„Prinzip Leistung“ und „hierarchisch gegliederte Gesellschaft“

„Prinzip Leistung“ tönte Festerling auf ihrer Rede in Leipzig, und: „hierarchisch gegliederte Gesellschaft“. Dafür sei sie. Dem Michel gefällt es, wenn jemand so redet.

Diese zwei Begrifflichkeiten offenbaren das gesamte Dilemma der derzeitigen westlichen Welt:

Nur, wer etwas „leistet“, darf existieren, sprich: leben.

„Leistung“ wird natürlich von den jeweiligen Staatssystemen und Gesellschaften definiert. Es bezieht sich i.d.Regel auf körperliche Arbeiten, Büro-, Verwaltungs- und sonstige „Amts“arbeiten, und natürlich alle Dienstleistungsberufe, diese Leute arbeiten auch irgend etwas, auch wenn es oft sinnlos erscheint. Wichtig ist ja das „Leistungsprinzip“, dh. dass Menschen irgendwie sinnlos 8 Stunden etwas machen, dafür Steuern zahlen und Geld bekommen. Das ist damit gemeint. Nach der Sinnhaftigkeit der jeweiligen Arbeit wird generell nicht gefragt.

Dann gibt es noch die leistungslosen Einkommen, damit sind diejenigen Menschen gemeint, die aufgrund höherem Vermögen/Hauseigentum/sonstiges Eigentum/Aktien etc pp, ohne selbst arbeiten zu müssen, Einkommen beziehen. Diese Leute stellen sich selbst immer als die „Eliten“ dar (weil sie Geld haben, das von alleine immer mehr wird) oder gar als „Adel“.

Diese Leute meint Festerling wohl auch nicht, wenn sie von „Leistung“ spricht. Sie meint einfach die Arbeiter und Steuerzahler, die sogenannten „Bürger“. Ich nenne sie lieber Sklaven, denn sie tun ja genau das, was man von ihnen erwartet.

Ein gewisser Herr Jäger (Innen“minister“ von NRW) hat mal etwas drüber verlautbaren lassen, das klang so ähnlich wie: „nur wer arbeitet, darf essen“. Viele andere Politikdarsteller äußerten sich in der Vergangenheit ähnlich. Sie treffen damit vermutlich genau des Michels Meinung. (Ich höre den sogenannten „Mittelstand“ im Hintergrund applaudieren.)

Der Michel kapiert nicht, dass er durch seine Arbeit im Hamsterrad gehalten wird. Er dünkt sich etwas besseres, dabei dient er nur dem System – Rothschild und Konsorten. Der Michel dient mit seiner Arbeit also nur denjenigen, die eh schon leistungsloses Einkommen haben, die nicht arbeiten müssen, weil sie so viel haben, dass sie in ihrem Reichtum ersticken könnten. Die so viel Geld haben dass sie weltweit die Meinung gleich schalten. Die so viel Geld haben, dass sie weltweit Kriege oder „Unruhen“ anstiften können, weil sie gleichzeitig am Waffenverkauf verdienen.

Gleichzeitig lässt sich der Michel  von den Leuten, denen er dient, noch nach Strich und Faden belügen und betrügen. Und er treibt es regelmäßig auf die Spitze und wählt seine Unterdrücker und Mörder immer wieder aufs Neue.

Man muss mit Fug und Recht sagen, dass das, was der Michel seit Jahrzehnten so tut, einfach nur von bodenloser Dummheit zeugt. Dummheit, gepaart mit Hybris und Gier („immer mehr, immer mehr, immer mehr….“) Der Michel ist nicht fähig und willens, sich mal über das Geldsystem schlau zu machen und dabei zu erfahren, warum das alles so ist, wie es ist: Warum diejenigen mit viel Geld automatisch immer reicher werden und die Arbeiter immer ärmer. Wie das alles zusammen hängt.

Das alles schnallt der Michel nicht.

Festerling weiß das alles auch nicht, oder: Sie ist ein Agent, sie weiß um diese Zusammenhänge, benutzt aber auf ihren Reden solche Parolen wie „Leistung muss sich wieder lohnen“, weil sie weiß, dass diese gut beim Publikum ankommen. Solch ein Verhalten ist zwar üblich für Politikdarsteller, und die, die das werden wollen, nichtdestotrotz ist es aber zu verachten. Inklusive derjenigen Personen, die so etwas von sich geben. Ich nenne das Manipulation, Bauernfängerei, bis hin zum öffentlichen Lügen. Andererseits: Dumme wollen belogen werden.

[Es müsste eigentlich belohnt werden, wenn Menschen authentisch leben, und authentisch leben heißt derzeit: Gegen das System leben. Das wird natürlich von den Michels dieser Welt nicht belohnt. Schließlich leisten diese Menschen, die authentisch leben, ja nichts. Sie verdienen kein Geld, und zahlen keine Steuern, und überhaupt sind sie so schrecklich unangepasst und stellen alles in Frage. So etwas mag der Michel nicht. Er hat es lieber gemütlich und wenn alle die Klappe halten. Und dass da „irgendwelche faulen Schweine“ der „Gesellschaft“ (mit „Gesellschaft“ meint er sich selbst und seinesgleichen) zur Last fallen, geht ja schon mal gar nicht. Der Adolf hätte denen auch sofort Arbeit verordnet. [An dieser Stelle trifft sich das patriarchalische Bürgertum mit dem Nationalsozialismus: Hohe Staatsquote, viele Regeln, viele Hierarchien  und Recht und Ordnung und Arbeitszwang bis zum Verrecken.] ]

Halten wir also fest: Dem Michel gefällt es, was die Festerling so redet .Darauf kommt es ja an.

Ich bin nun mit Sicherheit kein fauler Mensch. Wie so viele andere da draußen auch, denen der Michel, der Arbeitssklave, oder der sogenannte „Mittelständler“ aus Pirincis neuestem Buch, immer gerne unterstellt, eben faul zu sein. Nein, ich sehe das nur anders. Beruf kommt für mich vom Wort: „BERUFUNG“, dh. man arbeitet / leistet das, wozu man BERUFEN ist.  Nichts anderes. Punkt, basta. Alles andere ist Sklavenarbeit. Die kann man mal verrichten, wenn es gar nicht mehr anders geht, kurzfristig, aber das Ziel muss sein, seiner Berufung nachzugehen, das zu arbeiten, wozu man berufen ist.

Das ist mit der Haupt-Sinn des Lebens. Die BERUFUNG.

Den Unterschied zwischen Arbeit und Berufung kapiert der Michel nicht, er ist halt Sklave und bleibt einer. Denn er redet sich seine Maloche (Sklavenarbeit) mit fanatischer Regelmäßigkeit schön und schaut natürlich auf alle anderen herab, die nicht dem masochistischen Drang erlegen sind, sich ihr Leben durch Sklavenarbeit kaputt zu machen. Der Michel gehört halt zu den Leuten, die irgend etwas arbeiten und am Ende ihres Lebens jammern, dass sie nicht gelebt haben.

(Das andere Menschen anders denken und anders leben wollen und andere Vorstellungen haben, interessiert ihn dabei überhaupt nicht. Er selbst ist der „Leistungsträger“ eines „Staates“ – na, so genau wollen wir das nicht sehen, meint er, hauptsache, die Tatsache, dass ER der LEISTUNGSTRÄGER ist, wird von allen anerkannt. Ein mächtig aufgeplustertes Ego läßt grüßen. Das Ego interessiert sich nur für sich selbst. Die anderen – die sind egal.)

„Hierarchisch gegliederte Gesellschaft“, ist ebenfalls so eine Begrifflichkeit, die offenbart, dass die Leute immer einen „Führer“, oder „einen, der das sagen hat“, oder ein „Gesetzwerk“ oder „Vorschriften“ oder sonst irgendwas brauchen. Und natürlich die dazu gehörige/n Autoritätsperson/en, das mit GEWALT (also Zwang) durchzusetzen. Denn sonst funktioniert das ja nicht mit den „Vorschriften“. Wenn die körperliche Gewalt nicht mehr funktioniert, oder gesellschaftlich perpönt ist, übt man halt psychische Gewalt (HartzVier-Gesetzgebung mit Sanktionen bis auf Null) aus. Ist doch alles nicht so schlimm. Was uns nicht umbringt, macht uns härter, meint der Michel. Und so faul rumschmarotzen, das geht ja überhaupt nicht.

So denkt und handelt keine Gesellschaft freier Menschen. Freie Menschen wissen um ihre eigene Verantwortlichkeit für das, was sie tun bzw. nicht tun, und handeln nach dem einfachen Motto: was du nicht willst, was man dir tut, das füg auch keinem anderen zu. Sie üben kollektiv keinen Zwang aus. Schon gar nicht erfüllen sie willig die Bedingungen ihrer Sklavenhalter, wie es der Michel tut.

Freie Menschen verstehen natürlich auch den Unterschied zwischen Zwangsarbeit und Arbeit, die man aus Berufung GERNE macht.

Dazu passt ein bedingungsloses Grundeinkommen  bestens, denn jeder Mensch an sich – weil er eben existiert – hat das Recht, zu sein. Sein, also das Leben an sich, ist nicht an Einkommen gebunden. Keine Macht der Welt hat das Recht, andere aufgrund ihrer Einkommenslosigkeit zum sterben zu verurteilen. Dies geschieht aber in Deutschland regelmäßig. Weil der Michel es so will. Man muss das so deutlich sagen: Der Michel will, dass nur die leben dürfen, die auch arbeiten. Na ja, mal ganz so streng sind wir nicht, wenn denn dann einer daherkommt und ganz ganz krank ist, d.h. er steht kurz vor dem Abkratzen, dann darf er gnädigerweise noch 3 Wochen, bis er dem Michel nicht mehr (finanziell) zur Last fällt, zu hause bleiben. Aber mehr nicht! Da findet sich doch mit Sicherheit noch eine Arbeit für einen Todkranken. Damit er der „Gesellschaft“ nicht zur Last fällt.

So denkt der Michel. Dass diese Denkweise, kombiniert mit der hierarchischen sogenannten „Ordnung“, völlig menschenfeindlich ist, lebensfeindlich, zu allem feindlich ist, denn sie setzt nur auf LEISTUNG; LEISTUNG; LEISTUNG – und sonst nichts, jedwede Menschlichkeit, jedweder Intellekt und gar jedwede Spiritualität bleibt in solch einem Leben außen vor – im Hintergrund natürlich GELD GELD GELD, das merkt der Michel schon lange nicht mehr.

Es gibt auch Menschen, die argumentieren, das sei in der Natur alles genauso. Diesen Menschen muss ich sagen: Wir leben nicht in der Wildnis. Da müssten wir nämlich wirklich SOLIDARISCH sein. Wir leben in einer hochentwickelten Zivilisation – zumindest im Westen, über den ich hier ja auch schreibe. Wir könnten hier anders leben. Wir – bzw. „der Michel“, den ich hier bitte als Synomym für den Bürger gesehen haben will – wollen es nicht anders. Der Michel will die Leistung, den Egoismus, die Gier. Der Michel will die schnelle, harte, gnadenlose Wolfsgesellschaft.

Und so verhält er sich auch: Unsolidarisch, sich selbst der Nächste, nach oben buckeln, nach unten treten, gierig, dekadent, zunehmend verdummt. Tja und dann kriegen die Festerlings dieser Welt natürlich reichlich Applaus. Weil weiter denken, das ist irgendwie beim Michel verpönt. Er hat das auch völlig verlernt, denn er ist über die Jahrzehnte entmenschlicht worden, merkt das nicht einmal mehr und schiebt alles unangenehme weit von sich weg. Man könnte den Michel mit Fug und Recht kollektiv als KRANK bezeichnen.

Das ist aber nicht wichtig, findet der Michel. Schließlich ist bald Fußball-Europameisterschaft.

(Zur Ergänzung dieser Artikel bei Pravda-Tv: Innenansichten einer Bestie – der deutsche Spießer“: http://www.pravda-tv.com/2016/06/der-feind-der-menschheit-der-deutsche-spiesser-innenansichten-einer-bestie/)

Foto zur Erholung:

90e-Buchengruppe15

Teutoburgs Wälder

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s