2 – Klassen- Medizin die auf Mord hinaus läuft

Zitat:

„2 Klassenmedizin für MCS Kranke?

Derzeit gibt es in Deutschland zwar eine Reihe hervorragender Umweltmediziner  – eine qualitative Versorgung bleibt dennoch den meisten MCS Betroffenen verwehrt. 

Krankenkassen (gesetzliche, aber auch „private“) verweigern nach wie vor die Übernahme der Behandlungskosten mit Hinweis auf längst überholte Studien (RKI 2002).

Umweltmedizin bleibt daher nur Patienten vorbehalten, die sich als „Privatpatienten“ auch ohne Kostenersatz durch ihre „Krankenkasse“ eine solche Behandlung leisten können.

Dieses Verhalten der Krankenkassen widerspricht auch vollständig den Erkenntnissen der Behindertengesetzgebung – welche grundsätzlich MCS als körperliche„Behinderung“ anerkennt – eine Verweigerung  einer adäquaten medizinischen Behandlung einer solchen „Behinderung“ widerspricht somit dem Rechtsanspruch auf einen grundgesetzlich garantierten Anspruch.

Wir bezeichnen dies als „2 Klassen Medizin“ einerseits  für Vermögende und andererseits für „Normalbürger“ und eine „soziale und medizinische Diskriminierung“, die sich auch durch die Verweigerung unverzichtbarer Leistungen bei Jobcentern, Wohnungsämter und Beihilfestellen fortsetzt.“ ZITAT ENDE

Das Geschriebene gilt auch für Fibromyalgie und CFS, die beiden anderen Umweltkrankheiten.

Quelle: http://www.eggbi.eu/beratung/mcs-multiple-chemikaliensensitivitaet/2-klassenmedizin-fuer-mcs-kranke/#c635

Weiter:

„Schriftliche Stellungnahme des Gesundheitsministers verweigert

Keine offizielle (mehrmals erbetene schriftliche!) /Stellungnahme gab es bisher vom „Gesundheitsministerium“  (mündliche Aussage:“Verantwortung liegt bei Ärzteschaft und Krankenkassen“) – keine Antwort gab es vom persönlich angeschriebenen „Gesundheitsminister“ Gröhe….

Die zuständige Sachbearbeiterin verweigerte jede schriftliche Stellungnahme – die ebenfalls angeschriebene Staatssekretärin Widmann-Mauz  fand unser Anschreiben überhaupt keiner Reaktion wert.

Aufschlußreich dagegen offizielle Stellungnahmen des Ministeriums:

 Schreiben an die Bundeskanzlerin Dr. Merkel

Der Versuch, von der Bundeskanzlerin als Vorsitzende der CDU eine qualifizierte Antwort zu erhalten, verlief ebenfalls erfolglos:

Unsere allgemeine Anfrage wurde als „persönliche Bittstellung um Hilfe“ verstanden mit dem Hinweis, mich an die Caritas(!) zu wenden.

Auch hier fanden wir somit keinerlei Bereitschaft, politische Verantwortung für die derzeitige Diskriminierung der Umwelterkrankten zu finden.

Offensichtlich hat das Bundeskanzleramt kein Interesse, sich für jene Minderheiten einzusetzen, die in den meisten Fällen durch schwere Versäumnisse der Umwelt- und Gesundheitspolitik überhaupt erst in diese Situation gebracht wurden/ werden.

Schriftverkehr

Wir haben dazu keine Antwort mehr erhalten.

Umweltbundesamt und Umweltministerium

 Ansprechpartner für Umwelterkrankte, für MCS Betroffene

 (vor allem für „Nur- Kassenpatienten“)

Im Gegensatz zu anderen Ministerien bemüht sich das Umweltministerium grundsätzlich zusammen mit dem Umweltbundesamt unsere Verbraucheranfragen tatsächlich immer ernst zu nehmen.

 Mit Hinweis auf entsprechende Aussagen auf der UBA Homepage zu MCS wandten wir uns auch an das Umweltbundesamt zum Thema „Ansprechpartner“ für Umwelterkrankte:

Informationsstand Oktober 2016

Mit Verweis auf die Kommission  „Umweltmedizin und Public Health“  hat als bisher einziges Ministerium das Umweltministerium geantwortet und am 23.6. 2016 

die Thematik „unbürokratische“ Hilfe für MCS Erkrankte auf die Tagesordnung dieser Kommission gesetzt.

Ergänzender Hinweis: „Auch das UBA hat angekündigt, seine unterstützenden Informationen im Internet zu aktualisieren“

Aktuelle Aussagen des Umweltbundesamtes    

Zitat: „Bei MCS handelt es sich um einen umfassenden Symptomenkomplex, unter dem die Betroffenen häufig stark leiden. 

„Je nach persönlicher Situation können Betroffene Informationen und Hilfe in umweltmedizinischen Ambulanzen und Beratungsstellen, bei den Gesundheitsämtern sowie bei niedergelassenen Umwelt- und Allgemeinmedizinern erhalten.“ Quelle 

Leider berichten uns Betroffene durchwegs, bei diesen Stellen keine adäquate, von den Kassen ersetzte Hilfe zu erhalten – entsprechende Umfragen unererseits bei über 100 solcher Adressen ergaben das selbe Ergebnis.

Das UBA empfahl auch bereits in der Vergangenheit die Vermittlung der Betroffenen an eine umweltmedizinische Ambulanz (Zusammenstellung in der Zeitschrift „Umweltmedizin in Forschung und Praxis“) mit der Möglichkeit einer interdisziplinären Abklärung der Symptome, um so eine optimale Betreuung zu gewährleisten und verwies auch auf eine Liste von Ansprechpartnern, die von der Kommission Umweltmedizin als zuständig benannt wurde.

Zitat: „Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat am Robert Koch-Institut (RKI) die Kommission Umweltmedizin neu berufen. (Quelle)

Leider ist es dem Umweltbundesamt, welches uns grundsätzlich bei der Beschaffung von Informationen bezüglich Bauprodukten stets beispielhaft unterstützt, bezüglich der medizinischen Ansprechpartner für Umwelterkrankte (nach unserer Meinung wäre dies ohnedies primär Aufgabe des diesbezüglich untätigen Gesundheitsministeriums!) derzeit aber noch nicht möglich, hier konkrete Ansprechstellen für Betroffene zu benennen.

Das Gesundheitsministerium wiederum verweigert jegliche schriftliche Antwort auf unsere Fragen!)

Früherer EGGBI Schriftverkehr mit Umweltbundesamt (UBA)  siehe auch APUG (Aktionsprogramm Umwelt/Gesundheit)

Robert Koch Institut MCS Studie

Grundlage aller Ablehnungen durch Krankenkassen, Sozialgerichte, beim Patientenbeauftragten und Politikern sind stets die viel zitierten MCS Studien des Robert Koch-Insituts aus den Jahren 1999 bis 2004(!). (Link) Auf eine Anfrage unsererseits erklärte das RKI am 13. Februar 2015:

„Studien zu MCS sind am Robert Koch-Institut nach den von Ihnen erwähnten (Anmerkung der Redaktion: fertiggestellt 2004!, dazu Hinweisenicht weiter erfolgt, daher gibt es auch keine Änderung zu den dort getroffenen Aussagen.

Gemeinsame  Stellungnahme   des Berufsverband der Umweltmediziner (DBU), Ökologischen Ärztebundes, der Interdisziplinären Gesellschaft für Umweltmedizin (IGUMED) und der deutschen Gesellschaft für Umwelt- und Humantoxikologie zur RKI Studie

Bewertung der Studien durch den Umwelttoxikologen  Dr. Hill

.Weiteres Zitat von RKI:

Die von Ihnen angesprochene Liste zu Umweltambulanzen auf den Seiten des EcoMed-Verlags wird auch von der Kommission Umweltmedizin als veraltet angesehen. Die Aktualisierung ist im Gange.“

Offensichtlich dauert diese „Aktualisierung“ länger als 12 Monate – nach wie vor (März 2016) haben wir keine Adressen erhalten, an die wir MCS Kranke verweisen können- vor allem auch dann, wenn sie nicht „Privatpatienten“ sind.

Zum gerne – von Kassen, Behörden zitierten RKI – MCS Bericht eine Stellungnahme der Bundessärztekammer bezüglich RKI und Umweltmedizin:

„In diesem Zusammenhang wurde die zwischenzeitlich neu berufene Kommission „Umweltmedizin“ am Robert-Koch-Institut begrüßt. Jedoch wurde auch festgestellt, dass diese Kommission der Intention, die Umweltmedizin zu stärken, nicht dienlich ist, da die Ausrichtung hier erkennbar epidemiologisch und nicht klinisch sei. “ (Seite 362, Jahresbericht 2012 Bundesärztekammer)“

Verletzung des Grundgesetzes durch Krankenkassen und Jobcenter? Krankenkassen verweigern Anspruch auf adäquate gesundheitliche Versorgung

Bereits 2008 wurde im Deutschen Ärzteblatt eine umfassende Auflistung notwendiger Maßnahmen für eine qualitative Anamnese von MCS publiziert. (Übersichtsarbeit „Klinische Umweltmedizin„)

„Zitat: Neben der Anamnese, klinischen Untersuchung und Differenzialdiagnose sind nach strenger Indikationsstellung Analysen von Körperflüssigkeiten, Ortsbegehungen und Umgebungsanalysen in die Bewertung miteinzubeziehen.“

Leider konnten wir patientenseits bis heute keine Stelle benannt erhalten, an der MCS Kranke als „Kassenpatienten“ eine derartige Anamnese erlebt haben – verwiesen wird stets auf die Tatsache, dass Kassen keine umweltmedizinschen Behandlungen finanzieren.“ Zitat Ende  (Fetthervorhebung von mir, genau so ist das, man kriegt nicht mal eine adäquate Diagnose, dafür muss man von Arzt zu Arzt rennen.)

Weiter: Zitat Anfang:

Einzige uns bekannte Ausnahme laut Selbstauskunft der Klinik:

Zitat: „Unsere universitäre umweltmedizinische Poliklinik steht Kassen- und Privatpatienten gleichermaßen zur Verfügung..“ 

„Unser Vorgehen orientiert sich an den Prinzipien, die im beigefügten Artikel skizziert sind – der Artikel ist schon aus dem Jahre 2008, aber prinzipiell weiterhin gültig.“

Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin

WHO Collaborating Centre for Occupational Health
Klinikum der Universität München
Ziemssenstr. 1,

D-80336 München

Nicht nachvollziehen können wir aber beispielsweise Aussagen aus diesem Haus zu Umweltschadstoffen wie PCB in Schulen

„Es gilt als gesichert, dass mit akuten Gesundheitsschäden bei Aufenthalt in PCB-belasteten Gebäuden nicht zu rechnen ist. Nur bei sehr hohen unfallartigen Expositionen können Vergiftungssymptome auftreten. Derartige Vergiftungen sind z. B. von Unfällen mit kontaminiertem Reisöl in Japan und Taiwan bekannt.“  

 Gerade bei Schulen geht es nicht nur um „akute“ Gesundheitsschäden, sondern vor allem um mögliche Langzeitfolgen, die es um jeden Preis zu verhindern gilt! Mit dieser PCB Bewertung würden sämtliche Grenz- und Eingreifwerte ad absurdum geführt!

Von einem “ Institut für Umweltmedizin“ ist eigentlich eine erhöhte Sensibilität gegenüber Umweltgiften erwarten.

…………………………………

Andere Kliniken antworteten überhaupt nicht auf unsere diesbezüglichen Anfragen – für eine Klinik wurden uns seitens der Patientenbeauftragten von Berlin zwei Telefonnummern bereits für die Anmeldung benannt (Privat-oder Kassenpatienten).

Laut Homepage des Berufsverbandes der Umweltmediiziner werden umweltmedizinische Leistungen nicht von den Kassen bezahlt.

Zitat zu den Aufgabenbereiche der Kassen durch Ruhr Universität Bochum:

„Verfassungsrechtliche Grundlagen“ 

„Gesundheit ist ein grundlegendes Gut von existentiellem Stellenwert; es ist eine der wesentlichen Grundvoraussetzungen zur Umsetzung von Lebensentwürfen und zur Wahrnehmung grundrechtlich garantierter Freiheiten.

Dabei herrscht in unserer Gesellschaft ein weitgehender Konsens, dass die Chance auf Heilung und Linderung nicht vom Geldbeutel des Erkrankten abhängen darf.

Entsprechend sind der Schutz der Gesundheit und die Gewährleistung einer medizinischen Versorgung, die unabhängig vom individuellen finanziellen Leistungsvermögen und für alle Bürger diskriminierungsfrei zugänglich ist, eine essentielle Grundaufgabe des Sozialstaates, oder besser: der Solidargemeinschaft.

Diese Verpflichtung spiegelt sich verfassungsrechtlich wider, denn unter den Verfassungspositionen besitzen die Grundrechte des Kranken eine herausragende Stellung.

So garantiert das Grundrecht des Art. 2 Abs. 2 Satz 1 Grundgesetz (GG) das Leben und die körperliche Unversehrtheit. 

Es gewährleistet neben seiner Abwehrdimension, also dem Schutz vor Eingriffen in die körperliche Unversehrtheit, ein Recht auf Teilhabe an einem leistungsfähigen und diskriminierungsfrei zugänglichen Gesundheitswesen.

Daneben ergibt sich aus dem verfassungsrechtlichen Sozialstaatsgebot (Art. 20 Abs. 1 und 28 Abs. 1 GG) die Verpflichtung zur Daseinsvorsorge, wozu auch die Krankenversorgung zählt. Mit seiner sogenannten Hartz IV-Entscheidung hat das Bundesverfassungsgericht in jüngerer Zeit klargestellt, dass aus der Garantie der Menschenwürde (Art. 1 Abs. 1 GG) in Verbindung mit dem Sozialstaatsprinzip (Art. 20 Abs. 1 GG) ein unmittelbarer, individueller Leistungsanspruch auf Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums gegen die Solidargemeinschaft erwächst. Dazu gehören auch Leistungen der medizinischen Versorgung (BVerfG, Urt. v. 09.02.2010, Rdn. 135).“ Quelle

Mit der Verweigerung einer adäquaten medizinischen Behandlung von Umwelterkrankungen, MCS, der permanenten Verleugnung der „physischen Krankheit MCS“ werden allerdings die Betroffenen derzeit offensichtlich diskriminiert und nicht im Sinne des Gesetzgebers behandelt.

Als richtungsweisend könnte auch ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes (allgemein- nicht MCS konkret betreffend) gelten:

Nach leider sehr aufwändigem Rechtsweg wurde hier ein Urteil des Bundessozialgerichtes aufgehoben, welches dem Beschwerdeführer, der an einer „seltenen“ Krankheit litt, das Recht auf einen Kostenersatz einer adäquaten aber noch nicht „anerkannten“ Behandlung durch seine Krankenkasse verweigert hatte.

„Das angegriffene Urteil des Bundessozialgerichts genügt jedoch nicht den Anforderungen aus Art. 2 Abs. 1 GG in Verbindung mit dem Sozialstaatsprinzip sowie aus Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG und verletzt den Beschwerdeführer in seinem Recht auf eine Leistungserbringung durch die gesetzliche Krankenversicherung, die dem Schutz seines Lebens gerecht wird.“ Urteil

Eine Verletzung der Grundrechte sehen wir aber auch bei den immer wieder stattfindenden Ablehnungen von Mehrbedarf bei Hartz 4 für eine „verträgliche“ Wohnung (schimmel-geruchs- und emissionsarm), vor allem aber auch für erhöhte Ausgaben für verträgliche Lebensmittel- selbst bei Vorlage entsprechender ärztlicher Atteste. Zitat Ende. Bemerkung von mir: Solche Wohnungen gibt es für Arme nicht. Wer umweltkrank ist, ist immer arm oder er wird arm, eben deshalb, weil er ja alles selbst bezahlen muss, Diagnostik und „Behandlung“. Das kann auf Dauer keiner bezahlen, ergo folgt die Armut unausweichlich. Und dann folgt die übliche Behandlung, Enteignung von Eigentum, wenn man nicht viel Rente hat, und man landet in einer schlechten verseuchten sogenannten „Sozial“wohnung. Ich habe über ein Jahr nach so einer Wohnung gesucht, viel Auswahl hatte ich nicht, weil ich arm und krank bin.

Das soll so sein in Deutschland.

Weiter: Zitat Anfang:

Abweisung von Mehrbedarf durch Jobcenter

Grundsätzlich sieht der Gesetzgeber für Hartz IV auch die Gewährung für Mehrbedarf vor:

Hartz IV Mehrbedarf für kostenaufwändige Ernährung

Erwerbsfähige Hilfebedürftige, die krankheitsbedingt kostenaufwändige Ernährung benötigen, können hierfür einen Mehrbedarf erhalten. Quelle

Die Jobcenter berufen sich dabei vielfach auf eine keineswegs „vollständige Liste“ (Aufzählung von Krankheiten) des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge, der gegenüber EGGBI zum Thema MCS wie folgt Stellung nimmt:

„Jedoch wurden Nahrungsmittelallergien im Allgemeinen und MCS im Besonderen nicht auf einen möglichen Mehrbedarf geprüft. Aussagen zu einem möglichen Mehrbedarf bei Nahrungsmittelallergien konnten insbesondere deshalb nicht getroffen werden, da aufgrund der Komplexität der einzelnen Allergien eine pauschale Empfehlung nicht möglich ist. Es ist dem Deutschen Verein deshalb auch leider nicht möglich, eine Stellungnahme zu einem möglichen Mehrbedarf bei MCS abzugeben.“

Siehe dazu auch: Aussagen von Sozialverbänden

Auf Grund der Tatsache, dass bei manchen Krankheiten der Mehrbedarf von diesem Verein nicht pauschal festgelegt werden kann, einen solchen seitens des Jobcenters (offensichtlich ohne ausreichendem medizinischen Kenntnissen bzgl. MCS und Umwelterkrankungen generell) –  grundsätzlich abzulehnen, selbst wenn ärztliche Atteste zum Mehrbedarf vorliegen (ein aktuelles Beispiel vom Jobcenter Dortmund – konkrete Ablehnung ohne Benennung des für den Bescheid zuständigen medizinischen Gutachters! – mehr dazu wird in Kürze hier publiziert!) nur weil MCS nicht in der Liste dieses deutschen Vereins(!) aufgelistet ist, widerspricht jeglichem Rechtsempfinden! 

Pestizide in Lebensmitteln stellen für Umwelterkrankte eine unzumutbare Belastung dar –

der Erwerb „pesitzidfreier Lebensmittel“ stellt den Verbraucher aber grundsätzlich von nahezu unüberwindbare Herausforderungen.

Wie vermeide ich Pestizide in Lebensmitteln (Verbraucherzentrale)

„Obst und Gemüse aus ökologischem Anbau sind weitgehend rückstandsfrei und daher zu bevorzugen“

Es müsste den Bearbeitern in Jobcentern sehr wohl bewusst sein, dass solche Produkte durchwegs teurer sind als normale Handelsware.

Besser Bio-Lebensmittel als Pestizide (Zentrum der Gesundheit)

Essen ohne Pestizide (Greenpeace)

Hartz IV Mehrbedarf in Härtefälle

Leistungen für unabweisbare, laufende besondere Bedarfe in Härtefällen

Definition „Härtefall“

Wann liegt ein besonderer Bedarf (Härtefall) vor?

Ein besonderer Bedarf (Härtefall) liegt vor, wenn er neben den durchschnittlichen Bedarfen, die mit dem Regelbedarf (oder Sozialgeld) abgedeckt sind, in einer atypischen Lebenslage besteht (atypischer Bedarf). Der Bedarf ist unabweisbar, wenn er entweder in einer Sondersituation auftritt und seiner Art nach nicht vom Regelbedarf erfasst ist bzw. einen atypischen Ursprung hat (qualitativer Mehrbedarf) oder zwar grundsätzlich im Regelbedarf enthalten ist, aber im konkreten Einzelfall erheblich überdurchschnittlich ist (quantitativer Mehrbedarf). Quelle

Ein ärztlich bestätigter Bedarf an einer „nicht gesundheitsschädlichen Wohnung“ (z.B. bei Antrag wegen nachgewiesener Schimmel- und/oder Schadstoffbelastung im aktuellen Wohnbereich) stellt aus unserer Sicht absolut einen unabweisbaren Härtefall vor – der Leistungsempfänger ist (nicht nur, aber vor allem besonders bei  MCS auf Grund seiner Beschwerden) nicht in der Lage, länger in derartigem Wohnraum zu leben und benötigt Hilfe und Kostenersatz für die Suche und den Mehrbedarf  im Falle höherer Wohnungskosten für gesundheitlich konkret „zumutbarem Wohnraum!“

Eine Verweigerung stellt einen schweren Verstoß auch gegen das Anti-Diskriminierungsgesetz dar.

 ALLGEMEINE DEFINITION „HÄRTEFALL“ UNI HAMBURG

Viele Sozialleistungsgesetze, zum Beispiel das Bundessozialhilfegesetz (BSHG), sehen Härtefallregelungen vor, die von den Sozialleistungsträgern, etwa den gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherungen im konkreten Fall beachtet werden müssen. Bei dem Begriff Härtefall (oder auch Härte) handelt es sich um einen unbestimmten, das heißt im Gesetz nur allgemein formulierten Rechtsbegriff, dessen Interpretation einer Überprüfung durch die Rechtsprechung unterliegt. Beispiele dafür sind auch Begriffe wie „angemessen“, „erforderlich“, „zumutbar“.

Laut Bundesverwaltungsgericht fällt unter den Begriff Härtefall ein atypischer Sachverhalt. Dieser muss sich aus dem Regelungsinhalt der betreffenden Vorschrift in Verbindung mit den Besonderheiten des Einzelfalls ergeben. Dabei muss eine objektive Härte feststellbar sein. Diese liegt aber nicht schon dann vor, wenn eine Entscheidung von dem betroffenen Bürger als zu hart empfunden wird. So können zum Beispiel die gesetzlichen Krankenversicherungen bestimmte Gruppen von Versicherten, deren Bruttoeinkommen unterhalb einer Einkommensgrenze liegt, aufgrund der Bestimmungen in den §§61 und 62 Sozialgesetzbuch 5. Buch (SGB V) per Härtefallregelung von der Zuzahlung und Eigenbeteiligung etwa bei Medikamenten oder Kuren ganz oder teilweise befreien

Der Begriff Härtefall wird noch gesteigert durch den Zusatz „besonderer“ oder „unbilliger“ Härtefall. Hier ist zusätzlich zu prüfen, ob durch die Anwendung der Vorschrift der Hilfesuchende oder die unterhaltspflichtige Person (Unterhaltspflicht) in seiner oder ihrer besonderen Situation besonders hart getroffen würde.“ Quelle

„umweltmedizinischen Kenntnisse“ mancher Gutachter und Amtsärzte

Hilflos fühlen sich MCS und allgemein Umwelterkrankte bei den Behörden, wenn es um ärztliche Gutachten für die Gewährung von Renten, von Sozialleistungen, aber auch Mehrbedarf für den wesentlich „kostenaufwändigeren“ Lebensunterhalt (möglichst schadstoffarme Kleidung, Kosmetik, Reinigungsmittel und vor allem Ernährung!) geht.

Hier zeigt sich neben oft unbegreiflicher Arroganz bei manchen Gutachtern,  Klinik und Amtsärzten  häufig auch absolute Unkenntnis (oder handelt es  sich um auftraggeberfreundliche Stellungnahmen?) auch längst anerkannter Forschungsergebnisse zumindest aber um fehlende Sensitivität gegenüber tatsächlich kranken Personen.

Aussagen wie

MCS gerechte Ernährung“  (= möglichst „schadstoffarm“)

.die Amtsärztin des Kreises Lippe ist zu dem Ergebnis gekommen, dass bei Ihrem vorliegenden Krankheitsbild eine geeignete und notwendige Ernährung erforderlich, die zwar durch Auswahl der Lebensmittel und eventuell andere Zubereitungsart mehr Aufwand erfordert, aber im Vergleich zu einer optimalen und gesunden Mischkost nicht mit Mehrkosten verbunden ist.“ (Bescheid liegt uns vor)

Der Ärztin scheint nicht bekannt sein, das bei MCS gerade die Lebensmittelauswahl ein wesentliches Problem darstellt, da die Betroffenen auch auf Schadstoffe weit unterhalb gesetzlicher Grenzwerte bereits heftig reagieren, wirklich schadstoffarme Lebensmittel aber nur schwer – und dann (Beispiel wirkliche Bio-Lebensmittel ohne Pestiziden) nur zu wesentlich höheren Preisen zu finden sind. Berichte über Schadstoffbelastungen liefert dankenswerterweise regelmäßig beispielsweise „foodwatch“

 Weitere Aussagen, die vor allem für Chemikaliensitive absolut nicht nachvollziehbar sind:

Es sei auch umstritten, ob allergische Reaktionen auf Formaldehyd über die Luft ausgelöst werden könnten(???),(Quelle)

oder „von PCB gehe keine Gefährdung für die nächsten Generationen aus“(Quelle)

stellen alle Aussagen auch des Umweltbundesamtes als unrichtig dar.

 Siehe dazu   „umweltmedizinische Kennntnisse“ ;  medizinische Gutachten und Bagatellisierung

Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG) – „Anti- Diskriminierungsgesetz“

Eine Verweigerung entsprechender Unterstützung in Härtefällen stellt auch einen schweren Verstoß auch gegen das Anti-Diskriminierungsgesetz dar.

Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG)

„Ziel des Gesetzes ist, Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung,

einer Behinderung,

des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen.

§ 2 Anwendungsbereich:

Punkt 5: den Sozialschutz, einschließlich der sozialen Sicherheit und der Gesundheitsdienste,.

Punkt 6. die sozialen Vergünstigungen,

Punkt 8. den Zugang zu und die Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen, die der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, einschließlich von Wohnraum“

Siehe weitere Beiträge zur Benachteiligung:

2 Klassen Medizin  für MCS Kranke

Behindertengesetzgebung

Stellungnahmen von Krankenkassen

Ende August 2015 erhielten eine Reihe von Krankenkassen – unter anderem sämtliche 11 selbständigen AOK Landeskassen und der AOK Bundesverband eine Anfrage unsererseits mit der Bitte um Auskunft:

Ø  Bitte um Information ob Ihr Haus bei entsprechenden ärztlichen Gutachten, Versicherten  -und zwar  in welchem Ausmaß – die aus der Krankheit entstehenden Mehrkosten  ersetzt. (Erforderliche Mehrkosten für

o   angepasste Ernährung, 

o   andere Medikation,

o   umweltmedizinische Betreuung und Therapierung sowie

o   Unterstützung bei einer qualitativen Wohnungssuche, nachdem vor allem eine „schadstoffminimierte Wohnumgebung“ wesentlich zu einer Verbesserung der Symptome und möglicherweise auch zu einer Wiedereingliederung in die Arbeitswelt beitragen kann) Link zur Mail

Wir werden versuchen, die Antworten hier zu veröffentlichen:

AOK Bundesverband/ Pressestelle:

Am 28.12.2015 erhielten wir dankenswerter Weise eine umfangreiche Antwort der AOK Bundespressestelle – leider beruft sich die AOK ebenfalls auf die auch von Behörden stets gerne  herangezogenen, längst überholten Studien des RKI aus 2002. Antwort AOK  dazu Erwiderung EGGBI 

 keine Antworten kamen auf unsere Anfragen bisher von den AOK  Landesstellen vom August 2015:

AOK Baden Württemberg:

AOK Bayern:

AOK Bremen/Bremerhaven:

AOK Hessen:

AOK Niedersachsen:

AOK Nordost:

AOK Nordwest:

AOK Sachsen und Thüringen

AOK Rheinland/Hamburg:

AOK Rheinland Pfalz/Saarland:

AOK Sachsen-Anhalt:

 ähnliche Anfragen haben wir auch gestellt an:

„DEUTSCHLANDS BESTE KRANKENKASSE“

Die SECURVITA ist „Deutschlands beste Krankenkasse“. http://www.securvita.de/

bisher  (Dezember 2015) keine Antwort auf Anfrage vom 28.08.2015 

 Weitere Anfragen werden wir in Kürze versenden.

Wir ersuchen MCS kranke Besucher unserer Homepage, die zu solchen Fragen bereits abschlägige Bescheide erhielten, uns diese für unsere Aktivitäten und  Publikationen zur Verfügung zu stellen. natürlich werden wir die Namen der Betroffenen nicht weitergeben.

Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und Bundesärztekammer

Kassenärztliche Bundesvereinigung

Anfragen an die Patienten-Infoline und an den Pressesprecher bereits im April und November 2014(!) sowie Januar 2016 blieben bis heute völlig unbeantwortet! 

Konträr zu dieser „Informationspolitik“ die Homepage Aussage:

„Die KBV organisiert zusammen mit den KVen die flächendeckende ambulante Gesundheitsversorgung. Rund 72 Millionen gesetzlich Krankenversicherte erhalten deutschlandweit die gleiche hochwertige medizinische Betreuung…..“

(Quelle: KBV Unsere Ziele)

1e

Die Bundesärztekammer

hat sehr zeitnah und ausführlich geantwortet,

auf unsere Anfrage nach Umweltmedizinern, auf die Homepageseite „Ärztesuche“ verwiesen,

zu unserer dezidierten Fragestellung bezüglich Adressen, die auch  MCS Kranke adäquat behandeln würden, besitzt sie allerdings derzeit keine bundesweite Übersicht.

 Auf der benannten Homepageseite  gibt es eine Möglichkeit einer Arztsuche auch nach

Fachärzten für Hygiene und Umweltmedizin„.

Wir erhielten auch eine Auflistung von „Umweltmedizinern in Deutschland “ – demnach führen 174 Ärzte die Bezeichnung „Umweltmedizin“.

 Bei unserer Recherche auf dieser Homepageseite  erheilten wir bereits  in den letzten 2 Jahren auf zahlreiche Anschreiben durchwegs keine Antworten, bei Anrufen in zahlreichen der angegeben Praxen  erhielten wir die Antwort,  dass sie keine umweltmedizinischen Behandlungen für Chemikaliensensitive auf Krankenschein durchführen können,

vor allem bereits bei der Anmeldung  im Hinblick auch auf verträgliche, „emissionsminimierte“ Warte- und Behandlungsräume als Grundlage überhaupt einer „Besuchsmöglichkeit“ – keine Voraussetzungen vorhanden sind. 

Auch bei Nachfragen, wie weit die Kenntnisse, Erfahrungen beispielsweise bezüglich einzelner Raumschadstoffe, Wohnraumgifte und deren gesundheitlichen Relevanz vorlägen, erhielten wir abschlägige Antworten.

Bei namhaften Kliniken gibt es zudem bereits unterschiedliche Telefonnumnern zur Terminvereinbarung für Kassen- und Privatpatienten.

Dies alles trotz einer entsprechenden Klassifizierung  von MCS als „organische und nicht psychische Krankheit“

„Vom DIMDI (deutsches Institut für medizinische Dokumentation; Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit) wurde bereits vor längerer Zeit schriftlich bestätigt, dass die MCS unter der Kennziffer T 78.4 von der WHO im ICD-10 klassifiziert wird. Unter dieser Kennziffer werden Erkrankungen klassifiziert, die als „Allergien, nicht näher bezeichnet“ angegeben werden. Bestätigung durch DIMDI

Die Kennziffer T 78.4 gehört dabei zum Kapitel 10 des ICD-10-GM, in welchem „Verletzungen, Vergiftungen und bestimmte andere Folgen äußerer Ursachen klassifiziert werden. (DIMDI 2015)

Ausdrücklich hat das DIMDI auch bestätigt, dass diese Klassifizierung im ICD-10-GM (GM = German Modification) die nach dem Sozialgesetzbuch V (gesetzliches Krankenversicherungsrecht) in der Bundesrepublik Deutschland vorgeschriebene Diagnoseklassifikation ist.

Ebenfalls hat das DMDI bestätigt, dass MCS nicht dem Kapitel 5 zugeordnet wurde, in welchem psychische Störungen und Verhaltensstörungen klassifiziert wurden.

Wir fanden auf der Homepage der Bundesärztekammer zudem eine sogenanntes „strukturiertes curriculäres Fortbildungs Curriculum „Umweltmedizin“ aus 2006 –

die Frage nach Ausbildungsmöglichkeiten wird hier beantwortet mit:

Der Facharzt für Hygiene und „Umweltmedizin ist in der (Muster-)Weiterbildungsordnung verankert.“

Nach wie vor wissen wir aber nicht, wo – von wem – und in welchem Umfang eine solche Weiterbildung überhaupt angeboten wird – MCS ist aber offensichtlich kein Bestandteil dieser Ausbildung.

im Musterkursbuch Arbeitsmedizin/Betriebsmedizin wurde allerdings bereits 2004 unter 6.10 Umweltmedizinische Aspekte der praktischen Arbeitsmedizin bei 6.10.3. durchaus auch bereits SBS, CFS und MCS zumindest aufgelistet.

Kein Wunder, dass bei der derzeitigen „Ignoranz“ dieser Krankheit  im Alltag, durch Krankenkassen und Sozialgerichte und dazu offenbar fehlender qualitativer und wirklich umfassender Ausbildungsmöglichkeiten (auch bei Juristen, Verwaltungsangestellten, Jobcenter) immer öfter Patienten „fehldiagnostiziert“ als psychosomatisch – selbst an „ausbildenden“ Unikliniken – abgewiesen werden.

20.08.2016 Tübinger mit MCS 

Bagatellisierung von Messergebnissen

Umweltbelastungen und medizinische Gutachten

Psychopharmaka statt Therapie

Bedauerlich, wenn selbst Amtsärzte noch 2016 schadstoffbelastete Schulen „begutachten“ mit Aussagen wie:

 „es sei auch umstritten, ob allergische Reaktionen auf den Stoff Formaldehyd über die Luft ausgelöst werden könnten“. 

und dies trotz anderslautender Erkenntnisse des Bundesinstituts für Risikobewertung bereits 2006! Siehe dazu: „Bagatellisierung von Prüfberichten durch Ärzte und Gutachter“

 Literaturempfehlung:

„Die Umweltmedizin ist tot- lang lebe die Umweltmedizin!“

(2008, UMG Verlag)

 Wir verweisen auf unser Statement zu Umwelterkrankungen und Umweltmedizin

ZITAT ENDE

Ohne weiteren Kommentar von mir.
Teutoburgs Wälder

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