Atlantis lag in der Nordsee

Am 18. April 1947 sprengen die Briten beim sogenannten Big Bang die Militäranlagen auf Helgoland. Wie kam es dazu und wie ging es später mit der Insel weiter?

helgoland-18-4-2016

http://www.ndr.de/kultur/geschichte/chronologie/Big-Bang-1947,sprengunghelgoland102.html

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges lagern auf Helgoland noch Tausende Tonnen Munition in unterirdischen Bunkern und Tunneln. 1947 beginnen die Briten damit, weitere Bomben vom Festland herbeizuschaffen. Sie transportieren kistenweise Granaten, Raketen und Sprengstoff in die Bunker und bringen Zünder an. Auf der kleinen Insel wird eine der größten Explosionen der Weltgeschichte vorbereitet – der sogenannte Big Bang.

Am 18. April ist es soweit: Um 13 Uhr löst Lieutenant Commander Frank Graves per Fernzünder die Sprengung aus. 6.700 Tonnen Sprengstoff explodieren. Ein dumpfes Grollen ist zu hören, über der Insel bildet sich eine bis zu vier Kilometer hohe Rauch- und Aschewolke, die bis nach Cuxhaven zu sehen ist. Der britische Marine-Leutnant Brian Butler erlebte die Sprengung von einem Schiff in zehn Meilen Entfernung mit: „Ich konnte sehen, wie sich die Wasseroberfläche kräuselte. Das Meer war sehr ruhig an dem Tag. Und dann spürten wir eine sehr warme Böe und schließlich einen leichten Wind, der das Meer weiter kräuselte“.

Die Folgen

Die entscheidende Frage: Ist die Insel nach der Sprengung noch bewohnbar? Davon hängt das Schicksal der 2.500 Helgoländer ab, die ihre Heimat 1945 verlassen mussten und nun befürchten, dass sie total zerstört ist. Zwar ist die Insel ein Trümmerfeld, doch ihre Form ist einigermaßen erhalten geblieben. Nur an der Südspitze sind etwa 70.000 Quadratmeter im Meer versunken. Dort hatte sich Hitlers gigantischer U-Boot-Bunker befunden. Die berühmte Felsnadel Lange Anna hingegen steht noch, auch die Hafenanlagen und Küstenschutzmauern sind noch intakt.

Briten wollten Helgoland nicht komplett zerstören

[wer es glaubt]

Dennoch hält sich noch viele Jahre das Gerücht, die Briten hätten die Insel gänzlich vernichten wollen. Einen solchen Befehl hat es allerdings nie gegeben. In einem Schreiben der Briten an deutsche Regierungsstellen vom Dezember 1946 heißt es: „Eine Sprengung der Insel Helgoland ist nicht beabsichtigt, es ist jedoch unbedingt notwendig, die Insel zu entmilitarisieren, und da hierbei einige 22 Kilometer Tunnel und Galerien zerstört oder durch Sprengmaterial blockiert werden dürften, wird unweigerlich ein großer Teil der Inseloberfläche vernichtet werden.“ Auch Brian Butler betont, dass Helgoland nicht komplett vernichtet werden sollte: „Wir wollten die Befestigungsanlagen zerstören und die Kriegsmunition, die es noch in Deutschland gab und auf der Insel.“

[Warum haben sie dann noch zusätzlich Munition auf die Insel geschafft?]

Briten bombardieren die Insel weiter

Mit dem Big Bang ist das Ziel der Entmilitarisierung erreicht. Helgoland ist nur noch ein menschenleerer Fels in der Nordsee. Die Helgoländer sind erleichtert und hoffen, nun endlich nach Hause zurückkehren zu können. Doch sie haben die Rechnung ohne die Briten gemacht. Für die Besatzungsmacht ist die Hochseeinsel ein idealer Bombenabwurfplatz zu Übungszwecken. Und so gehen die Bombardements dort unvermindert weiter.

Deutsche Politiker protestieren immer wieder dagegen. Im Dezember 1949 fordert der Deutsche Bundestag die Bundesregierung einstimmig dazu auf, bei den Alliierten eine Rückkehr der Helgoländer auf ihre Insel zu erwirken. Doch die Bemühungen bleiben erfolglos.

Rückgabe erfolgt erst 1952

Erst als die Studenten René Leudesdorff und Georg von Hatzfeld Helgoland im Dezember 1950 besetzen, um für die Rückgabe an Deutschland zu demonstrieren, kommt Bewegung in die Sache. Die Öffentlichkeit wird auf das Problem aufmerksam und die internationale Presse berichtet darüber. Daraufhin nehmen die Briten die Verhandlungen mit der Regierung Adenauer auf. Nur wenige Wochen später, am 21. Februar 1951, beschließt die britische Regierung, die Insel zurückzugeben. Die Übergabe erfolgt am 1. März 1952.

Warum wohl wurde Helgoland so lange und unter fadenscheinigen Begründungen bombardiert?

Vielleicht deshalb?

Atlantis lag hinter Helgoland: http://www.zeit.de/1953/14/atlantis-lag-hinter-helgoland

Odysseus an der Eidermündung – Die Entdeckungen eines Pastors aus Ostfriesland

Dazu auch:

Ihr Thema mit dem Atlantisforscher Holger Kalweit: https://www.youtube.com/watch?v=ecWIVFigbX0

Teutoburgs Wälder

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s