellung zeigt:

2016-11-04-10_42_09-duden-_-be%c2%adkennt%c2%adnis-_-rechtschreibung-bedeutung-definition-synonyme-herkunf

Hier nun besagtes „Bekennerschreiben“:

2014-06-12-ich-bin-ein-nichtjudischer-zionist_-bekenntnis-welt-1

Bei den Worten Israel und deutsche Staatsräson muss man unweigerlich an Angela Merkel denken, die diesen Zusammenhang im Jahr 2008 zum ersten Mal öffentlich hergestellt hatte.

Interessanterweise wurde die Bundeskanzlerin am 11. März 2008 mit dem gleichen Preis von B’nai B’rith ausgezeichnet.

2008-03-11_bundesregierung

Und nur eine Woche später hielt sie ihre vielbeachtete Rede im israelischen Parlament, bei der sie von der Sicherheit Israels als deutscher Staatsräson sprach:

2008-03-18_bundesregierung_bulletin_rede_von_bundeskanzlerin_dr-_angela_merkel_vor_der_01

2008-03-18_bundesregierung_bulletin_rede_von_bundeskanzlerin_dr-_angela_merkel_vor_der_02

Bei solchen Ehrungen ist grundsätzlich zu beachten, daß sie keineswegs nur in der Vergangenheit erbrachte Leistungen und Gefälligkeiten honorieren, sondern auch als Wegweiser (Leitfaden) für zukünftiges Handeln dienen sollen und mit Erwartungen seitens der auszeichnenden Institution verknüpft sind.

Mit Staatsräson wird der Grundsatz bezeichnet, der die Verwirklichung und Bewahrung des Staatswohls zur wichtigsten Leitlinie des staatlichen Handels macht.

(Quelle: lexexakt.de)

Die Bundesrepublik ist gewiß der einzige Staat auf der Welt, welcher sich explizit das Wohl eines anderen Landes als Ziel setzt.

Martin Schulz (SPD), Präsident des Europäischen Parlaments, geht hier noch einen Schritt weiter.

For me, the new Germany exists only in order to ensure the existence of the State of Israel and the Jewish people.

Für mich existiert das neue Deutschland allein aus dem Grund, um die Existenz des Staates Israel und des jüdischen Volkes sicherzustellen.

(Zitat von Martin Schulz laut haaretz.com/iphone-article; 14.02.2014)

Hier der Screenshot des Artikels der Onlineausgabe der israelischen Tageszeitung HAARETZ mit obiger Passage:

2014-02-14-haaretz-com-02

Im Januar 2014 wurde Martin Schulz vom Internationalen Auschwitz Komitee mit der Gabe der Erinnerung ausgezeichnet.

2014-03-00_volkswagen_autogramm_die_zeitung_fur_die_mitarbeiterinnen_und_mitarbeiter_de

Diese Auszeichnung haben auch einige andere deutsche Spitzenpolitiker und interessanterweise mehrere Topmanager von VOLKSWAGEN erhalten:

2016_10_16_10_46_24_die_empfanger_des_b_internationales_auschwitz_komitee_erinnern_an_gestern_

Im Juli 2015 berichtete RT Deutsch, daß es nach der geleakten Aussage der Sprecherin der israelischen Botschaft in Deutschland im Interesse Israels liege, die deutschen Holocaust-Schuldgefühle aufrecht zu erhalten.

2015-07-01-rtdeutsch_israelische_diplomatin_in_berlin_aufrechterhaltung_der_deutschen_schuldgefuhle_

RT Deutsch bezieht sich hierbei auf einen gleichlautenden Artikel der israelischen Tageszeitung HAARETZ:

2015-06-25-haaretz_israeli_diplomat_in_berlin_maintaining_german_guilt_about_holocaust_helps_israe

Weiter aus der Meldung von RT Deutsch:

2015-07-01-rtdeutsch_israelische_diplomatin_in_berlin_aufrechterhaltung_der_deutschen_schuldgefuhle_02

Dass diese Meldung geleakt und von HAARETZ veröffentlicht wurde, zeigt daß es Menschen in Israel gibt, die mit dieser ewigen Schuldfixierung Deutschlands nicht einverstanden sind.

Die New York Times schrieb im November 2012 folgendes:

Weiterlesen hier:

Quelle: Der Elefant im Raum

Teutoburgs Wälder

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