Frühgeschichtliche Kultstätten Ostwestfalen Teil 1 Einführung

Ich habe die heiligen heidnischen Städten in Ostwestfalen gesucht und besucht und teilweise nichts mehr bzw. nur noch zerstörte Spuren gefunden. Am offensichtlichsten ist die Zerstörung an den Externsteinen, klar, die sind halt auffällig, da geht jeder hin, aber die anderen heidnischen Stellen kennt kaum jemand. Im Leistruper Wald zb. ist kaum noch etwas zu finden von der Zyklopenmauer, den Grabhügeln, den einstmals mächtigen Alleen an den Wegen, Alleen, die wohl ähnlich aussahen wie vergleichbare Anlagen in der Bretagne und in England, alle ausgerichtet auf astronomische Sternenstände, bzw. den Sonnenstand. In anderen Ländern achtet das Volk seine sogenannten „prähistorischen“ Stätten, es finden sogar entsprechende Grabungen statt, in Deutschland lässt man so etwas verkommen bzw. nutzt das Rohmaterial der Anlagen für andere Zwecke, bzw. die Kirche hat früher das meiste zerstört. Leider interessiert sich der „moderne“ wurzellose Mensch in Deutschland nicht für seine Ahnen, meist weiß er sogar gar nichts von ihnen. Das Christentum hat ziemlich viel kaputt gemacht, auch IN den Menschen.

Dies ist meine Antwort auf dieses Fundstück bei vk.com, Quelle: http://vk.com/club104988842  Text:

„Hünengräber, Steinkammern, Riesenstuben, Kammergräber, Kellersteine, Heidenopfertisch, Engelmanns Bäke, Steindenkmäler, steinernen Grabkammern, Ganggrab, Riesensteingräber, Hünenbetten, Hügelgräber, Megalithgräber, Granitdenkmäler u.s.w.
Als Namensgeber diente für diese zyklopischen Bauten die alte Vorstellung, daß die mächtigen Steinblöcke von Riesen, Hünen oder von Giganten aufgebaut worden seien. Laut dem dänischen Mönch Saxo Grammaticus der um die 1200 lebte, soll der Teufel der Bauherr gewesen sein. Deswegen auch der Name ,,die Teufelssteine“, in der Gegend von Osnabrück.

Das mächtigste und berühmteste deutsche Hünengrab ist der ,,Visbeker Bräutigam“. In der BRD gibt es (nach einer Aufstellung von Sprockhoff) noch 538 Riesensteingräber, und zwar:

190 in Schleswig – Holstein
280 in Hannover
63 in Oldenburg
3 in Westfalen
2 in Braunschweig

Eine imponierende und dennoch beschämende Zahl. Sie besagt nämlich nicht mehr und nicht weniger, als daß in den letzten 180 Jahren von 100 Hünengräbern nahezu 90 vernichtet wurden.
Mit dem mehr oder minder systematischen Abbau und Plünderung dürfte spätestens in den Jahrhunderten der christlichen Missionierung begonnen worden sein. Die Kirche konnte damit einen doppelten Effekt erzielen: Heidenwerk vernichten und Material für ihre eigenen Bauten gewinnen, z.B. die karolingische Alexanderkirche in Wildeshausen. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts ließ das Ludgeri – Kloster bei Helmstedt die Blöcke eines Grabes auf dem Schwarzen Berge zertrümmern und in das Fundament eines neuen Konventgebäudes versetzen. Trotzdem gab es noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts Tausende von steinernen Grabkammern in Deutschland. Den Auftakt zu einem neuen Vernichtungsfeldzug gab 1811/12 der von Kaiser Napoleon angeordnete Bau der Heerstr. Wesel – Hamburg, die auf ihrem Lauf viele Steingrabfelder passierte. Der Hermannsburger Pastor Ludwig Harms, hielt im 19. Jahrhundert Erweckungsversammlungen ab und erreichte es, daß zwei der unchristlichen Gräber abgebaut wurden. Hier sieht man den christlichen Geist, kein Gespür für Ehrfurcht, Volkssinn, Vaterlandsliebe oder Heimattreue. Ebenfalls um die Jahrhundertmitte rückten die Bewohner der Gemeinde Buchholz einem ganzen Hünenfriedhof des Klecker Waldes zu Leibe, um Baumaterial für die neue Kirche von Jesteburg zu gewinnen. Vielerorts wurden die Hünengräber auch als Thingplätze verwendet. In Bremervörde wurde noch um 1499 ,,ein gemein Landtag“ abgehalten an einem Hünengrab. Auch ,,Denghoog“ der Name des großen Wenningstedter Grabes, bedeutet ja nichts anderes als Thinghügel.

Schluß mit dem rohen christlichen Vernichtungskrieg gegen unsere Stätten und Volk, der sich ja bis in unsere Tage zieht. Nutzen wir die unbegreiflichen mythischen Kräfte, die die heiligen Plätze ausstrahlen.“ – Text Ende vk.com
***

Dies soll eine Artikelserie werden über frühgeschichtliche Kultstätten in Ostwestfalen, und dies ist der erste Teil. Ich habe lange über eine Überschrift dieser Artikelserie nachgedacht. Für mich ist klar, die Erschaffer dieser frühgeschichtlichen Stätten waren Nordische, man kann sie evt. auch als Germanen bezeichnen. Ich lasse diese Bezeichnung aber erst mal weg.

Man weiß ja auch nicht viel über die „Nordischen“, bzw. man hegt in „normalen wissenschaftlichen Kreisen“ ja immer noch die Lüge vom „Licht aus dem Osten“, dh. alle Kultur komme laut „Wissenschaft“ aus dem „Osten“ (Zweistromland Mesopotamien). Dass die Indogermanen (Arier/Nordische) vorher an diesem Ort waren und dass sie überall, wo sie auftauchten, herrschten bzw. Kultur erst erschufen, ignoriert die „moderne Wissenschaft“ (noch).

Darum geht es aber auch hier jetzt nicht. Hier geht es um Mitteleuropa bzw. Deutschland. Wir hatten hier eine Hochkultur, die man, weil es sich um „Germanien“ (laut römischer Bezeichnung, passt aber ganz gut, kann man also übernehmen) handelte, als „germanische Hochkultur bezeichnen kann. Diese Hochkultur gab es VOR den Römern (ganz wichtig) und die Römer haben sie in jahrhundertelangen Kriegen vernichtet – unter dem Banner des Christentums.

Es geht also darum, hier aufzuzeigen, dass wir etwas EIGENES hatten und immer noch haben (denn es ist in uns drin, auch wenn die Menschen es heute größtenteils verleugnen oder nicht mehr wahrnehmen/fühlen) und die fremde Kultur bzw. der fremde Glaube uns eben FREMD ist, nicht unser Eigenes, und dass er uns – logischerweise – über die Jahrhunderte – uns selbst entfremdet hat.

Wer Wurzeln sucht, Identität, und so weiter, muss in die sogenannte „frühgeschichtliche“, dh. vorchristliche Zeit zurück gehen. Da führt überhaupt kein Weg dran vorbei. Und dann darf man nie das leugnen, was noch rudimentär vorhanden ist, und sich nicht auf Geschichtslügen wie „Das Licht kommt aus dem Osten“ und „Germanen waren tumbe Barbaren“ ausruhen.

Kleiner Anfangsexkurs in „Geschichte“, der beweist, wie schwierig es ist, ansatzweise „Wahres“ zu finden:

Karl, der Schlächter, vom System geehrter Massenmörder, hat bekanntlich alles zerstört, was germanisch war. Natürlich auch diejenigen Menschen, die nicht konvertieren wollten. Die Externsteine, der vermutlich ursprüngliche Ort der Irminsul, hat er halb zerstört und dort seine Kapelle einbauen lassen.

Verdener Blutgericht: Nach Quellenaussagen sind bei Verden an der Aller im Jahr 782 auf Befehl Karls des Großen 4500 aufständische Sachsen enthauptet worden.

Grundsätzlich sind folgende Standpunkte vertreten worden.

1) Eine solche Massenhinrichtung hat es (auch in dieser Größenordnung) tatsächlich gegeben. Die Angaben der Annalen werden für zutreffend gehalten. Für diese Auffassung hat es teilweise auch eine Berufung auf Schädelfunde gegeben.

Der Standpunkt findet sich z. B. bei: Johannes Fried, Der Weg in die Geschichte : die Ursprünge Deutschlands bis 1024. Berlin : Propyläen, 1994 (Propyläen-Geschichte Deutschlands. Herausgegeben von Dieter Groh unter Mitwirkung von Johannes Fried, Hagen Keller, Heinrich Lutz, Hans Mommsen, Wolfgang J. Mommsen, Peter Moraw, Rudolf Vierhaus ; Band 1), S. 252

Ernst Schubert, Verden, »Blutbad v.». In: Lexikon des Mittelalters. Band 8: Stadt (Byzantinisches Reich) bis Werl, München ; Zürich : Artemis, 1997, Spalte 1500 – 1501

2) Hinrichtungen von Sachsen sind ein tatsächliches Ereignis gewesen, aber die genannte Zahl ist deutlich zu hoch. Die Anzahl gilt dabei oft als weit/maßlos übertrieben. Gedacht wird bei der Zahlenangabe an einen späteren Zusatz, eine falsche Lesart oder eine Übertreibung.

Der Standpunkt findet sich z. B. bei:

Matthias Becher, Karl der Große. Originalausgabe, 5., aktualisierte Auflage. München : Beck, 2007 (Beck’sche Reihe : C. H. Beck Wissen ; 2120), S. 63

Dieter Hägermann, Karl der Große : Herrscher des Abendlandes ; Biographie. Berlin : Propyläen, 2000, S. 213 – 216 (nur wenige Dutzend Hingerichteter)

Wilfried Hartmann, Karl der Große. Stuttgart : Kohlhammer, 2010 (Urban-Taschenbücher ; Band 643), S. 103:
„Nach der überarbeiteten Version der Reichsannalen sollen 4500 Sachsen in Verden an der Aller »an einem Tag hingerichtet» worden sein. Diese Zahl dürfte stark übertreiben sein, in einem Zweig der Überlieferung der Reichsannalen fehlt überhaupt eine Zahlenangabe. Es ist auch zu bedenken, dass Zahlenangaben in mittelalterlichen Geschichtswerken nie genau sind, sondern eher eine ungefähre Größenordnung darstellen. Das bedeutet, dass ohne Zweifel eine große Zahl von Sachsen hingerichtet wurde.

Das Ansehen Karls hat in neuerer Zeit durch diesen Exzess von brutaler Gewalt gelitten; in der NS-Zeit wurde er deshalb als »Sachsenschlächter» bezeichnet. Ohne Karls Aktion in irgendeiner Weise entschuldigen zu wollen, muss betont werden, dass es sich bei den aufständischen Sachsen in den Augen des Frankenkönigs um Hochverräter handelte, die – nachdem sie die geschworene Treue gebrochen hatten – aus Karls Sicht den Tod verdient hatten. Und man muss auch feststellen, dass wir einen vergleichbaren Gewaltakt aus der an Kriegen reichen Geschichte Karls des Großen nicht kennen.“

Matthias Springer, Die Sachsen. Stuttgart : Kohlhammer, 2004 (Urban-Taschenbücher ; Band 598), S. 190 – 191

3) Die Hinrichtungen selbst werden als tatsächliches geschichtliches Ereignis bezweifelt. Angenommen werden Phantasieprodukte oder ein Abschreibfehler: statt decollati (»abgehalst»,»vom Hals herabgenommen», geköpft, enthauptet, hingerichtet) habe urprünglich delocati (ungesiedelt, deportiert) gestanden.

Der Standpunkt findet sich z. B. bei:

Karl Hengst, 1200 Jahre Christus in Westfalen 799 – 199 : zur Mission bei den Sachsen. In: Josef Ernst (Hg.), Theologie im Wandel : Erfahrungen einer Seniorenakademie. Paderborn : Bonifatius, 1997 (Bonifatius Kontur ; Band 9446), S. 41 – 60

Karl Hengst, Die Ereignisse der Jahre 777/78 und 782 : Archäologie und Schriftüberlieferung. In: Peter Godman/Jörg Jarnut/Peter Johanek (Hg.), Am Vorabend der Kaiserkrönung – das Epos „Karolus Magnus et Leo papa“ und der Papstbesuch in Paderborn 799. Berlin : Akademie-Verlag, 2002, S. 57 – 74

Eine ziemlich neue Untersuchung der Rezeptionsgeschichte kann nützlich sein, weil sie auch ein wenig auf die heutige Einordnung der Problematik eingeht und in der Sache urteilt:

Sabine Kuhlmann, Der Streit um Karl den Großen, Widukind und den ‚Tag von Verden’ in der NS-Zeit: eine Kontroverse im Spannungsfeld zwischen wissenschaftlicher Forschung und ideologischer Instrumentalisierung. Stade : Landschaftsverband der ehemaligen Herzogtümer Bremen und Verden, 2010 (Beiträge zur Geschichte und Kultur des Elbe-Weser-Raumes ; Band 4). ISBN 978-3-931879-45-7

Quelle: http://www.gutefrage.net/frage/verdener-blutgericht–uebersicht-zum-forschungsstand-bzw-zu-den-meinungen-der-fachhistoriker

***

Es geht hier jetzt nicht um Karl, den Schlächter. Der war bloß Symptom, ausführendes Organ. Es geht um die (fast) völlige Vernichtung germanischen Glaubens, Sitte, Brauchtum und Lebensweise und damit logischerweise zusammenhängend: aller alten Stätten/Kultstätten.Denn der alte Glaube durfte nicht mehr ausgeübt werden.

Unsere Vorfahren waren vermutlich/höchstwahrscheinlich spirituelle Menschen, die mit der Natur in Einklang lebten, sich als Teil der Natur sahen, sie achteten und ehrten, im Gegensatz zu heute, wo es nur um Macht und Geld und Gier und Vergnügungen geht; Spiritualität/Glaube findet heute gar nicht mehr statt. Oder wenn, dann ist dieses Streben fehlgeleitet. Es geht hier in dieser Artikelserie um die Vernichtung germanischer (Kult-)Stätten und, später, nach und nach, auch der Sprache.  Weitergehend geht es um die Einführung eines volksfremden “Glaubens”, der die “neuen Gläubigen” zu braven, demütigen, sich ständig irgend einer Schuld bewussten “Bürgern” erzieht und ihrer Grundlage, der Natur, entfremdet. Falls es keine Schuld gibt, erfindet man “von oben” eben eine, was heutzutage mit den Massenmedien sehr gut klappt.

Dass Schuld eine sinnfreie christliche Erfindung ist, dessen ist sich heute keiner mehr bewusst. Es kann nur Verantwortung geben, die ist aber persönlich zu sehen, nie kollektiv und schon gar nicht kann jemand oder gar ein Volk kollektiv für Vergangenes schuldig sein. Diese durch diese Dogmen entstandene gesamtgesellschaftliche Bewusstlosigkeit ist aber höchst gefährlich, viel schlimmer als Dinge, die den Leuten bekannt sind, denn sie handeln aufgrund dieser Steuerung über die Schuld wie pawlowsche Hunde, ferngesteuert und manipuliert über Medien und Gesellschaftsdoktrinen, laut derer man eben gewisse Dinge “machen muss” (wie zb. “Karriere machen”) und vieles eben “nicht machen soll”, sonst droht gesellschaftlicher Ausschluss. Der Schuldmechanismus ist ein perfekter Mechanismus, um eine blind und blöd gewordene Schafsherde in jede vom System gewünschte beliebige Richtung zu lenken.

Dies mag als kleine Ausführung über das, was „Religion“ bewirken kann, genügen. –

Immer noch findet man also zerstörte Reste einer/unserer einstmaligen Hochkultur in unserer Landschaft:

5e-Kapelle-Blick-von-Unten

Zerstörungswerk Turmfelsen Externsteine – eingehauene Kapelle – laut W. Teudt, Germanische Heiligtümer, wurde vom Turmfelsen ebenfalls ein großer Brocken abgesprengt; diese Spuren habe ich allerdings nicht gefunden, möglicherweise sind sie endgültig verwittert.

Zerstörungswerk Kreuzabnahmerelief, Felsen 1, Externsteine, eine vorchristliche alte heidnische Felsbearbeitung wurde teilweise abgetragen, teilweise zerstört und mit einem kultfremden christlichen Relief überdeckt:

79b-Kreuzabnahmerelief-Felsen-eins

Teutoburgs Wälder

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2 Gedanken zu “Frühgeschichtliche Kultstätten Ostwestfalen Teil 1 Einführung

  1. Pingback: Externsteine ein Zentrum – Ostern – Frühe nordische Hochkultur – teutoburgswaelder

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