Bewusstwerdung – Dutschke

Rudi Dutschke: Gesamtgesellschaftliche Bewusstlosigkeit
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Von Rudi Dutschke stammt das Zitat:

„Revolution ist nicht ein kurzer Akt, wo mal irgendwas geschieht und dann ist alles anders. Revolution ist ein langer komplizierter Prozess, wo der Mensch anders werden muss.“

Im Interview am 3. Dezember 1967 in der Sendung „Zu Protokoll“ spricht Dutschke von einem „Prozess der Bewusstwerdung“, bei dem ein „in Unmündigkeit gehaltenes Volk“ sein Schicksal in die eigenen Hände nehmen soll. Dies wollte er dadurch erreichen, dass…

… in unseren Organisationen keine Berufspolitiker tätig sind, dass bei uns kein Apparat entsteht, dass bei uns die Interessen und Bedürfnisse der an der Institution Beteiligten repräsentiert sind während in den Parteien ein Apparat vorhanden ist, der die Interessen der Bevölkerung manipuliert aber nicht ausdrückt.

Gaus: Wie wollen Sie verhindern, dass wenn ihre revolutionäre Bewegung groß wird, sie selbst sich jenem Apparat angliedert, der von einer bestimmten Größe an zu jenem Organismus gehört?

„Ich meine, es ist kein ewiges Naturgesetz, dass sich entwickelnde Bewegungen Apparate haben müssen. Es hängt von der Bewegung ab, ob sie in der Lage ist, die verschiedenen Stufen ihrer Entfaltung mit den verschiedenen Bewusstsseinsstufen ihrer Bewegung zu verbinden. Genauer: Wenn wir es schaffen, den Transformationsprozess, einen langwierigen Prozess, als Prozess der Bewusstwerdung der an der Bewegung Beteiligten zu strukturieren, werden die Bewusstseinsmäßigen Voraussetzungen geschaffen, die es verunmöglichen, dass die Eliten uns manipulieren“

Dutschke war seinen Zeitgenossen zweifellos um einiges vorraus. Bei einer Podiumsdiskussion mit Rudolf Augstein und Ralf Dahrendorf nannte er als wichtigste Aufgabe, die „gesamtgesellschaftliche Bewusstlosigkeit“ zu durchbrechen:

„Es gilt erst mal, ein Bewußtsein des Missstandes zu schaffen. Jetzt nicht gleich zu fragen: Gib doch die Antwort! Ein Dutschke will keine Antwort geben. Denn was soll es bedeuten, als einzelner Antworten zu geben, wenn die gesamtgesellschaftliche Bewußtlosigkeit bestehen bleibt? Die muss durchbrochen werden – dann können Antworten gegeben werden.“

Ende Text R. Dutschke.

Das System will ja eher die Bewusstlosigkeit der Massen, diese ergibt zwingend Identitätslosigkeit, und Bindungslosigkeit, das alles gehört zusammen, und erst dadurch ist der Einzelne perfekt manipulierbar (zusammen mit dem wirtschaftlichen Druck).

(Ein Mensch, der Werte, Identität hat, sich bewusst ist (zumindest größtenteils) und in seiner Volksgemeinschaft, Wertegemeinschaft, Familie, fest eingebunden ist, der ist nicht oder nur sehr schwer manipulierbar.)

Diese Dinge, ja, Anstrengungen (dass sich der Einzelne des Mißstandes erst einmal bewußt wird), müssen auch von jedem Einzelnen erbracht werden, und die Erkenntnis, dass Veränderung dann notwendig ist, auch unter Opfern. Das Ganze hat nichts mit Sozialismus zu tun, sondern mit einer dringend notwendigen Bewusstwerdung der Gesellschaft, des Volkes, die mit der Bewusstwerdung der eigenen Identität, die mit der eigenen Kultur verbunden ist, zwangsläufig einher geht, denn es kann keine universtelle, volksübergreifende Einheitsidentität („Mensch“) und ebensolche Un-Kultur geben (das ist eine sozialistische Lüge).

Bewusstheit = Identität

Bewusstlosigkeit = Identitätslosigkeit – Manipulierbarkeit

Teutoburgs Wälder

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