Die (neuen?) Sklaven

Robert führt ein gutes Leben. Er hat Arbeit, ein Auto, Familie. Zwei Mal im Jahr fahren alle zusammen in den Urlaub. Was Robert nicht weiß: Seine Freiheit ist eine Illusion.

Robert ist ein moderner Sklave. Wie alle anderen fährt er jeden Morgen zur Arbeit, steht an der Supermarktkasse an, zieht im Rathaus eine Nummer. Niemanden interessiert, was Robert denkt. Hauptsache, er verdient Geld, gibt es wieder aus und hält sich an die Regeln.

[Niemand interessiert, ob Robert ein sinnerfülltes Leben führt, ein Leben, welches ihm und seiner Bestimmung gemäß wäre laut Schöpfungsplan; ein Leben, welches ihn dann auch zufrieden leben lassen würde: mit ZUFRIEDENHEIT meine ich die tiefe Grundzufriedenheit des unmanipulierbaren Menschen, der das lebt, wozu et bestimmt ist, ich meine nicht die flüchtige Ablenkungs-Konsum-Drogen-Zufriedenheit des modernen Sklaven, der tief drin eben NICHT zufrieden ist; es muss aber alles dazu getan werden seitens des Systems, dass dieses selbst nicht merkt, deshalb ködert man ihn mit „Karriere“ und Konsum.]

Friedrich-boehmische-Landschaft
C.D.Friedrich – böhmische Landschaft

Die Gesellschaft erzieht ihre Bürger systematisch zur Unmündigkeit

Experten beschweren sich, dass sich die Menschen nicht mehr für Politik interessieren, den Wahlen fernbleiben, sich nicht engagieren. Was für eine Heuchelei. Was wir heute erleben, ist schließlich das Ergebnis Jahrzehnte langer Konditionierung.

Die Gesellschaft erzieht ihre Bürger systematisch zur Unmündigkeit. Genau genommen führt das Wort „Bürger“ in die Irre. Denn das würde Rechte und Pflichten voraussetzen, eine Teilhabe an der Demokratie. Konsument passt besser.

Nicht denken, sondern kaufen. Nicht hinterfragen, sondern hinnehmen. Konzerne servieren uns Lügen, die wir gierig schlucken sollen. Geblendet von Werbeversprechen in Dauerbeschallung.

Wenn es nach den Unternehmen geht, scheint der Verbraucher das dümmste Wesen dieser Erde zu sein. Er wird betrogen, hinters Licht geführt, ausgetrickst und manipuliert .

Wer widerspricht, gilt als Störenfried

Den Angaben auf der Verpackung kann er längst nicht mehr trauen – und nimmt es schulterzuckend hin. Wie ironisch ist zum Beispiel die glücklich grasende Kuh auf der Milchpackung! Sie hat mit der Kreatur in den Melkfabriken so viel gemeinsam wie der Kunde mit dem König.

Wer widerspricht, gilt als Störenfried. Schon die Schulen konditionieren uns zur Anpassung. Die Braven spielen mit, aus Angst etwas falsch zu machen. Denn Fehler sind in unserer Gesellschaft eine Sünde . Der britische Autor Sir Ken Robinson fasste es in einem viel beachteten Vortrag so zusammen:

„Wir führen unsere Unternehmen auf diese Weise. Wir stigmatisieren Fehler. Wir betreiben Bildungssysteme, in denen Fehler das Schlimmste sind, das dir passieren kann.“

Politiker sind zu Teflonfiguren geworden, die in Zeitungsinterviews Parteiprogramme rezitieren. Unangreifbar, aber auch nicht zu begreifen. Ihre Phrasen sind leer, weil sie den Bürgern gar nicht mehr zutrauen, sich mit Inhalten zu beschäftigen.

Demokratie ist in vielerlei Hinsicht ein Trugbild. Wer mitbestimmen will, stößt auf Hindernisse und Widerstände. Kein Wunder, dass die meisten irgendwann aufgeben. „Es gibt noch immer viele sehr autoritär strukturierte Einrichtungen“, sagt der Psychologe Elmar Brähler. „Parteien, Gewerkschaften, Vereine und natürlich auch Schulen ermöglichen nur wenig Beteiligung.“[An dieser Stelle fehlt die Ursachenerwähnung: Demokratie ohne freie Bildung und freie Medien kann es nicht geben.]

Je weiter die Kluft zwischen den Reichen und allen anderen aufreißt, umso bedrohter ist die Ordnung

Das Freihandelsabkommen ist für Brähler ein Beispiel für schlecht ausgetragene Politik. „Die Verhandlungen wurden vor der Bevölkerung geheimgehalten, damit die Bürger nicht stören. Sie wurden als Querulanten abgestempelt.“

Und so sorgen die etablierten Mächte dafür, dass die antriebslosen Massen auf vorgegebenen Pfaden trampeln. Immer weiter, ohne Pause. Dem großen Knall entgegen. Denn je weiter die Kluft zwischen den Reichen und allen anderen aufreißt, umso bedrohter ist die Ordnung.

Warum sind Debatten für uns etwas Lästiges? Warum lassen wir Diskussionen nicht zu? Konflikte sind nichts Negatives – solange sie ausgetragen werden. Die Politik muss lernen, Bürger wieder ernstzunehmen. Sonst wird sie immer mehr Wähler an extreme Kräfte verlieren. [Ich fürchte, der Zug ist abgefahren.]

Wer die Menschen zu unmündigen und unreflektierten Wesen erzieht, öffnet den Populisten aller Volksparteien die Tore. Sie können frustrierte Bürger mit Versprechen und einfachen Lösungen ködern.

Wenn es so weit kommt, wird von der Demokratie nichts mehr übrig sein. Lassen wir es nicht so weit kommen.

[M. Meinung ist es längst so weit gekommen, siehe meinen Hinweis zu freier Erziehung und freien Medien; ein MUSS in einer Demokratie, es ist m.Meinung also so weit längst gekommen, sonst würden nicht viele Millionen Menschen in allen sogenannten „westlichen Wohlstands-Ländern“ dieses schändliche Spiel mit spielen. Warum nenne ich das schändlich? Weil es ein Verbrechen ist. Diejenigen, die die Fäden ziehen in diesem tödlichen „Spiel“, sind natürlich die Verbrecher, aber diejenigen, die da mit machen, sind ebenso Verbrecher. Denn sie leben nicht das Leben, welches sie leben könnten, welches menschengemäß wäre, da der Mensch eine intelligente Spezies ist, sie leben – mehr oder weniger freiwillig – das Leben unmündiger Sklaven und vergehen sich deshalb gegen den Schöpfungsplan.]

Quelle und weiterführende Literatur: http://www.pravda-tv.com/2016/05/die-neuen-sklaven-wie-buerger-fuer-dumm-verkauft-werden/

Teutoburgs Wälder

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2 Gedanken zu “Die (neuen?) Sklaven

  1. Vor 3 Jahren war ich wie der im Text erwähnte Robert. Nur die Arbeit und Geld im Kopf bzw. am Nachdenken wo und mit welchen Vergnügungen ich mein nächstes Gehalt verbraten kann.

    Heute habe ich weder Arbeit noch viel Geld – es war jedoch eine bewußte Entscheidung auf beides zu verzichten. Seitdem fühle ich mich freier und entspannter, habe meine innere Ruhe wieder gefunden. Nur ist mir heute klar, daß die Welt da draußen nicht so freundlich, „freiheitlich-demokratisch“ und ungefährlich ist wie man uns glauben machen möchte.

    Bewußt habe ich mir diese große Veränderung nicht ausgesucht. Irgendetwas hat mir sozusagen den Stoß in diese Richtung gegeben. Und wenn man einmal weiß, daß man ein Sklave war, dann kann man nicht mehr auf diesen Weg zurück.

    Ich bin gespannt wohin mich mein neues Ich noch führen wird bzw. was das Schicksal noch so alles für mich vorgesehen hat… 🙂

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  2. marcus

    „Bürger“ ist ja nur eine altertümliche Schreibweise.
    Die Gesamtheit der Bevölkerung ist die allerletzte
    Haftungsgemeinschaft, wir bürgen für die Kosten
    und schulden, die man ja vermeintlich in unserem
    Namen aufhäuft, indem wir stets Steuern, Kosten,
    Strafen und Gebühren klaglos entrichten sollen.
    Ein Recht zur Kürzung wegen Schlechtleistung ist
    gegen den Kostengläubiger „Staat“ nicht zulässig,
    spätestens da müsste jeder merken, dass es reine
    Unfreiheit ist, die Bürger und Staat dabei verbindet…

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