Man kann nur etwas leben, wenn man Geld dafür hat

…. oder man macht etwas, wozu man kein Geld braucht.

4e

Natürlich soll man IMMER eigene Entscheidungen treffen. 12 Jahre eigene Arbeit als Künstler in den unterschiedlichsten Bereichen lassen sich auch nicht anders bewerkstelligen. Als authentischer Künstler, als der ich mich sehe, konnte ich nur arbeiten, indem ich fortlaufend eigene Entscheidungen treffe.

Mein Fazit aus diesen 12 Jahren lautet: Ohne Geld geht in dieser Gesellschaft nichts. Dabei ist es völlig egal ob man eigene Entscheidungen trifft oder anderer Leute Ideen durchzieht. Ohne Geld hat man keine Chance. Dabei ist es auch völlig egal, wie gut man ist, oder wie sehr man sich für seine Sache einsetzt. Als bildender Künstler war ich von morgens acht bis weit in die Nacht tätig, oft habe ich parallel gemalt und ausgestellt, das ist Streß, wie nur Gesunde ihn kurze Zeit aushalten, aber dieser Streß wurde nie weniger, im Gegenteil, die dauerhafte Arbeit fast rund um die Uhr, ohne etwas zu verkaufen, in Kombination mit dem Druck von „Behörden“ multiplizierte den Streß noch mal. Es ist ja nicht so, dass wir in diesem unserem schönen Land einfach frei und unbehelligt als Künstler arbeiten könnten, nein, das können wir nicht, wenn wir beim Kotz-Center (anderswo Jobcenter genannt, wobei, diesen Namen hab ich nie verstanden, denn Jobs gibts da nicht) gemeldet sind als Künstler, kommt von diesem „Center“ jede Menge Druck, da man ja als Künstler ohne Geld zwangsläufig erfolglos ist, jede Menge Druck, irgendeinen Scheiß 1-Euro-Job anzunehmen, oder sich irgend einer Sinnlosmaßnahme zu unterziehen, sinnlos, weil diese Maßnahme einen sowieso nicht in Arbeit bringt, und  2. sowieso verboten, denn in Deutschland herrscht das Recht auf FREIE Berufswahl, wogegen natürlich o.genannte Kotz-Center mit ihren Zwangsmaßnahmen gegen Arbeitslose ständig verstoßen.

Bin dann auf Musik umgestiegen, weil die Malerei nicht mehr ging, emotional nicht mehr, finanziell nicht mehr, aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr. Und weil ich früher schon lange Zeit Musik gemacht habe, quasi seit meiner Kindheit, später habe ich diverste Musikstile gemacht, hauptsächlich Folk, American und Irish Folk, letzteres dann in Bands, über viele Jahre, mit sehr vielen Auftritten, aber alles im Amateurbereich. Aber ich habe viel gelernt. So dass mir der Gedanke, auch deutsche Volksmusik, gut aufgearbeitet und instrumentalisiert, müßte ein Publikum haben, kam. Außerdem hat es mir Spaß gemacht, die alten Lieder aus der Kindheit zu singen. Gedacht, getan, ich hatte eben auch diesen Bezug zur deutschen Volksmusik, haben wir doch als Kinder zuhause viel gesungen, und das waren eben alle diese deutschen Lieder; also gedacht, getan, umgesetzt, da ich ja verschiedene Instrumente spiele, Noten lesen kann, ein bisschen Ahnung hab von Aufnahmetechnik, ging das Aufnehmen sogar gut, es wurde immer besser, hat Spaß gemacht und so weiter.. bis…

tja.

Wie üblich: Die Deutschen wollen sowas nicht, sie wollen ihre eigene Musik nicht, sie mögen ihre Musik nicht, und sie kaufen auch nichts oder nur ganz vereinzelt. Werbung machen kann man nur mit viel Geld, das hatte ich nicht, ich habe also viele potentielle Kunden gar nicht erreicht. Ich merkte dann immer mehr, dass Deutsche „absolut solidarisch“ sind, dass sie ihre eigenen Künstler „fleißig unterstützen“… *Achtung Ironie* …  seit dieser prägenden Erfahrung, die sich über Jahre hin zog, weiß ich, dass ich für unsolidarische Menschen nichts mehr tue; ich behandele Menschen nur noch so, wie sie mich behandeln, und das ist leider oft sehr…. daneben, schwach ausgedrückt. Aber die meisten Deutschen ignorieren ihre Musik einfach, es interessiert sie nicht. Auch wenn es sich um ihre eigene Kultur handelt. Letztens meinte irgend eine Kommentatorin auf youtube, youtube „sei doch keine Singstube“. Dämlicher kann man keine Bemerkung loslassen. Was soll youtube denn sonst sein? Und warum soll man es so nicht nutzen, wenn nicht dazu, die eigene Musik zu verbreiten, die schließlich zur eigenen Kultur gehört? Sehr oft hatte ich über die vergangenen Jahre das Gefühl, dass Deutsche sich selbst hassen, dies aber auf andere projizieren,  und auch sehr oft auf mich.

Das mit dem Hass ist aber nur bei Deutschen so. Bei Iren zb. ist das nicht so, die gehen ganz anders mit ihrer Kultur und Musik und ihren Musikern um. Da wird man auch als Fremder richtig freundlich aufgenommen und geachtet.  Was mich zur obigen Schlussfolgerung, dass die Deutschen größtenteils voller Selbsthass sind, brachte.

Man muss sich von solchen Leuten dann leider auch emotional abkoppeln, weil man immer wieder ent-täuscht wird. Diese Abkoppelung führt dann dazu, dass man nicht mehr ent-täuscht wird. Die Täuschung bestand  darin, dass man als deutsch fühlender Mensch dachte, es müsse ja dieses deutsche Volk noch geben, mit all den Tugenden (und natürlich auch Un-tugenden), die man Deutschen allgemein zuschreibt, als da sind:  Ehrlichkeit, Offenheit, Mut, Disziplin, TREUE,  und eben Solidarität. Diese Eigenschaften habe ich bei Deutschen nicht mehr gefunden, es scheint sich eher alles ins Gegenteil verkehrt zu haben, und Solidarität finde ich ganz wichtig, die steht mit der TREUE an erster Stelle, und diese habe ich gar nicht gefunden.

Man muss also sein eigenes Ding machen, so weit es geht, ohne Geld, aber auch ohne diese vermeintlichen „Landsleute“. Es ist natürlich trotzdem schön, wenn sich im Laufe des Lebens mehr oder weniger durch Zufälle, noch der Eine oder Andere einfindet, der ein Stück Lebensweg mit mir gehen mag.

Wenn jetzt Menschen beim Lesen dieser Zeilen sagen, dass das nicht gehe, sage ich euch: Doch, das geht. Das geht sogar besser, als wenn man ständig am Suchen ist, nach irgendwelchen Gruppen, Parteien, und solidarischen Mit-Menschen. Was ich alleine schaffe, ist tausendmal besser als das, was nicht vorhandene Dritte zusammen mit mir schaffen. Weil: Auf mich kann ich mich verlassen, auf die Anderen nicht. Alles, was ich erschaffen habe, und das ist viel, ist mehr, als ich je mit anderen zusammen hätte machen können, und es ist mehr, als das, was die Großmäuler da draußen, die behaupten, man müsse nur machen, dann stelle sich der Erfolg von alleine ein, je erschaffen haben. Auf Großmäuler kann ich sowieso verzichten. Hunde, die bellen, beißen nicht. Und ganz wichtig, was kümmert es die Eiche, wenn der Hund dran pinkelt.

Womit ich auch ein bisschen Bezug nehme auf diesen Beitrag:

https://volksbetrugpunktnet.wordpress.com/2016/12/05/wie-man-sich-einen-scheiss-darum-kuemmert-was-die-anderen-denken/

dort wird als 4. Punkt genannt: „Finde dein Rudel“:

Gehen Sie nicht davon aus, dass Sie damit aufhören können, sich um die Meinungen anderer zu kümmern. Begeben Sie sich stattdessen auf die Suche nach den Menschen, die Ihre Stärken und Ihre Güte sehen und denen Sie vertrauen. Bleiben Sie bei ihnen und nehmen Sie es ernst, was sie sagen. Wenn Sie befürchten, dass sie schlecht von Ihnen denken, dann überprüfen Sie ihre Befürchtung: Fragen Sie sie, was los ist. Eine kleine Gruppe von Freunden oder eine Gemeinschaft kann viel dazu beitragen, dass man sich sicherer fühlt. Es ist wichtig zu wissen, dass Sie geliebt werden.“

Meine Antwort: Suchen ist schlecht. Einfach so,  zufällig auf solche Leute treffen, ist gut, es geschieht aber sehr selten. Diese Menschen mag es also sehr vereinzelt geben. Sie sind aber dann geographisch so weit entfernt, dass sich daraus nie eine „Gruppe von Freunden“ oder gar eine „Gemeinschaft“ ergeben hätte. Das hat auch was mit dem Alter zu tun; die meisten dieser Menschen haben i.d.Regel in dem fortgeschrittenen Alter, in dem ich mich befinde, „andere Verpflichtungen“, sprich: Verwandtschaft, Kinder, Ex-Partner, und so weiter, die jedwede Annäherung verunmöglichen, weil diese Verpflichtungen die Menschen örtlich binden.

Bescheiden, Teutoburgs Wälder

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3 Gedanken zu “Man kann nur etwas leben, wenn man Geld dafür hat

  1. Pingback: In der brd gibt es keine Armut (?) – teutoburgswaelder

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