Geldsystem – Irrwege

Zitat:

„Was mich an Bernard Lietaer beeindruckt, ist seine Wandlung. Der Mann steckte so tief im Finanzsystem drin, dass seine irgendwann entwickelte Fähigkeit, von außen auf das Glashaus zu schauen, bemerkenswert ist.

Und er legt den Finger auf die Wunde. Denn das Problem des Geldes ist kein Technisches – sondern ein Geistiges. Die geistige Grundhaltung schafft sich schon ihre passende Technik, denn unser Finanzsystem funktioniert für seine Profiteure ganz hervorragend. Aber noch verblüffender ist: Die geistige Grundhaltung wird von allen getragen, auch von den Verlierern.

Somit kritisiere ich auch nicht eine Gold gedeckte Währung an sich. Zum Beispiel müssen zinbsierende Geldsysteme auch nicht zwingend schlecht sein. Was ich kritisiere, ist das Motiv. Es ist eines der Macht, eine Huldigung des Egoismus und persönlichen Vorteils. Wenn das die etablierte ideologische Basis ist, können wir Geldsysteme ausprobieren wie wir wollen. Sie werden immer dem ideologischen Unterbau folgen.

Die Frage ist, wozu benötigen wir das Geld: Für ein Leben des konkurrierenden, unemphatischen, kaltherzigen, gesichtslosen persönlichen Vorteils? Oder aber für soziale Gemeinschaften, mit Gesichtern, mit Achtsamkeit gegenüber dem Nächsten und Übernächsten? Und diese Grundfrage wird in der Regel ausgeklammert.

Entscheiden wir uns für die egotistische Variante, dann wird jedes System zwangsläufig zu einer Konzentration von Macht an der Spitze gehen – in allen Bereichen. Globalisierung; betrieben seit mindestens 400 Jahren ist geradezu das Symbol dafür.

Was Not täte, wären aber kleinere flexiblere menschlichere Systeme und Kreisläufe, einschl. Geldsystemen. Die Flexibilität wäre eine des Geistes und würde ein System, welches nicht mehr für die Allgemeinheit taugt ohne großes Gewese verändern, erneuern, austauschen oder abschaffen.

So wird es auch nicht überraschen, dass ich Lietaer´s Idee eines „monetären Ökosystems“ äußerst reizvoll finde. Und das spricht mir erst recht aus dem Herzen:

LS: 1900 wurde Georg Simmels Buch „Philosophie des Geldes“ veröffentlicht, in dem er vortrug, dass Geld der heutige Gott sei. Was ist Ihre Meinung dazu? Liegt er da richtig?

BL: Ich fürchte, dass er Recht hat. Es ist ein Gott der Schatten. Es ist auch ein Gott, der die negativen Aspekte der Menschheit antreibt; Gier, kurzfristiges Denken, Konkurrenz. Nochmals, ich habe kein Problem damit, dass einiges davon besteht, aber es wird ein Problem, wenn es unser einziges Mittel ist, um in uns Veränderungen zu bewirken, und wenn es uns alle in dieselbe Richtung drängt, was eine Nachhaltigkeit unmöglich macht.“

Zitat Ende.

Quelle: http://analitik.de/2016/02/23/die-explosion-des-finanzsystems-naehert-sich/

Interview Lars Schall / Bernd Lietaer: http://www.larsschall.com/2016/02/26/ein-wiedersehen-mit-bernard-lietaer/

Zitat daraus:

„LS: 1900 wurde Georg Simmels Buch „Philosophie des Geldes“ veröffentlicht, in dem er vortrug, dass Geld der heutige Gott sei. Was ist Ihre Meinung dazu? Liegt er da richtig?

BL: Ich fürchte, dass er Recht hat. Es ist ein Gott der Schatten. Es ist auch ein Gott, der die negativen Aspekte der Menschheit antreibt; Gier, kurzfristiges Denken, Konkurrenz. Nochmals, ich habe kein Problem damit, dass einiges davon besteht, aber es wird ein Problem, wenn es unser einziges Mittel ist, um in uns Veränderungen zu bewirken, und wenn es uns alle in dieselbe Richtung drängt, was eine Nachhaltigkeit unmöglich macht.

LS: Geld und die Machtgleichung, das ist so ziemlich dasselbe, nicht?

BL: Nun ja, Geld ist wahrscheinlich das Hauptwerkzeug der Macht. Geld hat die Fähigkeit, dass Menschen für Sie auf bestimmte Arten Dinge tun, Leute oder Organisationen, und wenn man das Geld kontrolliert, kann man tatsächlich fast jeden kontrollieren. Es beherrscht auf jeden Fall die Regierungen, und die wiederum kontrollieren jedermann; das ist also, was vor sich geht.“

Zitat Ende, Fetthervorhebung von mir.

Problemlos ist dieser Gedankengang weiterzuleiten in: Wir zerstören die Erde weil die oben genannten negativen Aspekte des Menschen, ausgelöst durch Geld, überhand nehmen. Wenn Profitstreben die einzige Handlungsmaxime ist, gibt es nichts Menschliches mehr, weil jedwedes Handeln daran gemessen wird, ob „es etwas (finanziell) bringt“.

Dieses ist die eigentliche Ursache der weltweiten allgemeinen Krise – und nur an diesem Punkt muss der Mensch gegensteuern, weil dieser Punkt die Ursache des Übels, die Ursache ALLER Probleme der Menschen auf dieser Welt ist.

Teutoburgs Wälder

 

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