Kultur und Kunst – ein paar Gedanken dazu

Viel wurde darüber geschrieben.

Viel ist Kram, weil Geschreibsel Unwissender. Wie soll ein Nicht-Kulturschaffender  über Kultur schreiben? Kann er nicht. Wie soll ein Nicht-Deutscher, ein „Eingemeindeter“, über die Schwierigkeiten bezüglich deutscher Kultur schreiben? Kann er nicht, weil er nicht weiß, was Deutschsein und deutsche Kultur ist.

Natürlich betrifft das Thema auch die Debatte darüber, was überhaupt Kultur und weitergehend, Kunst, ist. Diese Debatten habe ich persönlich, fruchtlos, natürlich, oft geführt. In der sogenannten „Bildenden Kunst-Szene“, ist man der Meinung, jeder sei Künstler. Der Spruch kommt bekanntlich von Beuys und bezeugt den Niedergang der Kunst. Natürlich ist nicht jeder Mensch ein Künstler. Würden Sie einem Amateur auf einem Musikinstrument bei seinen eher nicht klangvoll anmutenden Musikversuchen lange zuhören, mit der begeisterten Zustimmung auf den Lippen, dies sei Kunst? Natürlich nicht. Der Musiker muss auf seinem Instrument lernen und üben.

Jeder, der Künstler sein will, muss lernen und üben.

Wenn man dann etwas kann, sei es ein Instrument spielen, sei es schreiben, sei es fotografieren, sei es Bildhauen, was länger dauern kann, kann man sagen, derjenige beherrscht sein Handwerk. Sein Handwerk zu beherrschen ist die erste Stufe. Handwerk ist aber nicht gleichbedeutend mit Kunst. Wenn der Handwerker dann noch weiter macht, entwickelt sich in seiner Arbeit (so denn Raum dafür ist, so er nicht bloßer Auftragserfüller ist) so etwas wie eine eigene „Note“, ein Stil, ein unverkennbares Etwas.  Erst dann kann man von einem Künstler sprechen.

Ein Künstler hat also immer einen eigenen Stil, eine Art Wiedererkennungswert.

Aber so weit kommen die Wenigsten. Weil es kaum mehr solche Künstler gibt. Es gibt nur noch Angepasste, Leute, die etwas nachmachen, was gerade „in“ ist, um damit viel Geld zu verdienen.

Um etwas nachzumachen, muss man nichts mehr üben. Man muss nichts mehr erlernen oder gar können. Man muss noch nicht mal ein Handwerk beherrschen. Man macht einfach irgend etwas, das geht gut im Bereich „Bildende Kunst“, da muss man nur rum klecksen, Farbe auf Leinwand, und gut ist, das reicht. Im Musikbereich reicht es, ein bisschen rum zu trällern und nett auszusehen, den Rest macht die Technik, das Tonstudio. Dann besorgt man sich einen mit viel Geld, der den Kram vermarktet, garniert das mit viel Sex und schon ist die Kunst fertig.

Würde ich eher Anti-Kunst nennen.

Allerdings sind wir umgeben mit solch einem Schwachsinn. Es gibt faktisch nichts anderes mehr.

Folge der fehlenden Bildung im Bereich „Kunst/Musik/Kultur“: Der Deutsche weiß leider nicht mehr, was Kultur  und Kunst ist. Mit dem gewachsenen Brauchtum, als Teil seiner Kultur, will der Deutsche auch nichts mehr zu tun haben, geschweige denn, mit der eigenen Kunst, er erkennt sie ja nicht einmal. Außerdem geht da noch erfolgreich die Mär um von der „brotlosen Kunst“, die jeden Verrückten, der es wagt, auch nur daran zu denken, etwas anderes zu werden als irgend ein Nullachtfünfzehn-Handwerker, davon abhält, anstattt Handwerker Bildender Künstler zu werden. So bestätigt sich die Gesellschaft fortwährend ihre eigenen Vorurteile, das nennt sich dann „selbsterfüllende Prophezeiung“.

Der Deutsche wurde seit Jahrzehnten von Hässlichkeit umgeben. Auch in anderen Bereichen, im öffentlichen Leben, Bereich: Architektur, fällt mir dazu gerade ein. Gehr man vor die Tür, herrscht dort die Hässlichkeit, das Abstrakte, das Abstruse, das Perverse. Und natürlich der Müll, der scheint irgendwie zum Verfall dazu zu gehören. Kommen Sie mal zu mir in die Wohnung, das ist ein Museum.

Ich hasse Hässlichkeit. Egal, wo. Zur äußerlichen Hässlichkeit kommt leider meist die innermenschliche Hässlichkeit. Wen das Außen, das hässliche Umfeld, der Dreck, der Schmutz nicht stört, der ist auch innen hässlich.

Der Deutsche liebt Hässlichkeit, Perversitäten, ihm kann es gar nicht „geil“ und monströs genug sein.

Nun kann man nicht jedem verübeln, dass er sich nicht für Malerei/Bildhauerei (Bildende Kunst) oder Literatur interessiert. Aber mit Musik können die meisten doch irgendwo etwas anfangen. Nun ist leider auch der gesamte musikalische Bereich der Kunst / Kultur veramerikanisiert oder, neuerdings, ver-afrikanisiert. Es gilt als chic und „in“, sich für die Musik fremder Völker zu interessieren oder sie gar selbst zu machen. Das eigene, das deutsche, das will keiner mehr, das ist veraltet, das ist was von „Ewiggestrigen“. Tradition braucht der Deutsche nicht, Wurzeln, Brauchtum, Kultur, braucht er alles nicht, übernimmt er lieber von anderen.

Damit wird er zumindest von den anderen um sich selbst herum (Bekannte, Verwandte, Arbeitskollegen etc. pp) anerkannt. Der Herdentrieb greift. Ich weiß es noch genau, Anfangs der Siebziger, da fanden alle amerikanischen Folk toll, keiner hat sich mehr für deutsche Musik interessiert. Natürlich wollten wir damals als junge Mädel auch „in“ sein, also fanden wir  amerikanische Folkmusik ebenfalls gut. Wir haben uns als junge Mädchen einfach angepasst. Bei Erwachsenen erwarte ich aber etwas anderes als angepasstes Verhalten! [Pech gehabt!] – Die eigene Volksmusik ist dazu noch gezielt schlecht gemacht worden.  Ich kann das vergleichen, ich habe 20 Jahre Irish Folk gemacht. Irish Folk, also die traditionelle irische Volksmusik, die lebt. Die lebt in Irland, die Kinder spielen sie auf dem Schulhof, die lebt auf der ganzen Welt. Warum? Weil sie von ihren eigenen Landsleuten am Leben erhalten und weiter entwickelt wird.

In Deutschland gibt es nichts dergleichen. Das bisschen Volksmusik, was noch stattfindet, wird missbraucht dargestellt auf Untoten-Veranstaltungen wie „Festival der Volksmusik“ mit Moderatoren, die Schwiegermutters Liebling entsprechen – also ganz klar Veranstaltungen für alte Leute, die wirklich Ewig-Gestrigen. Das kann keiner toll finden – ich auch nicht.

Das hat auch nichts mit junger, lebendiger Folklore zu tun, die es in Irland gibt. Irish folk wird natürlich auch von Älteren gehört und gemacht, aber auffällig ist, dass sehr viele junge Leute diese Musik machen und lieben. Das ganze Volk in Irland liebt seine eigene Musik. In Deutschland gibt es nichts dergleichen.

Die Deutschen sind kulturmäßig tot. Sie sind von Fremden übernommen worden vor langer Zeit und dann wurde ihnen immer wieder gesagt: Du Deutscher, du bist schuld, du bist böse, du darfst nichts eigenes haben, du bist so schlecht, lös dich gefälligst auf, pass dich an bis zur Unkenntlichkeit, bis deine verdammte deutsche Identität WEG ist, denn die wollen wir nicht, die ist böse.

So wird bzw. wurde alles Deutsche ausradiert. Im Zweifelsfalle sind deutschnationale Künstler immer Nazis. Und damit haben sie verloren, denn sie finden öffentlich nicht statt. Sie werden einfach totgeschwiegen.

Ich kenne das von diversen sogenannten „sozialen Plattformen“. Dort wird man als Deutschnationaler völlig tot geschwiegen. Man kann sich die Werbeaktionen dort eigentlich sparen, sie sind rausgeschmissene Arbeit und auch Geld – denn kosten tut das ja auch alles etwas.

Hier, wo ich wohne, wohnen noch geschätzt 10 Prozent Proleten-Deutsche, das sind die, die es sich nicht leisten können, wegzuziehen; in der gesamten Stadt schätze ich, gibt es mindestens ca 50 Prozent Fremde. Natürlich findet hier in dieser Stadt keine deutsche Kultur mehr öffentlich statt. Veramerikanisierte Scheiße findet statt und das gefühlt 100000000000000000000ste multikulturelle „Fest der Kulturen“, unter Ausschluss jedweder deutschen Beteiligung natürlich. Dass die deutsche Kultur öffentlich fehlt, fällt aber auch keinem mehr auf. So weit ist es gekommen. Höchstwahrscheinlich weiß aber auch keiner mehr, was deutsche Kultur ist.

Was einmal verschwunden  ist, ist aber weg. Klar, man kann Musik aufzeichnen, Literatur, ja, bildende Kunst sammeln, aber die Beschäftigung damit, bzw. das Entstehen neuer, authentischer Kunst, Kunst, die natürlich NUR auf der eigenen Identität beruhen kann, das gibt es nicht mehr. Wozu auch. Wird ja alles kaputt gemacht, was deutsch ist. Wo sich keiner mehr zum Volk bekennt gibt es natürlich auch keine dementsprechende Kultur und Kunst mehr.

Auf-knickenhagen

Wollen wir mal festhalten: Wenn Kultur und Kunst tot ist, wird sie nicht mal eben so, nebenbei, neu entstehen. Kultur und Kunst brauchen einen ihr genehmen Boden, auf dem sie gedeihen können. Dazu gehört, ganz wichtig, die Freiheit.

Dazu gehört auch ein Publikum, welches bereit ist, sich mit Kultur und Kunst zu beschäftigen. Kultur und Kunst kann nicht jahrelang im Verborgenen existieren, geschweige denn, neu entstehen. Es ist eine Angelegenheit des Austausches, man muss sich darüber unterhalten können, gesamtgesellschaftlich. Sie muss gesamtgesellschaftlich stattfinden, öffentlich sein. Wenn sie totgeschwiegen wird, findet sie nicht statt.

Jemand meinte hier: https://indexexpurgatorius.wordpress.com/2016/05/30/rassistischer-werbespot-empoert-das-netz/

es sei fast unmöglich, in Deutschland deutsche Kultur wieder auferstehen zu lassen. Der Vergleich, auf einem Betonboden kann man kein Gemüse anpflanzen, trifft es wohl. So habe ich das noch nie betrachtet.

Aber so ist es wohl.

Die Leute sind einfach nicht offen dafür.  Sie sind kalt, hart, tot. Das eigene interessiert sie nicht mehr. Viele lehnen es sogar offen ab.

Ob dann die Lösung ist, den lebensfeindlichen Beton erst einmal zu beseitigen, da bin ich nicht sicher, tendiere aber dazu, zuzustimmen. Weil ich halt weiß, wie es ist, jahrelang Kunst zu machen, für die sich keiner interessiert. Das liegt aber nicht an meiner Kunst, sondern schlicht am Desinteresse, an der Gleichgültigkeit der Menschen in dieser dekadenten Gesellschaft.

Das kann man als einzelner Mensch auch nicht ändern.

Ein Bekannter sagte einmal kurz vor irgend einem Weihnachtsfest, als wir gemeinsam versuchten, ein paar kleine Ölbilder von mir zu verkaufen, er wisse nicht, was die Leute kaufen, und warum sie etwas kaufen, aber die Leute würden jeden Scheiß kaufen, nur nicht Dinge, die SCHÖN sind.

Das widerspiegelt ungefähr die hässliche Situation, in der sich Künstler, die nicht angepasst sind ans System, derzeit befinden. Vom System werden sie blockiert, aber von den eigenen Volksgenossen, ebenso. Sie finden einfach nicht mehr statt. Und so stirbt die Kultur, die Kunst und der Künstler.

Teutoburgs Wälder

 

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