Bürgertum

Wir haben über den kommenden Zusammenbruch geredet. Oder wie auch immer man das, was kommen wird, nennen will.Und über die Trägheit des sogenannten „Deutsch-Michels“. Eben warum der alles mit sich machen lässt, im Gegensatz zu anderen Ländern. Es fiel der Vergleich Afghanistan und deren Freiheitskampf, ich könnte Wissen aus dem irischen Freiheitskampf beisteuern. Es gibt sicherlich noch mehr Länder, in denen die Völker/Bevölkerung aktiv und jahrhundertelang um ihre Freiheit gekämpft haben. In Deutschland ist das anders, hier ist die breite Masse angepasst. Warum ist das so?

Ob man den Zusammenbruch überleben will, ist eine Willensentscheidung. Man muss es erst einmal wollen.

Vorher muss man aber erst mal fähig sein, zu erkennen, dass man sich überhaupt in einer Notsituation befindet.
Schon an der Fähigkeit zur Erkenntnis, scheitert es.

Ich sehe die lange „Tradition“ des sog. „Bürgertums“ als Hauptursache für diese Unfähigkeit, Dinge zu erkennen, und dann die richtigen Handlungen zu vollziehen.
In keinem anderen Land der Welt gibt es ein so großes Bürgertum, welches auf so eine lange Geschichte/Tradition zurück blicken kann.
Bürgertum heißt aber: Obrigkeitshörigkeit, vom Staat versorgt werden, und dafür ist man dann „treu“.
Egal, wer den Staat führt.
Solch ein Verhalten großer Menschenmengen führt bekannterweise in die Katastrophe. Auf verschienenen Wegen; einerseits durch diesen blöden blinden Gehorsam, andererseits durch die staatliche Vollversorgung. Der sogenannte „Beamte“ ist dafür das perfekte Beisipiel: Wenig arbeiten, bequem arbeiten, aber Vollversorgung bis zum Ableben. Beamtentum wird von Bürgern angestrebt, weil: Solchen Menschen geht Sicherheit über alles. Sie gehen kein Risiko ein, sie leben lieber in einem faschistischen Staat, als dass sie etwas riskieren und ihre Pfründe dabei verlieren. Denn natürlich wird ihre sogenannte „Staatstreue“ sehr gut vom jeweiligen Staat / System bezahlt. Solch eine „Loyalität“ lässt sich der Staat natürlich sehr viel kosten.

Gesellschaften mit einem breiten Bürgertum sind auch gekennzeichnet durch Filz und Korruption. Hier nennt man das: Eine Hand wäscht die andere, und so decken sich die Verbrecher, auch genannt: Bürger, gegenseitig in ihrem üblen Tun. Daß dabei andere, sogar eigene Volksgenossen, unter den Tisch fallen, interessiert den Bürger nicht. Soll der faule Hartzer doch arbeiten gehen.

Der zweite Komplize solcher moralisch verfaulter Gesellschaften, die aber wie ein Perpeteum mobile immer weiter laufen, ist das Christentum. Es sorgt natürlich mit Angstmache dafür, dass alles so bleibt, wie es ist, und: ganz wichtig. Es verdient am faulen Staat.

Obrigkeitshörigkeit ist die Geißel der Menschheit. Sie ist die negative Kehrseite der Treue. Treu zu sein, ist ein natürliches Bedürfnis der Menschen, vor allen Dingen des nordischen Menschen. Dabei wird aber verkannt, dass man sich sein „Objekt der Treue“ sehr wohl sehr gut aussuchen muss. Das heißt: Treue muss sich ein anderer (oder halt auch ein Staat) erst einmal verdienen.  Beim Deutschen kehrt sich die ursprünglich als positiv empfundene Fähigkeit zur Treue um ins Negative, in ihre Kehrseite: In die Obrigkeitshörigkeit und dann, weiter gehend, in den blinden Gehorsam. Diese Eigenschaft macht den Deutschen so anfällig für den Faschismus. Er will irgend einem/irgend einer idealerweise irgendwie „autoritären“ „Behörde“/“Staat“/“Gesellschaft“/“Vereinigung“/sonstigen „Gruppierung“, die natürlich hierarchisch gegliedert sein mus („irgendeiner muss ja das sagen haben!“), GLAUBEN. Ohne zu glauben, kann der Deutsche nicht. Er braucht etwas, wo er bedingungslos gehorsam sein kann. Bestens funktioniert das, wenn er dafür auch belohnt wird, aber: Er ist auch gehorsam ohne Belohnung. An dem Punkt kehrt sich seine Treue in Masochismus um: Notfalls ist er treu bis über die eigene Selbstvernichtung hinaus.

Wie gesagt, bitte das Ganze nicht falsch verstehen: Treue ist eine tolle Eigenschaft! Wer aber kriminellen Banden gegenüber treu, loyal, und bis hin zur Selbstvernichtung, ergeben ist, ist psychisch krank, und nicht bewundernswert.

Freiheit verkommt bei diesen Vorgängen zu einem mehr oder weniger lästigen „Anhängsel“, welches man ja meint, sowieso nicht zu brauchen, ist doch der Kühlschrank gut gefüllt, der Beruf und die Rente sicher. An dem Punkt weigert sch der Bürger, weiter zu denken. Deshalb fehlt ihm auch jedwede Fähigkeit zur weitergehenden Erkenntnis. Er meint, daß er sicher ist, so, wie er lebt.

Grundsätzlich ist der Bürger zwar auch nur ein genauso normaler Mensch wie ein Arbeiter oder ein Rentner. Es gibt aber etwas, was den Bürger von den anderen unterscheidet: Sein Wohlstand.  Den er meint, sich „verdient“ zu haben (warum auch immer). Klar ist, dass Arbeiter mehr arbeiten (körperlich), Bauern zb. auch, es gibt viele Menschen, die körperlich viel härter arbeiten, aber nur kläglich dafür bezahlt werden. Während der Bürger, der meint, etwas besseres zu sein, halt „Beamter“ ist, oder „Angestellter“, oder sonst ein Staatsbüttel – zb. staatlich finanzierter „Wissen“schaftler. Der Staat hat überall seine Klauen drin, und die Kirche natürlich auch, damit das Ergebnis auch „wissenschaftlich“ genau dem entspricht, wie man es haben will. Alle diese Menschen sind Büttel, Sklaven des Systems, und sie nennen sich oft „Bürger“, und meinen, sie seien deshalb etwas besseres. Dazu gehört ihre Einbildung, die sie glauben lässt, daß sie sicher sind. Beides zusammen vereint sich in ihnen zu einem nicht überwindbaren Mischmasch aus Großkotzigkeit, Unfehlbarkeit  und Kriechertum.

Und diese Menschen verhindern erfolgreich jede Veränderung. Warum? Weil es ihnen gut geht! Nach Angelas Abschied wählen sie den nächsten, der genau ihren Interessen dient – nicht dem Staat (daß sie dem Staat dienen, geben sie nur vor), nicht dem Volk insgesamt, das interessiert den Bürger nicht, nein, SEINE (finanziellen) Interessen sind es, denen gefälligst der Kanzler und sämliche Politikdarsteller zu dienen haben. Und sollten diese Leute eine etwas… sagen wir mal …. „seltsamere“ Politik verfolgen, passt man sich halt an. Man ist ja flexibel. Thomas Mann soll diesen widerlichen Schleimscheißer, auch Bürger genannt, in seinem Roman „Der Untertan“ trefflich beschrieben haben.

Der Bürger, im trauten Verein mit der „Kirche“, ist Deutschlands Untergang, beide im Totentanz vereint, sorgen dafür, dass hier alles anders ist als in anderen Ländern, in denen wenigstens ein Teil der Bevölkerung noch fähig ist, und willens, um seine Freiheit zu kämpfen.

12b-Fingerhutparadies

Teutoburgs Wälder

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